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Weine aus dem Südtirol – Weinbruderschaft

Weine aus dem Südtirol

Aus Weinbruderschaft

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Degustation mit Andreas Keller, Zürich

Nachdem die letzte Degustation zu diesem Thema bereits 7 Jahre zurückliegt, und unsere Südtirol-Reise vor der Tür steht, finden wir die Gelegenheit angebracht, uns wieder einmal mit den Weinen aus dem Südtirol zu befassen. Anfangs März fanden sich in Zürich 27 Spitzenvertreter des Südtiroler Weinbaus, um die Schätze ihres Terroirs zu präsentieren. Sie boten Gelegenheit, die faszinierende Welt der Südtiroler Weine, die sich wohltuend vom globalen Mainstream abhebt, zu entdecken.

Wir freuen uns sehr, dass wir den Organisator und Leiter dieses Anlasses, Herrn Andreas Keller, seines Zeichens Weinjournalist, Chefredaktor des "marmite" und früher langjähriger Chefredaktor des "Vinum" gewinnen konnten, uns die berühmtesten Rebsorten Südtirols zu präsentieren.

Es handelt sich bei diesen, im Südtirol heimischen Rebsorten um den Gewürztraminer, den Vernatsch und den Lagrein. Der würzig-aromatische Gewürztraminer wurde zwar bereits vor über tausend Jahren in Tramin kultiviert, doch scheint sein Geburtsort nach allerneusten Untersuchungen in den Rheinlanden zu liegen. Liebhaber schätzen nebst dem einzigartigen Rosenduft den vollen Körper sowie die komplexe, harmonische Struktur. Der in vielen Spielarten vorkommende Vernatsch ist die wichtigste Südtiroler Sorte. Wie ihr in Deutschland gebräuchliches Synonym Trollinger (abgeleitet von Tirolinger) vermuten lässt, dürfte sie autochthonen Ursprungs sein. Die von Natur aus sehr produktive Sorte vermag bei strenger Mengenregulierung hellrote, elegante Weine hervorzubringen, die unverkennbar nach Kirschen und Mandeln duften und einen harmonischen Körper mit frischer Säure und feinherben Gerbstoffen aufweisen. Der farbstoffreiche Lagrein, der früher vor allem als Verschnittwein geschätzt wurde, erlebt in jüngster Zeit einen grossen Aufschwung, nachdem zahlreiche Produzenten sein Qualitätspotential erkannt haben und aus dieser ebenfalls autochthonen Sorte heute tiefdunkle, charaktervolle Weine mit geschmeidigem Körper, saftiger Säure und kräftigen, gut eingebundenen Gerbstoffen keltern.

Eine aussergewöhnliche Begegnung mit dem Südtirol und seinen Weinen steht allen Interessierten bevor.


Inhaltsverzeichnis

Rückblick

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Rebbau und Weinproduktion

Am Südrand der Alpen liegt eines der kleinsten Weinbaugebiete Europas: Südtirol (italienisch "Alto Adige"). In Höhen von 200 bis 900 m ü.M. findet auf knapp 5000 ha eine seltene Vielfalt an Reben optimale Wachstumsbedingungen. Die Sortenvielfalt ist das Ergebnis des aussergewöhnlichen Zusammenspiels von Klima- und Bodenbeschaffenheit. In acht abgegrenzten DOC-Gebieten trägt eine Vielzahl edler Gewächse das Prädikat der ursprungsgeschützten Qualitätsweine. Ähnlich wie im Wallis (übrigens halten viele Vergleiche stand) gibt es auch hier autochthone Sorten. Die berühmtesten sind Vernatsch, Lagrein und Gewürztraminer.

Der Hauptanteil der angebauten Weine (2/3) sind rote Sorten.Leider hat das Südtirol für eine grosse Zahl von Weinkennern (wie figura übrigens zeigte - es waren relativ wenige Teilnehmer zum hochkarätigen Vortrag mit Degustation erschienen) mit massiven Imageproblemen zu kämpfen. Die meisten "kennen" zwar den Kalterer oder den Magdalener aus früheren Zeiten - vergessen jedoch ganz, dass auch in diesem Weingebiet viel und hart gearbeitet wurde. Nach dem berühmten neuesten "Gambero Rosso", Italiens Feinschmecker-Bibel, ist das Südtirol zum Top-Weinbaugebiet erklärt worden, hat doch kein anderes Gebiet in Italien so viele hervorragende und hoch benotete Weine zu verzeichnen, wie eben das Südtirol. Dass es dabei auch sehr "modische" und sehr teure Weine gibt, erstaunt weniger, denn wer dem Piemont, dem Chianti Classico oder gar dem Montalcino den Rang abläuft, muss doch etwas zu bieten haben, oder?

Mit viel Sachwissen, Liebe zum Detail und grösster Sorgfalt Andreas Keller, einer der kompetentesten Referenten und profunder Weinkenner - auch der Südtiroler Weine - hatte eine äusserst spannende und lehrreiche Degustation vorbereitet. Die Weinproben wurden alle "verdeckt" eingeschenkt, blind verkostet, mit den Tischnachbarn diskutiert und nach Beliebtheitsstufe eingereiht.


Und so präsentierte sich die Degustation

Die erste Serie Weine bestand aus Weissburgundern, die sich im zartgelben, seidenen Kleid mit viel Rasse und Klasse präsentierten. Die Burgunderreben wachsen seit über 100 Jahren in dieser Region und die Qualität, die sie hervorbringen ist überragend.

In einer zweiten Serie kamen die Gewürztraminer zum Zug, die sich als trockene(!), rassige und nervige Weine präsentierten. Ganz unerwartet - nach den Clichée-Vorstellungen der meisten…

Die Serie 3 bestand aus einer roten Sorte, die rubin bis tiefrot im Glas funkelte, mit Kirschenaromen und Mandelgeschmack aufwartete und die Blindverkoster echt mit Eleganz und Finesse betörte - es war die Reihe der Vernatsch oder auch Trollinger (Tirolinger) Rebe. Diese wird im überaus typischen Pergelbau gezogen und prägt die Landschaft ganz speziell. Die Vernatsch gilt als die meist verachtete rote Rebsorte, doch die Degustierenden waren begeistert und allesamt revidierten sie ihr Urteil. "So elegant und so ansprechend … ist das wirklich Wein aus Vernatschreben?"

Und schliesslich die Serie 4 aus Weinen der Sorte Lagrein (alle Riserva), die in tiefroten Samt-Roben auftanzten, warm und saftig durch den Gaumen kullerten und eine lang anhaltende Wärme ausstrahlten. Kaum eine andere Sorte soll sich besser zu Saucen-Gerichten eignen, und als Geheimtipp verrät uns der Referent seine Vorliebe der Lagrein zu Wildgerichten. Die Riserva-Weine werden übrigens zwei Jahre im Fass ausgebaut.


Fazit

Der Abend hinterliess sichtbar seine tiefen Eindrücke und man war sich einig, dass einmal mehr die Binsen-Weisheit zum Tragen kam "Les absents avaient tort!". Diejenigen, welche demnächst ins Südtirol reisen werden, dürfen sich freuen. Es wartet ein Kleinod südlich der Alpen! Natürlich ist es Andreas Keller zu verdanken, dass die Optik fürs Südtirol neu eingestellt wurde! Was ihm äusserst gut gelungen ist! Herzlichen Dank!

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