Warning: Parameter 3 to WeinEinladungHook() expected to be a reference, value given in /home_pr5/w/e/weinfreundestmartin.ch/htdocs/w/includes/parser/Parser.php on line 3333
Weine aus der Region Bielersee – Weinbruderschaft

Weine aus der Region Bielersee

Aus Weinbruderschaft

Wechseln zu: Navigation, Suche

50 Jahre Weinbruderschaft St. Martin zu Zofingen 1959-2009 / Jubiläums-Jahresprogramm 2009

In der Weinbauregion Bielersee begegnen sich die Romandie und die Deutschschweiz mit ihren Kulturen und Lebensstilen. Der Stadt stehen ländliche Strukturen gegenüber. Die ruhige Fläche des Sees geht unvermittelt in die steilen Hänge des Jurasüdfusses über.

Das alles spiegelt sich in der Vielfalt der Weine und der Verschiedenartigkeit der Rebsorten wider. Wie ein päpstliches Schreiben von 866 n. Chr. belegt, wird am Bielersee seit über 1000 Jahren Wein angebaut. Nachdem im Mittelalter vor allem Abteien und Klostergemeinschaften Weingüter unterhielten, übernahmen nach der Reformation Patrizierfamilien aus Bern das Zepter. Sie alle erkannten die Vorzüge der einzigartigen Lage und des milden Klimas. Die geistlichen Herren und die Berner Patrizier sind Geschichte, aber die kleinen Winzerdörfer haben sich ihren Charakter und ihre Tradition bewahrt.

thumb

Insgesamt stehen am Bielersee gut 220 ha Reben im Ertrag. Die Winzer hier sind eigenständige, mit ihrer Region verbundene Charaktere. Für die Pflege ihrer Reben nehmen sie sich Zeit, wissen Tradition und Moderne zu vereinen und sind auch Experimenten gegenüber aufgeschlossen. So kultiviert praktisch jeder der rund 80 Winzer seine eigenen Chasselas und pflegt gleichzeitig Spezialitäten und Raritäten. Insgesamt haben am Bielersee über 40 Rebsorten eine Heimat gefunden. Trotz der grossen Vielfalt ist doch allen Weinen des Sees gemeinsam, dass Typisches im Vordergrund steht. Die Weine werden mehrheitlich Sortenrein gekeltert, Assemblagen sind die Ausnahme. Die schonende Behandlung bei der Lese, beim Keltern und im Ausbau lässt frische, fruchtbetonte Weine entstehen. Sie bestechen durch Klarheit, Charakter, Eleganz und sind sehr bekömmlich.

Praktisch alle Weingüter des Bielersees sind Familienbetriebe. Bei einer typischen Betriebsgrösse von 3 ha werden die meisten Weine direkt ab Keller verkauft.

Text aus: "Ein See und seine Weine", Rebgesellschaft Bielersee




Rückblick

Bielersee oder Lac de Bienne?

Der Bielersee liegt auf 430 Metern über Meer und ist neben dem Neuenburger und dem Murtensee einer der drei berühmten Seen des Jurasüdfusses. Steile Hänge bilden sein rechtes Ufer, wo sich malerische Dörfer in die mit Rebbergen besetzten Hügel drapieren und sehr viel Tradition und Behäbigkeit ausstrahlen. Die Weinbauregion Bielersee ist aber auch der fliessende Übergang der Romandie in die Deutschschweiz, die ausgeprägt mit ihren Kulturen und Lebensstilen hier ineinander verschmelzen.

Eine Vielfalt von Weinen und Rebsorten sind auf den beiden AOC-Rebgebieten zu finden. Das linke Seeufer ist von Kalk- und Lehmböden geprägt, während das rechte Seeufer eher mit Lehm- und Sandsteinböden aufwartet und entsprechend schwerere Weine produziert. Im Kanton Bern dürfen nach heutigem Weingesetz rund 40 verschiedene Rebsorten angepflanzt werden. Am Bielersee sind jedoch die Hauptsorten Gutedel (Chasselas) mit 44% (vor 30 Jahren waren es noch 80%!), gefolgt vom Blauburgunder (Pinot Noir) mit 37%. Die Spezialitäten im Grössenbereich zwischen je 2-4% sind Chardonnay, Grauburgunder (Pinot Gris), Sauvignon Blanc und RxS, andere meist interspezifische Sorten bilden weniger als 1% des Anbaus. Dass die Sorten Gutedel und Blauburgunder sich hier so wohl fühlen, ist auf das milde Klima und die ideale Lage für mittelfrühe Rebsorten zurückzuführen, die Lagen von 440 - 550 m.ü.M bevorzugen.

