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Tasmanische Weine – Weinbruderschaft

Tasmanische Weine

Aus Weinbruderschaft

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Inhaltsverzeichnis

Domaine A / Stoney Vineyard im Vergleich

Liebe Weinfreundinnen, liebe Weinfreunde

Wussten Sie, dass das Einzugsgebiet unserer Gesellschaft gross ist und recht weit reicht? Sehr weit sogar, bis auf den fünften Kontinent. Dort in Australien, auf der Insel Tasmanien leben seit einigen Jahren Ruth und Hans Peter Althaus.

Beide sind seit 1972 Mitglieder der Weinbruderschaft St. Martin und haben über unsere Gesellschaft damals den Zugang zum Wein gefunden. Sie haben sich beide intensiv mit dem Thema Wein auseinandergesetzt und erfolgreich die Gesellen- resp. Magisterprüfung abgelegt. Hans Peter war dann einige Jahre im Stubenrat und später nach dem Wegzug nach Zollikerberg, Präsident der Sektion Zürich, und anschliessend sogar Präsident der ANAV der Schweizerischen Vereinigung der Weinfreunde.

1988 kam dann die grosse Wende im Leben von Ruth und Hans Peter Althaus. Mit 50 Jahren brach Hans Peter seine Manager-Karriere bei IBM ab, und gemeinsam suchte das Ehepaar eine neue Herausforderung, sie waren „reif für die Insel“. Diese fanden sie auch nach längerem Suchen, am anderen Ende der Welt. In Tasmanien kauften sie das seit mehreren Jahrzehnten bestehende, 20 Hektar grosse Weingut „Stoney Vineyard“ im Coal River Valley, nördlich von Hobart. Sie haben dort in den folgenden Jahren ihren eigenen Weinbaubetrieb nach ihren Vorstellungen aufgebaut und ihren Traum, das Hobby zum Beruf zu machen, verwirklicht. 1989 erfolgte der Umzug und bereits 1990 konnte der erste eigene Wein gekeltert werden. Das Ergebnis war vielversprechend. Als die beiden ankamen, wuchsen auf Stoney Vineyard 20 verschieden Rebsorten! Inzwischen nehmen die roten Trauben 90% der Anbaufläche in Anspruch. 6,5 ha sind mit Cabernet Sauvignon bepflanzt, 1,5 ha mit Pinot Noir, 1 ha mit Cabernet Franc, Petit Verdot und Merlot und 1 ha mit Sauvignon Blanc und neuerdings auch Fumé Blanc. Heute stehen auf Stoney Vineyard insgesamt 11 ha Land unter Reben.

Seit 1991 verfügt Stoney Vineyard auch über eine eigene moderne Kellerei mit einem Labor und einer Kapazität von 100 Tonnen. Die Althaus-Weine sind ausgesprochen aromatisch und elegant. Sie werden unter zwei verschiedenen Etiketten verkauft. Die guten, früh trinkbaren Weine, produziert aus Früchten der jüngeren Reben, tragen die „Stoney Vineyard“-Etikette. Die ausgewählten, hervorragenden Weine, produziert aus dem besten Traubengut, kommen unter dem Label „Domaine A“ in den Verkauf.

In der Kelterung richtet sich Hans Peter Althaus nicht auf das australische Festland aus, sondern auf das Burgund und das Bordeaux. Er arbeite beim Cabernet Sauvignon mit offenen Chromstahlfermentern und langen Mazerationszeiten nach der Gärung. Alle Weine erhalten einen Ausbau in französischen Barriques, die Domaine A vor allem in neuem Holz, die Stoney Vineyard-Weine in gebrauchten Barriques.

Eine Vertikaldegustation zeigt, wie gross das Reifepotential der Rotweine ist. Die jüngeren Weine sind eher vollmundiger, fruchtiger und mit fleischigeren Tanninen gekeltert, die älteren Weine bestechen durch Eleganz und feine Tannine. Typisch für alle Rotweine ist der leichte Minze- und Eukalyptuston. Ich freue mich, dass uns Frau Ruth Althaus „ihre“ Weine persönlich vorstellen und kommentieren wird.

