Weinreise an den Vierwaldstättersee

Aus Weinbruderschaft

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Inhaltsverzeichnis

für Magister und Gesellen

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«Ein Stück Luzern - ein Stück Kultur»....

....dies der Slogan der 23 Winzer, welche die 25 Hektaren Rebfläche im Kanton bewirtschaften. Diese Rebflächen sind verteilt in 4 Regionen: Seetal als grösste und traditionsreichste Region, Sempachersee/Suhrental als jüngste und kleinste Region, dann das Wiggertal, für uns bestimmt bekannt durch Ines und Thomas Bisang und die Region Vierwaldstättersee, welche wir bald näher kennen werden. Die grosse Vielfalt von über 20 Rebsorten werden durch die verschiedensten Kelterungsmethoden zu einer Palette von über 100 Produkten verarbeitet. Das Verhältnis Weisswein/Rotwein liegt bei ca. 60/40. Die Hauptsorten sind RieslingxSylvaner und Blauburgunder, die zusammen anteilsmässig ca. ¾ von der Gesamtmenge ausmachen.

Wir werden zwei wunderschön gelegene Rebgüter besuchen und dabei von Herrn Sigrist in Meggen sowie Herrn Ottiger in Kastanienbaum bestimmt viel Interessantes über ihre Arbeit, ihren Wein und allgemein über den Luzerner Weinbau zu sehen und zu hören bekommen.

Allzuviel möchte ich Ihnen im Moment nicht verraten, aber eines müssen Sie doch noch wissen: Herr Ottiger garantiert uns für den 28. August schönes Wetter und bei diesen interessanten und ausgezeichneten Weinen die wir geniessen dürfen, sowie der malerischen Landschaft am Vierwaldstättersee.........da muss man dabei sein!

Ich wünsche allen jetzt schon viel Vergnügen

Hansruedi Moor Kellermeister



Programm



Rückblick

"Ein Stück Luzern - ein Stück Kultur" ist der Slogan mit welchem die 23 Luzerner Winzer, die 15 Hektar Rebfläche bewirtschaften, ihre Weine vermarkten. Reiseplaner und -Leiter Hansruedi Moor, Stubenrat und Magister der Weinbruderschaft St. Martin zu Zofingen, stellte diesen Slogan über die Einladung, die er den Gesellen und Magistern zur Fahrt an den Vierwaldstättersee zustellte. Magister Reini Bachmann berichtet:

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Weinbau Karl und Conny Sigrist, Meggen

Abfahrt in Zofingen war um 9 Uhr vorgesehen. Hardy Lerch, der beliebte Chauffeur des Carunternehmens Zimmerli, Oftringen, konnte mit 32 reisefreudigen Weinfreundinnen und Weinfreunden jedoch schon um 8.50 starten. Diese Pünktlichkeit des Stubenrates, Gesellen und Magister der Weinbruderschaft St. Martin ist beispielshaft. Die Fahrt durch Luzern Richtung Meggen verlief flüssig, so dass die Gesellschaft rechtzeitig im Weingut Letten in Meggen ankam. Mit dem süffigen Schaumwein "Conny" wurde die Gesellschaft von Karl Sigrist auf der Terrasse mit prächtigem Blick auf den See und auf die Berge herzlich empfangen. Karl Sigrist stellte seinen Betrieb vor. Der Landwirtschaftsbetrieb geht auf das Jahr 1804 zurück. Früher wurde am Vierwaldstättersee viel Obst angepflanzt. Familie Sigrist verwertete eigene und fremde Früchte zu Obstsaft. Nachdem der gewerbliche Saftbearbeitungsbetrieb Ende des zwanzigsten Jahrhunderts zurückging, entschloss sich Familie Sigrist, Reben anzupflanzen. Am 25. Mai 1991 wurden mit vielen Helfern auf 1,2 ha Fläche 6000 Reben gesetzt: Je ein Drittel Riesling x Sylvaner, Blauburgunder und Garanoir. Im Jahre 2003 wurden zusätzlich noch Sauvignon Blanc angepflanzt. Auf die Sorte Garanoir ist Karl Sigrist besonders stolz. Er gehörte zu den ersten Winzern, die diese Neuzüchtung der Eidgenössischen Forschungsanstalt Changins für einen Pflanzversuch erhielten. Garanoir und Gamaret sind Neuzüchtungen vom Önologen André Jaquinet, der am ANAV-Kongress 2000 in Neuenburg den ersten Prix ANAV erhielt. Vor einigen Jahren tranken die Schweizer viel Beaujolais. Jaquinet setzte sich zum Ziel, eine frühreife Sorte zu schaffen, die sich vom Pinot noir abhebt und dem Schweizer einen Beaujolais-Ersatz bietet. Er kreuzte Gamay als Vater mit der deutschen Weissweinzüchtung Reichensteiner (von der Forschungsanstalt Geisenheim) als Mutter. Vom Sämling B28 wurde der Garanoir und vom Sämling B13 der Gamaret vermehrt. Nebst dem Garanoir-Schaumwein, den Karl Sigrist auf den Namen seiner Frau Conny taufte, benützt er die Sorte auch als Cuvée-Partner für seinen Rotwein. Nach einem Rundgang durch die Reben und den Keller erklärte Sigrist seine zwei modernen Brennhäfen und die Destillation von Marc und Branntwein. Zurück auf der Terrasse kredenzte er seine Weine: Riesling x Sylvaner 2003, Rosé de Garanoir 2003 sowie die Cuvée Pinot noir und Garanoir (Megger Barrique) 2002. Drei sauber gekelterte Weine, die überzeugten. Mit dem traditionellen Aargauer Weinkarton dankte Stubenmeister Willi Spürgin für die aufschlussreiche Degustation.


