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Rote und weisse Weine aus dem Graves – Weinbruderschaft

Rote und weisse Weine aus dem Graves

Aus Weinbruderschaft

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Nicht in Pauillac oder Margaux, den weltberühmten Gemeinden des Médoc, liegt der Ursprung der Bordeaux-Weine. Er befindet sich im heute eher etwas stiefmütterlich behandelten Graves-Gebiet. Denn historisch betrachtet geht die Bezeichnung "Bordeaux-Wein" zurück auf jene Gewächse, die sich im Mittelalter im Besitze des Erzbischofs und der Bürger der Stadt Bordeaux befanden. Sie stammten aus den Reben, die wenn nicht direkt in der Stadt selbst, so doch in ihrer unmittelbaren Umgebung auf Kiesböden gediehen, eben jenen Graves de Bordeaux, die dem Gebiet ihren Namen gaben (graves leitet sich her von "gravier" = Kies)

Am 10. April 1663 schrieb der englische Schriftsteller Samuel Pepy in sein Tagebuch: "... und trank dort eine Art französischen Wein namens "Ho Bryen", der einen guten aber fremdartigen Geschmack hatte, wie ich ihn noch nie gekostet habe." Gemeint ist damit Haut-Brion, das erste Weingut das aus dem Dunkel der Geschichte auftauchte. Begründet wurde es vom 1488 geborenen Jean de Pontac, einem der reichsten bordelaiser Handelsherrn und Grundbesitzer, dessen Güter von Graves bis St-Estèphe im Médoc reichten.

Château Haut-Brion wurde 1855, bei der berühmten Klassifizierung der "grands crus" der Gironde als einziges Château aus Graves berücksichtigt und mit den drei berühmtesten Médoc-Weinen: Laffite-Rothschild, Latour und Margaux als Premier-Cru-Classé eingestuft.

Auch das das älteste Weingut des Bordelais befindet sich im Graves. Es kam gegen Ende des 13. Jahrhunderts in den Besitz von Bertran de Got, des Erzbischofs von Bordeaux. Als dieser 1305 Papst wurde und als Clemens V. den heiligen Stuhl bestieg, nahm das Gut seinen Namen an: Château Pâpe-Clément.

Wenn Sie mehr über die weissen und roten Graves erfahren möchten, sind Sie freundlich eingeladen


Rückblick

Christophe von Ritter, dipl. ing. agr. ETH, leitete sehr lebhaft und professionell eine aussergewöhnliche Degustation. Dabei gelang es ihm hervorragend eine eindrückliche und äusserst interessante Sicht über die Bordeaux-Weine aus dem GRAVES zu vermitteln.

Das Gebiet des Graves ist die eigentliche Wiege der Bordeaux-Weine. Die meisten Rebberge wurden mit der Zeit von der Stadt Bordeaux und seiner Bevölkerung buchstäblich verdrängt. So stammen die Rebgärten des Château Pape-Clément aus dem 14. und diejenigen von Château Haut-Brion aus dem 15. Jahrhundert. Im Médoc dagegen entstanden die Rebgärten erst im 18. Jahrhundert.

Zwei Kategorien werden unterschieden: einerseits das "Pessac-Léognan" mit vielen sehr berühmten Lagen, andererseits das "Graves" für die übrigen, nicht so sehr bekannten Lagen. Bei der Klassifizierung 1855 wurden sonderbarerweise mit Ausnahme von Château Haut-Brion keine roten Graves genannt. Nach langer Vorbereitung und noch längerem Kampf trat dann aber 1959 eine eigene Klassierung in Kraft. Innerhalb dieser Klassierung gibt es keine Hierarchie. Es gibt "Crus Classés Rouges" und "Crus Classés Blancs".

Bordeaux-Weine sind sehr beliebt. Die Nachfrage und die Produktion steigen jährlich an. Für die Produktion werden heute oft technische Hilfsmittel angewandt, wo immer dies möglich ist. Die Journalisten und Weindegustatoren bestimmen meist 6 Monate nach der Ernte den Markt, denn weitgehend wird durch sie be- und geurteilt. Der direkte Einfluss ihrer Ausführungen schlägt sich dann umgehend zu Buche, werden doch 75% der Ernte im Primeur-Angebot verkauft. Hervorragende Weine verlassen erst nach einer Lagerung im Eichenfass von 1 1/2 bis 2 1/2 Jahren das Rebgut. Ein kritischer kühler Kopf kann auch gegenüber grossen Namen und Lagen immer noch ein besonders guter Experte sein. Nur was mir persönlich schmeckt, ist auch wert eingekauft und gelagert zu werden, um im richtigen Zeitpunkt einen echten Genuss zu erleben!

Die Degustation setzte sich aus folgenden Weinen zusammen

Es ist eher ungewöhnlich, dass zuerst die Rotweine verkostet werden. Doch diese gehaltvollen und tannin-reichen Weine mit ihrer dunkelroten tiefen Farbe, zeigten Frucht und Jugendlichkeit in der Nase, dichte Strukturen, Würze, Körper und Eleganz im Gaumen und einen meist langanhaltenden Abgang mit ausgewogenem Säureverhältnis. Die Gerbstoffe präsentierten sich teilweise noch etwas hart, würden jedoch wenn man dieselben Weine zu einem Essen geniessen würde, ganz anders empfunden.

Auch die Weissweine wussten zu begeistern. Château La Garde 1996 ein 100%iger Sauvignon zeigte sich in gelber Robe, duftete nach Holunderblüten und wies eine sehr gute Struktur mit angenehmer Säure auf. Clos Floridène und Château La Tour Martillac, deren Rebsatz hälftig aus Sémillon und Sauvignon, Muscadelle besteht, zeigte Frische und Eleganz. Schliesslich verdrehte Château La Louvière 1996 fast allen Degustationsteilnehmern den Kopf. Er war schlicht ein Erlebnis!

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