Unbekanntes Piemont

Aus Weinbruderschaft

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Seit unserer letzten Degustation mit Weinen aus dem Piemont im Januar 1997 ist dort, in einem der wichtigsten Weinanbaugebiete Italiens vieles passiert und in Bewegung geraten. Die Entwicklung hat auch hier nicht halt gemacht. Positive und negative Schlagzeilen wechseln sich in regelmässiger Reihenfolge ab. Immer wieder konnten wir darüber hören und lesen.

Lassen wir doch unseren Referenten zu Wort kommen und seine Überlegungen zu diesem Thema hören: „Warum unbekanntes Piemont? Unser südlicher Nachbar ist uns Schweizern doch bestens bekannt, .....oder vielleicht doch nicht? Gibt es auch für den Piemontkenner noch neues, interessantes zu entdecken aus dem „Lande am Fusse der Berge“. Zu viele Weintouristen rennen in Italien den „3 Bicchieri-Weinen“ nach, weil diese edlen Tropfen vom Gambero Rosso höchstbenotet wurden - müssen diese auch top sein? Es steht mir nicht zu, diese Benotung anzuzweifeln, würde ich auch nicht tun, aber mein Motto ist: „Derjenige Wein, der mit mundet, ist für mich ein guter Wein!

Die Kunst des guten Weinkaufs besteht darin, Weinproduzenten und deren Weine zu finden, die dieselben Trauben, aus den gleichen Lagen und fast eine identischen Weinbereitung verwenden, wie die bekannten Grössen. Nur dass eben diese besagten Weine noch bezahlbar und dadurch auch viel sympathischer sind. Diese Piemont-Degustation soll ganz und gar nicht „technisch“ abgehandelt werden, sondern viel mehr ein Feuer in jedem einzelnen Besucher entfachen für „mein geliebtes Piemont“.

Namen wie „Quatr Nas“, „Anthos“ oder „Val die Preti“ sollen Euch gluschtig“ machen und die Neugierde wecken, diesen hoffentlich unvergesslichen Abend im Kreise der Zofinger Weinfreunde zu verbringen.“ Soweit Urs Bader...


Inhaltsverzeichnis

Rückblick

Pie(d)mont heisst «am Fusse der Berge»

Unbekanntes Piemont darum, weil die Schweizer kennen das Piemont und es macht mich glücklich, Ihnen das Piemont so zu präsentieren, wie wir es schon oft erlebt haben und immer wieder erleben dürfen. Einen 3 Bicchieri-Wein zu kaufen ist keine besondere Leistung, es ist nur eine Frage des Portemonnaies. Angebot und Nachfrage haben die Preise der Baroli in den letzten Jahren drastisch in die Höhe schnellen lassen. Daneben aber gibt es Regionen, oder auch Weinbauern, die sind mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben.

Weintrinken ist ein Erlebnis, Essen (speziell im Piemont) eine Kultur. Heute Abend möchte ich Euch ein ganz klein wenig von dieser Kultur,dieser Begeisterung und dieser Gastfreundschaft mit nach Hause geben in Form dieser Degustation „Unbekanntes Piemont“.


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Was verbindet uns Schweizer mit dem Piemont?

Betrachtet man das Piemont etwas intensiver, stellt sich heraus, dass wir mit dem Piemont viele Gemeinsamkeiten haben: das Piemont ist unser südlicher Nachbar das Piemont hat fast dieselbe Flagge wie die Schweiz der blaue Balken „lambello“ oben in der Flagge bedeutet: die 3 ehemaligen Herrscherfamilien des Piemontes: „gli Angiò, gli Acaja ed i Savoia“ das Piemont lebt zu einem grossen Teil vom Tourismus das Piemont, speziell die Langhe, hat unzählige Burgen, Schlösser & Türme das Piemont ist auch das Land der Alpen (im Norden die Schweizer Alpen mit dem Matterhorn, im Westen die französischen Alpen mit dem Mont Blanc und im Süden die Seealpen hin zur Ligurischen Küste das Piemont hat auch bedeutende Wintersportstätten ganz zu schweigen von den Gemeinsamkeiten in der Geschichte


