Vertikal Degustation Château Villars

Aus Weinbruderschaft

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Liebe Weinfreunde


Im Wonnemonat Mai reisten die Zofinger Weinfreunde an den Genfersee. Bei herrlichem Auffahrts-Wetter besuchten die Reisenden die Cave de Genève, Domaine de Fischer (La Cote) und Domaine Bovy (Lavaux). Den Rückblich auf die drei wunderschönen Tage am Genfersee können sie nachlesen auf unserer Webseite: http://www.weinfreundestmartin.ch/site/Genfersee-Reise

Den ANAV Kongress 2016 in Lenzburg besuchten 250 Weinfreunde aus der ganzen Schweiz. Die vielen positiven Äusserungen der Teilnehmenden bestätigen den tollen Anlass im Aargau. Eindrücke vom Kongress finden sie im Ami du Vin 2/2016.

In unseren Breitengraden sind die Tages- und Nacht-Temperaturen regelmässig höher als noch vor dreissig Jahren. Die Natur muss sich den veränderten Bedingungen anpassen, wie wir uns Menschen auch. Die vor einigen Jahren aufgetauchte Kirschessigfliege KEF (Drosophila suzukii) hat die Kirschen kurz vor der Ernte auch dieses Jahr heimgesucht. Für die Trauben könnte die KEF ebenfalls Auswirkungen haben. Nach dem Spätfrost im April, dem Mehltau und dem KEF-Befall, könnte dieses Jahr die Traubenmenge in verschiedenen Gegenden um einiges kleiner ausfallen. Für die Weinbauern wird es sicher kein einfaches 2016 werden. Warten wir ab und ziehen nach der Ernte Bilanz, was für Weine wir im nächsten Jahr geniessen dürfen.

Im Jahr 2008 durften wir eine Vertikal Degustation von französischen Bordeaux Weinen aus dem Weinbaugebiet Fronsac erleben. Evelyne und Max Gloor organisierten zehn Weine der Jahrgänge 1996 – 2005 aus dem Château Villars.

Wie haben sich die Weine der neueren Jahrgänge entwickelt? Zur Beantwortung dieser Frage bringen uns Evelyne und Max Gloor aus ihrem Weinkeller wiederum zehn Weine der Jahrgänge 2003 – 2012 mit. Die Château Villars Weine werden wiederum von Lukas Anliker aus dem Weinhaus Riegger vorgestellt.


Frankreich, Bordeaux, Fronsac, Château Villars

Das Französische Weinbaugebiet Fronsac liegt in der Weinbauregion Bordeaux, westlich der bekannten Appellationen Saint-Émilion und Pomerol. Château Villars ist in der siebten Generation im Besitz der Familie Gaudrie. Thierry Gaudrie, Önologe, hat von seinem Vater die Alleinverantwortung für die 29 ha Rebfläche des Musterguts übernommen. Leider kann Thierry Gaudrie an unserer Vertikal Degustation in Zofingen nicht anwesend sein. Seit über zwanzig Jahren hat sich die Qualitätsentwicklung der Weine auf Château Villars an den Regeln der modernen Önologie orientiert. In dieser Zeit ist das Gut zu einem der wegweisenden Produzenten der Appellation Fronsac geworden.

Die Rebflächen von Château Villars liegen auf den Hügeln des Isle-Tals, sind südwestlich ausgerichtet und bestehen aus Lehm-Kalk-Böden. Diese Art von Terroir ist besonders geeignet für Weine mit grosser aromatischer Finesse in der Nase und bemerkenswerter Eleganz im Gaumen.

Verantwortlich dafür sind die Bordeaux typischen Rebsorten Merlot, Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon, welche in dieser Weinbaugegend hervorragend gedeihen. Die alten Rebstöcke liefern einen niedrigen Ertrag, was der Konzentration des Weines zugutekommt. Diese Tropfen machen schon in der Jugend viel Spass zum Geniessen.

Die Qualität des Weines hat sich gemäss verschiedenen Quellen in den letzten zwanzig Jahren enorm gesteigert!

Diese Aussage möchten wir an unserer Vertikal Degustation unter die Lupe – oder besser unter die Nase und in den Gaumen – zu nehmen. Mit Lukas Anliker vom Weinhaus Riegger, Birrhard konnten wir einen erfahrenen Weinfachmann und versierten Degustator gewinnen. Er wird die Weine kommentieren und mit seinem Hintergrundwissen kann er einiges neues zu den Kelterungsmethoden auf dem Weingut Château Villars berichten.



Einladung zur Bordeaux Vertikal Degustation Château Villars Jahrgang 2003 - 2012

am Freitag, 9. September 2016 um 19.30 Uhr im Hotel Zofingen, Zofingen

Durch den Abend führt uns Lukas Anliker

Der Unkostenbeitrag beträgt für Mitglieder CHF 70.— und für Gäste CHF 80.— pro Person.

Im Preis eingeschlossen sind die Weine, das Mineralwasser und der Imbiss am Schluss der Degustation.

Anmeldung schriftlich bis spätestens Freitag, 2. September 2016 per E-Mail an: ahaller@swissonline.ch

Bitte bringen Sie Ihre Degustationsgläser mit! Für Gäste stehen Gläser zur Verfügung.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und wünschen Ihnen einen interessanten und genussreichen Abend.