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Weingut Toni und Ursula Ottiger, Kastanienbaum

Stau herrschte im Zentrum Luzerns, als der Car Richtung Horw aufbrach. Mit einer Stunde Verspätung genossen die Weinfreundinnen und Weinfreunde das Fischmenü auf der Terrasse des Seehotels Kastanienbaum. Gut zur Verdauung war der anschliessende Spaziergang zum Weingut von Toni und Ursula Ottiger. Auch hier die herzliche Begrüssung mit einem Glas Schaumwein, eine Assemblage der Sorten Muscat Oliver und Blauburgunder. Beim Rundgang durch die mustergültig gepflegten Reben, erklärte Toni Ottiger, wie er als Quereinsteiger zum Rebbau gekommen ist. 1981 erhielt er vom Besitzer des Rebgutes Rosenau, der damals mit dem biologischen Anbau nicht den nötigen finanziellen Erfolg erzielte, eine Anfrage, ob er die Reben übernehmen möchte. Ottiger sagte zu und in den nachfolgenden Jahren stockte er die Rebfläche auf. Der Sortenspiegel heute: Riesling x Sylvaner, Muscat Oliver, Pinot gris, Sauvignon blanc als weisse und die roten Sorten Pinot noir, Garanoir, Dornfelder und Regent. Total der Rebfläche 3,5 ha. Die Trauben werden im eigenen Keller gekeltert, zusätzlich werden noch Trauben von rund 4 ha von andern Winzern verarbeitet. Die Degustation begann mit einem Riesling x Sylvaner 03. Anschliessend schenkten Ursula und Toni Ottiger "Le Blanc" 03 ein, der als Luzerner Cuvée vermarktet wird. Die Cuvée besteht aus je 50% Ablaufsaft von Pinot gris und Pinot noir. Nach der gemeinsamen Gärung erfolgte der Ausbau in gebrauchten Barriques mit Battonage. Der Blauburgunder Rosenau 03 stammt von 40 Jahre alten Reben. "Le Rouge" 03, Luzerner Cuvée, wurde assembliert aus Garanoir, Regent und Pinot noir mit Barrique-Ausbau. Eine ganz besondere Spezialität ist der Rosenauer Süsswein. Pinot noir Trauben wurden in Kistchen gelesen und an der Sonne getrocknet bis sie 160 Grad Oechsle aufwiesen. Muscat Oliver und Pinot gris kamen ins Tiefkühlhaus und wurden auf -20 Grad Celsius abgekühlt. Nach der Pressung wurde der Saft gemeinsam vergoren und bei 65 Oechsle gestoppt und filtriert. In die Flasche abgefüllt wurde ein Süsswein mit 135 g Restzucker und 11 g Gesamtsäure. Mit seinen Weinkreationen beweist Toni Ottiger, dass er als Winzer und Weinkelterer alle Register zu ziehen versteht. Zum Abschluss servierte er seine Edeldestillate Muscat-Marc und Le Doux, Marc de Rosenau. Stubenmeister Willi Spürgin dankte Toni und Ursula Ottiger für die spannende Degustation, lobte die mit Herzblut und Liebe erfolgte Präsentation, und überreichte ihnen einen Karton Wein aus dem Kanton Aargau.


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Gut angekommen in Zofingen erhielt Stubenrat Hansruedi Moor einen kräftigen Applaus für die erlebnisreiche Reise an den Vierwaldstättersee.

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