Das Piemont (Wein)-geografisch

8 Regionen: Verbania, Biella, Novara, Vercelli, Torino, Asti, Alessandria, Cuneo Turin war die erste Hauptstadt Italiens (das Haus Savoyen herrschte bis 1946) Landfläche 25'400 Quadratkilometer (Schweiz 41'284 Quadratkilometer) 57'487 Hektar Rebfläche 4.5 Mio. Einwohner ab 1996 total 95 DOC-Weine (kontrollierte Ursprungsbezeichnungen), 7 DOCG-Weingebiete: (Asti & Moscato d’Asti, Barbaresco, Barolo, Brachetto d’Aqui oder Aqui, Gattinara, Gavi oder Cortese di Gavi, Ghemme) 1984 erhielten Barolo und Barbaresco als erste die neu geschaffene DOCG. Das Piemont besitzt an der Gesamtweinerzeugung Italiens ca. 6 %.


Das Piemont und seine Geschichte

die eigentliche Geschichte des Piemonts, die das heutige Gesicht des Piemionts prägt, beginnt um die Mitte des 10. Jahrhundert. Der Untergang des Römischen Weltreiches und der langsamen Konsolidierung des Landes waren im Piemont noch dünkler als anderswo (das dunkle Jahrhundert Italiens) 967 Aleramo verleit dem Monferato die Marktgrfschaft, er gil als Stammvater der ersten grossen Adelsfamilie des Piemonts 1799 eroberten die Oesterreicher das Piemont 1800 Napolen für 12 Jahre 1946 Gründug des heutigen Italiens Turin war übrigens die erste Hauptstadt des Königreiches Italien (1861) Turin hat in Europa die längste Fussgängerzone mit Säulengängen: 17 km Turin kommt vom keltischen Volk der Tauriner


Das Piemont heute

Angelo Gaya und Elio Altare sind die unermüdlichen Vörderer des heutigen Piemonts. Erstaunlich für mich ist immer wieder, kein Weinbauer ist eifersüchig oder neidisch auf die Beiden. Nein sie gelten als unbesrittene intergre Persönlichkeiten im Piemont. Das Piemont ist auch das Land grossartiger Käse: z.B. Robiola & Toma seit 1928 findet im Herbst in Alba jährlich der Trüffelmarkt statt. Das ist die Zeit, wo am Samstag auf dem Markt in Alba die Touristen fast ausschliesslich Schweizerdeutsch sprechen. Haselnussplantagen überziehen das ganze Piemont, Cortemilia ist die „Citta mondiale del noccole“ Alba hat sich nach dem zweiten Weltkrieg zu einer Industriestadt entwickelt,(Schokolade“Torone“ und Textilien sind hier heimisch) Turin mit Fiat nicht zu vergessen nicht zu vergessen die weiten Reisfelder von Vercelli (Carnaroli, Arborio & Vialone. sind Begriffe für bestes Qualitätsreis des Piemonts)


Die Küche des Piemonts

Für mich ist die Küche des Piemonts schlicht und einfach grossartig. Essen ist eine Kultur im Piemont. Giaccomo Bologna sagte einst: Essen im Piemont braucht viel Zeit, einen grossen Appetit und viel Wein.(unlängst habe ich Im „Il Faro“ nach der 6. Antipasti gefragt, und jetzt kommen aber doch die Primi und danach die Secondi......... Die Küche des Piemonts wurde seiner Landschaft angepasst, d.h: das Land ist hügelig und darum braucht man bei der Feld- oder Rebarbeit viel Energie, darum ist die Küche oft deftig und kalorienreich. (Bekannt ist das Fritto Misto im Piemont) Heute versteht es die Gastronomie, den modernen Anforderungen gerecht zu werden und die Küche ist leicht und ausgewogen. In einem guten piemontesischen Ristorante gibt es keine Speisekarte. Der Wirt geht am Morgen auf den Markt und dann entstehen die frischen, saisongerechten und sehr abwechslungsreichen Variationen des „heutigen“ Menues. (in Carmaniole kennen wir ein Ristaurante, dort werden die einzelen Gänge auf einer persönlichen Gästekarte notiert, und das nächste Mal erhält der Gast bestimmt ein komplett anderes Menu oder zumindest andere Variationen) Wichtig ist auch die Gastfreundschaft im Piemont: Kommt man das 2. Mal in dasselbe Lokal, ist man oft schon ein Amigo. Der Wirt oder auch die Wirtin habe Zeit, sich mit den Gästen zu unterhalten und so lernt man schnell viel Neues über Küche, Land und Leute.