Rückblick

Bordeaux Vertikal Degustation - Château Villars, Fronsac, Jahrgang 2003 – 2012,

im Hotel Zofingen am 9. Sept. 2016 mit Lukas Anliker, Weinkellerei Riegger AG, Birrhard Bericht geschrieben von Theres Zimmermann

Unser Stubenmeister Alex Haller begrüsst die Weinfreunde, die trotz schönem Wetter ihren Weg ins Hotel Zofingen an die Bordeaux-Vertikal-Degustation gefunden haben. Zu verdanken haben wir diesen Anlass unseren Mitgliedern Evelyne und Max Gloor die seit über 20 Jahren eine Passion für das Bordeaux und seine Weine pflegen. Auf der Suche nach einem zahlbaren Pendant zu Saint-Emilion oder Pomerol sind sie vor 20 Jahren auf das Château Villars westlich von Saint-Emilion gestossen. Bei ihrem ersten Besuch vor 20 Jahren wurden sie von der Mutter des heutigen Besitzers eher unfreundlich empfangen. Aber sie haben sich nicht abschrecken lassen, denn das Produkt hat sie überzeugt und sie sind mittlerweile mit der Besitzerfamilie befreundet. Über die letzten Jahre haben sie regelmässig Wein vom Chateau Villars eingekauft und gelagert und so steht uns heute eine lückenlose Reihe der Jahrgänge 2003 bis 2012 zum Degustieren zur Verfügung. Wir sind jetzt alle gespannt zu erfahren, wie sich die Qualität des Weines in den letzten Jahren entwickelt hat.

Durch die Degustation führt uns Lukas Anliker, Einkaufsleiter Bordeaux für das Weinhaus Riegger. Das Bordeaux ist ihm seit vielen Jahren sehr vertraut und er betrachtet es mittlerweile als seine 2. Heimat. Das bezeugen auch die vielen Begebenheiten und Anekdoten mit denen er die folgende Degustation bereichert. Zum Einstieg offeriert uns Lukas Anliker einen Clos Marsalette, 2013 vom Weinhaus Riegger. aus Sauvignons Blanc, Sémillion, und Muscat der mit Aromen von weissem Gartenpfirsich und Aprikose besticht. Ein idealer Begleiter zu Fisch, Meeresfrüchten, VitelloTonnato oder auch zu einem Kottelet.

Danach folgen die Château Villars, nicht etwa in chronologischer Reihenfolge, sondern gruppiert nach den speziellen Eigenschaften der jeweiligen Jahrgänge. Alle Jahrgänge enthalten Merlot, Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon.

Bei diesem Vergleich handelt es sich um 2 schwierige Jahrgänge, das Wetter war nicht opportun. Trotzdem ist der Unterschied frappant. Während der 2007 würzig und eher dünn mit verhaltenem Cassis daher kommt ist der 2011 von einer würzigen Fruchtigkeit geprägt und erinnert an schwarze, kandierte Früchte.

Hier handelt es sich um Klassiker. Alkohol, Gerbstoffe und Säure sind gut ausbalanciert und verleihen ihnen Eleganz. Während beim 2004 dunkle Beeren den Ton angeben, sind es beim 2008 Vanille und Gewürzen und beim 2006 würzige Trüffelnoten. Auch wenn der 2004 seinen Höhepunkt schon überschritten haben soll kommt er bei den Anwesenden recht gut an.

Zwei grosse Jahrgänge mit viel Hitze und Trockenheit. 2003 präsentiert sich mit würzigem Cassis und 2005 mit Himbeer- und Brombeeraromen. Beides sind sehr reife Weine.

Alkohol, Gerbstoffe und Säure sind bei allen ausgewogen. Während 2009 Aromen von reifen Früchten und Gewürzen ausweist sind es beim 2010 Kirsche, Pflaume und Tabak. Der 2012 hält seine Aromen noch etwas unter Verschluss. Hier handelt es sich um Top-Jahrgänge mit Lagerpotenzial, die gerne noch etwas ruhen dürfen.

Die Degustation ergänzt Lukas Anliker laufend mit Ausführungen zu Rebstock und Traube, geographischer Lage, Klima, Bodenbeschaffenheit und Handelsgeschichte des Bordelais. Er kommt auch auf die hohen Preise zu sprechen die weniger mit der Qualität als vielmehr mit der Marketing-Strategie der einzelnen Châteaux zu tun hat.

Wir erfahren auch, dass die Bordeaux-Flasche ihre Form und Grösse den Zisterzienser-Mönchen zu verdanken hat. Bei ihnen galt diese Flasche als Mass für den Wein der einem Mönch zum Essen zustand. Dass diese Menge pro Person auch heute im Bordelais noch ihre Berechtigung haben kann unterstreicht er mit dem Beispiel von geschäftlichen Mittagessen mit Weinproduzenten wo diese Menge regelmässig ohne weiteres bewältigt wird.

Zum Schluss betont Lukas Anliker noch die positiven Effekte, die der Wein auf unsere Gesundheit haben kann, sofern er wie ein Genussmittel massvoll konsumiert wird. Er weist auch darauf hin wie wichtig es ist sich Zeit für den Wein zu nehmen, denn dann trägt er automatisch auch zur Entschleunigung im Alltag bei.

Anschliessen bedankt sich Alex Haller bei Lukas Anliker für seine interessanten und sehr kompetenten Ausführungen und bei Evelyne und Max Gloor für den Einkauf und die Einlagerung des Weines der diese Degustation erst ermöglicht hat. Er übergibt beiden je einen Regent und einem Zweigelt aus dem Hölzli Rothrist, gekeltert in Küttigen und erst grad diese Woche frisch abgefüllt!

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