Dazu wünsche ich Ihnen viel Vergnügen Ihr Willi Spürgin, Stubenmeister


Tasmanien

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Die Insel südlich des australischen Subkontinentes gelegen, ist gut 1,6 mal so gross wie die Schweiz, zählt aber nur rund 450.000 Einwohner.

Australiens grösste Insel liegt zwar zwischen dem vierzigsten und dreiundvierzigsten südlichen Breitegrad, was auf der Nordhalbkugel etwa dem Gebiet Florenz-Neapel entsprechen würde, hat jedoch ein Klima, das demjenigen des Bordelais und dem Norden der iberischen Halbinsel ähnlich ist.

Tasmanien hat eine recht wilde Landschaft mit dem charakteristisch roten, eisenhaltigen Boden. Die Luft ist noch sauber, die Böden weder ausgemergelt noch überdüngt. Das zuweilen sehr unbeständige Wetter, das von Dürre bis zu langen Regenperioden alles bietet, die starken Winde, die rasch aus West-Südwest über die Insel ziehenden Kaltfronten und die generell tieferen Temperaturen bilden Bedingungen, die für die Entwicklung und den Reifegrad der Traube entscheidend sind. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Jahrgängen sind grösser als in irgendeinem andern australischen Bundesstaat.

"Wenn Franzosen statt Engländer Tasmanien kolonialisiert hätten, wäre heute sicher ein grosser Teil der Insel mit Reben bestückt" sagt Hans Peter Althaus, "Die hätten erkannt, was in diesem Land steckt." Tatsächlich hatten Franzosen die Insel ja vor den Engländern erforscht. Diese jedoch kamen ihnen als Siedler zuvor und gründeten Hobart, die zweitälteste Stadt des Landes nach Sydney. Und so wurden statt Reben eben Hopfen und Gerste angebaut - mit dem Ergebnis, dass in Tasmanien heute eines der weltweit besten Biere gebraut wird.

Hans Peter und Ruth Althaus haben in Stoney Vineyard ihrer Meinung nach "den besten Platz für die Verwirklichung unseres Traumes, einen der besten Weine der Welt machen zu können" gefunden.



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Rückblick

Es war im Jahre 1972 ... als ein paar interessierte Leute aus Rothrist zum Vortrag des Weinkenners William Gernet an die Volkshochschule nach Zofingen fuhren, um mehr über das Thema "Wein" zu erfahren. Dass dieser Vortrag tiefgreifende Folgen haben würde, hat sich wohl niemand dabei träumen lassen. Beeindruckt vom Wissen des damaligen Stubenmeister folgte bald die Mitgliedschaft bei der Weinbruderschaft St. Martin zu Zofingen. Ruth und Hans Peter Althaus entdeckten ein weltumspannendes Fachgebiet, welches für sie immer mehr an Faszination gewann. Im Stubenrat (Vorstand) bekleidete Hans Peter das Amt des Statthalters und Ruth war eine der ersten Frauen, welche die Gesellenprüfung bestand. Nach ihrem Wegzug nach Zürich wurde Hans Peter schon bald Präsident der Zürcher Sektion sowie kurz darauf Mitglied des Zentralvorstandes. In Lugano wurde er dann ehrenvoll zum Präsidenten der ANAV (Association Nationale des Amis du Vin) gewählt, eine recht steile "Karriere" wie sich das für einen erfolgreichen IBM-Manager gehörte.

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Einen Traum verwirklichen

Im Jahre 1989 verwirklichten Ruth und Hans Peter einen Traum und kauften einen Rebberg, nicht im Aargau oder am Bodensee, auch nicht in Frankreich oder Italien - nein in Tasmanien. Manch einer fragte sich: Tasmanien, wo liegt denn das? Eine Insel südlich von Australien, ungefähr doppelt so gross wie die Schweiz, mit rund 300'000 Einwohnern und wunderschöner Landschaft. Bei Hobart, im Coal River Valley, erstanden sie die 11 ha grosse Stoney Vineyard. Überzeugend war für die beiden, dass im kühleren Klima Tasmaniens die Weine bessere Qualitäten aufweisen würden. Interessant war auch zu erfahren, dass die Reblaus dort ihr Unwesen noch nicht getrieben hat und die Rebstöcke allesamt "wurzelecht" sind. Einen Rebberg zu besitzen das können noch viele, doch die Herausforderung anzunehmen und selber Rebbauern zu werden, das war nun wirklich mehr als bewundernswert.