Die Rebsorten Im Piemont

BARBERA

Die dominierende Traube des Piemonts hat viele Gesichter: kraftvoll und robust, trinkreif gealtert oder auch jung getrunken, säurebetont und harmonisch. Vermutlich wird die Barbera nur im Piemont sortenrein gekeltert, sonst erscheint sie oft in Mischsätzen mit anderen Sorten. Barbera-Nebbiolo-Uvaggios: hier gibt die Barbera-Traube dem Nebbiolo Säure, Frische und Eleganz.

NEBBIOLO

Eine der edelsten Rotweinrebenn Italiens, stammt eindeutig aus dem Piemont uind liefert dort einige der grössten Rotweine der Welt. Die 2 Glanzlichter der piemontesischen Weinproduktion, Barolo und Barbaresco sind reine Nebbioloweine. Ihr Nahme kommt vermutlich von „nebbia“, dem italienischen Wort für Nebel.

DOLCETTO

Obwohl ihr Name auf einen süssen Wein schliessen lässt, ist er es niemals. Ihr Nahme kommt vielmehr von ihrer süssen, frühreifen Traube. Dolcetto ist eine uralte Rebe, die vermutlich schon im 14. Jahrhundert im Piemont angebaut wurde. Dolcetto hat einen auffallend geringen Gerbstoffgehalt.

BRACHETTO / BONARDA / FREISA / GRIGNOLINO etc.

Nur um eineige Nahmen zu nenne aus der Vielzahl der im Piemont angebauten Reben und deren Spezialitäten.

ARNEIS

Stammt aus dem Roero und hat heute ihre Bedeutung als trockener, fruchtiger Weisswein im Piemont. Es gibt wenige Arneis Weine und von den wenigen sind nur ein paar Arneis wirklich hervorragend.

CORTESE

Kommt aus dem Alto Monferrato und liefert den hochgeschätzten Gavi. Man bezeichnet den Gavi als den heute berühmtesten Weisswein des Piemonts. Er wirkt stets ein wenig neutral, hat wenig Aroma, dafür aber Säure & Frische.

FAVORITA

Favorita ist eine Spezialität, wird nur um Alba angebaut, sehr selten und man kann getrost sagen, dass sie noch nicht ausgestorben ist.

MOSCATO

Wird seit über 100 Jahren für die Spumante-Herstellung verwendet. Sie ist mit dem Namen „Asti“ verknüpft und die bekannteste Weissweinrebe Norditaliens. Wir unterscheiden: Moscato d’Asti, Asti spumante oder Passito

ERBALUCE etc.

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Die Degustatoren kamen in den Genuss von 12 verschiedenen Weinen


Eine eindrückliche, absolut professionelle Bild- & Tonschau führte die Teilnehmer in eine wunderschöne Landschaft. Die Liebe und das Herzblut zum Piemont wurden durch und durch sichtbar und durch die handverlesenen Weine aufs Beste dokumentiert. Die Degustation war ein Erlebnis. Margrit und Urs Bader verstanden es einmal mehr, eine Weinbauregion näher zu bringen. Eine grosse Zahl der Weine stammte aus dem eigenen Weinkeller der Weinbruderschaft St. Martin, was auch hier bedeutete, dass der Einkauf sich bewährte!

Unbekanntes Piemont - noch lange halten die Eindrücke an! Aehnlich dem Abgang einiger seiner Weine!

Ganz herzlichen Dank sprach im Namen der Teilnehmer Stubenmeister Willi Spürgin aus.


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