Wahrscheinlich waren schon die Römer die ersten Rebbauern der Region Bielersee. Sicherlich wurden aber seit 866 am Bielersee Reben angebaut, wie ein päpstliches Schreiben an das Kloster Moutier belegt. Durch Bestrebungen Karls des Grossen den Weinanbau allgemein zu fördern, wurden insbesondere aber auch im Mittelalter vor allem von Abteien und Klostergemeinschaften über Jahrhunderte Weingüter unterhalten. Nach der Säkularisierung der Klöster in der Reformationszeit (1528) übernahmen der Kanton Bern, die Stadt Bern, Berner Patrizierfamilien und das Berner Burgerspital die Güter und liessen auch weiterhin die Reben rund um den Bielersee pflegen, denn sie erkannten die Vorzüge der wunderschönen Landschaft und die bekömmlichen Weine. Doch geistliche Herren und Berner Patrizier sind heute Geschichte. Als nämlich der aus Amerika eingeschleppte Mehltau und die Reblaus ihr Unwesen trieben und dazu noch finanzielle Schwierigkeiten auftauchten, behielt die Stadt Bern 22 ha, der Rest wurde an Rebbauern verkauft.

2009 bielerseeWSps.jpg 2009 bielerseeStilleben.jpg 2009 bielerseeGespraeche.jpg

Heute stehen am Bielersee gut 220 ha Reben und die Winzer sind eigenständige, mit ihrer Region stark verbundene Fachleute und Weinbauernfamilien, die sich für die nicht sehr einfache Pflege ihrer Reben viel Zeit nehmen. Der Rebschnitt, die Pflege der Reben, die sorgfältige Lese in den Steilhängen und die Kelterung und Kellerpflege, dies alles bedeutet grosse Arbeit und Hingabe zum Wein. Die meisten Rebsorten werden sortenrein gekeltert und jeder Familienbetrieb hat seine Weine mit Charakter.

Kein geringerer als der ausgewiesene Fachmann, Weinbauer Peter Schott-Tranchant aus Twann, präsentierte den 64 interessierten Anwesenden die wunderschöne Landschaft in einer Dia-Show, untermalt mit den wichtigsten Informationen über die Region, die Rebsorten und seine Weine. Die Schotts pflegen rund 3 ha Rebberg an schönster Lage und bauen hier 5 verschiedene Sorten an, aus welchen 9 Weine gekeltert werden.

2009 bielerseeLady.jpg 2009 bielerseePBnase.jpg 2009 bielerseeNaseFranz.jpg

Als erstes zeigte er den Gutedel und den Gutedel Sélection Schott, helle klare Weine mit feiner blumiger Nase und wunderschönem rassigen Körper mit Eleganz. Der Oeil de Perdrix zeigte sich in heller lachsfarbener Robe, feiner Nase und herrlichem Abgang. Die zweite Reihe war an den Spezialitäten: Der Sauvignon Blanc bestach durch helles Grünlich-Gelb, einer phantastischen Aromatik und einer Eleganz mit super Säurestruktur und vollendeter Harmonie. Das Mikroklima der Schottschen Reblagen bekommt auch ihrem Pinot Gris sehr gut. Rasse, kräftige Aromatik und Harmonie - er liesse sich spielend mit "Bleu" vermählen. Chardonnay ist eine Rebsorte, die allgemein Hitze schlecht verträgt. Das milde Klima am Bielersee bekommt ihr sehr wohl und die 6 Monate in der Barrique geben ihm einen betörenden "Finish". Alle diese Weine haben Jahrgang 2007. Der Pinot Noir und der Pinot Noir Réserve, beide Jahrgang 2006, beeindruckten durch funkelndes Rot, duftiger Nase, einem wunderschönen Bouquet und "beerig-nussigem" Abgang.

Peter Schott hat uns mehr als nur eine Weinbauregion näher gebracht. Seine überaus sympathische Art, seine Ruhe ausstrahlende Professionalität und seine Ausführungen über seine Weine, haben uns nicht nur beeindruckt, die Region Bielersee hat unsere Herzen im Nu erobert! Es war ein echt tolles Erlebnis!


2009 bielerseeWSpsNah.jpg 2009 bielerseeWS.jpg

Die Frage Bielersee oder Lac de Bienne? wird nicht mehr gestellt - eines unser nächsten Ausflugsziele führt in die Region der Seen am Jurasüdfuss! Seit dem ANAV-Kongress 2008 kennen wir den Weg!

Persönliche Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Werkzeuge