Weingebiet Australien

Umfragen bei Konsumenten ergeben - wird nach einem Rebbaugebiet in Übersee gefragt - spontan Australien vor Südafrika und Kalifornien genannt wird. Australien kennt eine Rebbaufläche von ungefähr 160'000 ha, davon hat Tasmanien gerade mal ein Prozent. Seit 1960 wurde die Mechanisierung des Weinbaus besonders im Mainland kontinuierlich vorangetrieben. Die wichtigsten Rebsorten sind Shiraz, Cabernet Sauvignon, Pinot Noir, Ruby Cabernet, Merlot, Cabernet Franc und Malbec bei den Roten und Chardonnay, Semillon, Riesling, Chenin Blanc, Sauvignon Blanc, Traminer, Verdelho und Muscadelle bei den Weissen. Es werden um die 60 % Rotweine und 40 % Weissweine angebaut. In Tasmanien gibt es keinen Shiraz, dafür ist es das Pinot Noir Gebiet. Fünf Weinbaufirmen beherrschen mit ihren Tochtergesellschaften rund 80% der Produktion vorwiegend im Mainland. Nebst diesen Massenweinen, bei welchen vorwiegend der Preis relativ vorteilhaft ist, gibt es aber auch einige wenige, welche sich durch Qualität besonders abheben. Dies sind durchwegs handwerklich angebaute Weine.


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Ruth Althaus

Ruth führt aus, dass sie es sich 1972 nie hätte träumen lassen mit ihren eigenen Weinen, wie heute vor zahlreich erschienenem Publikum aus Zofingen und der weiteren Umgebung aufzutreten. Sie erzählt äusserst sympathisch, sehr spannend und eindrücklich wie Hans Peter und sie die Welt bereisten und auf Stoney Vineyard ihre neue Herausforderung gefunden und auch angenommen haben. Ihre Philosophie basiert auf dem Weinwissen und der guten Tradition der europäischen Weinerzeuger, nicht als Kopie derer, sondern als eigenständige Erzeugnisse aus der "Neuen Welt". In ihrem Referat wird Ruth Althaus von Thomas Kretz, Oenologiestudent aus Changins, mit absolviertem Stage auf Stoney Vineyard, auf Vortrefflichste mit entsprechendem Bild- und Zahlenmaterial unterstützt. Weine aus dem Stoney Vineyard unterscheiden sich von den vielen Massenweinen insbesondere durch viel und sorgfältige Handarbeit, vom Rebschnitt über die Pflege der Stöcke bis hin zur Ernte. Auch im Keller ist Sorgfalt und Weinwissen oberstes Gebot. Die meisten Geräte sowie die Barriques werden aus Europa eingeführt.


Tasmanische Weine im Vergleich

Auf Stoney Vineyard werden zwei Appellationen geführt: Stoney Vineyard und Domaine A (A steht übrigens für Althaus, Australien und Ambition!). Zum Auftakt wurden zwei Sauvignon Blanc mit Fumé Blanc Lady A verglichen. Alle drei, jeder auf seine Art, wussten zu begeistern! In der zweiten Serie wurde blind Cabernet Sauvignon Stoney Vineyard 1999 und 2000 mit Château Sociando-Mallet 2000 (Haut Médoc Cru Grand Bourgeois) verglichen. Mit Cabernet Sauvignon Domain A 1998 und 1995 wurde blind ein Pomérol Château Petit Village 1998 verglichen. Bei beiden Vergleichen hatten die Teilnehmer praktisch kaum Unterschiede verspürt und die Aehnlichkeit verblüffte männiglich. Kaum ein Drittel hatte die Bordeaux erkannt. Die letzte Serie waren Pinot Noir Domaine A 1998, 1999 und 2000, auch hier der allgemeine Tenor: Chapeau! Die Begeisterung war allgemein ganz gross und der langanhaltende Applaus brachte der sympathischen Ruth und den Althaus'schen Weinen alle ihnen gebührende Ehre!

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