Weine aus dem Veltlin

Aus Weinbruderschaft

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Der Veltliner ist ein Wein voller Vorurteile. Viele kennen ihn nur als billigen "Pfiff" im derben Glas. Markennamen wie "Flüssige Sonne" und "Mir isch gliich" machten sein Image auch nicht besser. Der Weinhandel setzte auf Massenkonsum - und vernachlässigte die Lagenweine. Die Wirklichkeit jedoch ist anders: Hervorragende Lagen, gepflegte Reben, edle Nebbiolo-Trauben und die Geduld, den Wein reifen zu lassen, machen diesen wohlfeilen Wein schon fast zum Geheimtip...(so das Vorwort von Rudolf German zu einem Veltlin-Bericht im Vinum 9/83.)

Inhaltsverzeichnis

Das Veltlin

Das Tal des Adda, erstreckt sich von seiner Quelle in der Ortlergruppe bis zu seinem Eintritt in den Comersee. Es ist ein Voralpental, das nach dem Lauf der Sonne orientiert ist und nicht zuletzt deshalb mit dem Wallis viele gemeinsame Merkmale besitzt. Nahezu vierzig Kilometer lang erstreckt sich die zentrale Rebzone des Veltlin, in welcher die Valtellina-Weine erzeugt werden. Auf schmalen Terrassen an steilen Südhängen angebaut, profitieren die Reben von der günstigen Lage des Tales von Ost nach West. Die umliegenden Gebirgsketten schützen das Gebiet vor den kalten Nordwinden und den feuchtwarmen Südwinden. So ist ein bevorzugtes Mikroklima entstanden, in dem die Sonneneinstrahlung unter anderem Körper und Bouquet dieser Weine günstig beeinflusst.

Das Hauptmerkmal

des Weinbaus im Veltlin ist die Art der Weinberge; es sind von Menschenhand auf die Berghänge getragene winzige Erdmengen, die von kleinen Mauern eingefasst und gestützt werden. Das bringt grosse Schwierigkeiten und Mühen für die Landbearbeitung, den Material- und Traubentransport mit sich. Alles wird von Hand ausgeführt, mit hohem Arbeits- und Kostenaufwand; die Ergiebigkeit ist im Vergleich dazu gering, die Qualität aber hervorragend. Die Weinproduzenten des Veltlin verbinden die Tradition mit dem technischen Fortschritt. Eine aufmerksam verfolgte Weinbereitung, Gärung und Ausbau, sowie eine genügend lange Lagerung in tiefen, stillen Kellern, tragen zur Qualität dieser hervorragenden Weine bei, die schon Leonardo da Vinci mit folgenden Worten beurteilte: Vini potenti e assai.


Rückblick

Der Referent Rolf Gremlich, seines Zeichens Präsident der ANAV-Sektion "Weinfreunde Engadin", hat seine profunden Kenntnisse über die Veltlinerweine sehr sympathisch und auf eindrückliche Art und Weise weitergegeben.

Traubensorten


Unbekannter Weisswein

Den Reigen der Veltliner eröffnete der Weisswein "Vigneto Ca' Brione", welcher mit seiner aromatischen Fruchtigkeit und gefälligen Säure eine angenehme Lebhaftigkeit zu vermitteln mochte. Er wird aus Nebbiolo-, Chardonnay- und Sauvignon-Trauben gekeltert und hat im Nu die Sympathien der Anwesenden erobert.


Höhepunkte von Rotweinen

In der zweiten und dritten Serie zeigte R. Gremlich mit Grumello, Sirano und Virtù der Jahrgänge 1996 und 1997 Nebbiolo-Klassiker. Mit Prestigio und Il Centenario wurden "moderne" Vertreter der Valtellina-Reihe vorgestellt, welche sich harmonisch und fruchtig präsentierten. Die Reben stammen grösstenteils aus Klonselektionen und das lange Reifen der Trauben konzentriert in den Beeren Extrakt und Süsse, was ihnen einen ausgeprägten Charakter gibt. Sforzato oder Sfursat hat für die Einwohner des Veltlins eine ganz besondere Bedeutung. Der mächtige Wein wird aus getrockneten Trauben zubereitet und erreicht einen Mindestalkohol von 14.5 Grad. Damit verträgt er einen hohen Säureanteil (6-7 g/l), die dem Wein sein Bouquet lässt und ihn über alle anderen Strohweine hinausragen lässt. Die "Sforzati" der Weinproduzenten Plozza, Balgera, Bettini, Negri, Fratelli Triacca und Conti Sertoli Salis wussten durch ihre würzige, tief aromatische und extraktreiche Komplexität zu begeistern.


Der grosse Applaus und die Begeisterung der Degustationsteilnehmer waren ein Zeichen des Dankes an den Referenten. Rolf Gremlich gelang es hervorragend eine neues Bild über die Vini della Valtellina zu zeichnen.

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