Ribera del Duero

Aus Weinbruderschaft

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Rückblick

Die Erwartungshaltung ist offenbar sehr gross. Über 67 Weinfreunde haben sich angemeldet, darunter auch einige von der Weingilde Gallus die den Weiten Weg nicht gescheut haben. Aber auch Freiämtler und Aarauer sind dabei.

David Schwarzwälder, der Fachjournalist für iberische Weine führt uns durch den Abend. Der gebürtige Deutsche doziert in Geisenheim und Wädenswil. Er lebt in Spanien wo er seiner Leidenschaft die den Weinregionen Spaniens und Portugals gilt nach geht.

Die D.O. (Denominacion de Origen) Ribera del Duero liegt im Herzen des Urspaniens, in der Provinz Kastilien-León, auf einem Hochplateau 700 bis 1100 Meter über Meer. Benannt ist sie nach dem Duero-Fluss der das Gebiet durchquert. Es erstreckt sich über eine Länge von 115 Kilometern und eine breite von maximal 35 Kilometern. Zum Gebiet gehören nicht nur die Uferlagen (Ufer span. Ribera), sondern auch die Höhenlagen. Hier herrscht ein strenges Klima mit starken kontinentalen und mediterranen Einflüssen. Herbst und Frühling kennt man kaum. Der Winter dauert fast 9 Monate und so beschränkt sich die Vegetationszeit auf ca. 110 Tage. Die sehr heissen, trockenen Sommer mit Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht von bis zu 40 Grad setzen der Traube zu. Die Beeren bleiben klein und schützen sich mit dicken Häuten. Dies verleiht dem Wein sein unverkennbares Aroma von süssem, dichtem Tannin, welches wir auch in der bekanntesten Vertreterin der Region, der Tempranillo Traube wiederfinden. Unter so extremen Bedingungen darf sich ein Winzer, der Spitzenweine produzieren will, keine Fehler erlauben.

Die Weinregion weist sich durch verschiedene Terroirs aus, die den Wein unterschiedlich prägen. So wachsen auf den sandigen Kalkböden des Südufers des Duero eher würzige Weine die auch gut ohne Essen genossen werden können, auf dem lehmigen Untergrund des Nordufers gedeihen fleischigere Weine mit animalischer Note die ideale Essensbegleiter sind.

Die Geschichte des Weinbaus in Ribera del Duero geht zurück bis zu den Römern. Der systematische Weinbau beginnt aber erst im 10. und 11. Jahrhundert und der Wein entwickelte sich mit der Zeit auch zu einem Handelsgut. Die Reblaus sowie die Agrarpolitik Francos führten zu einer echten Krise. Viele Rebstöcke wurden ausgerissen und mit Zuckerrüben ersetzt. Viel Aufbauarbeit war nötig bis die Region 1982 den Status einer D.O. (Denominacion de Origen) erhielt. Damals waren 13 Weingüter zugelassen mit einer Rebfläche von ca. 6000 ha. Heute sind 178 Weingüter von der Regulierungsbehörde anerkannt, die ihr Traubengut von über 8000 Winzern beziehen. Die Rebfläche ist mittlerweile auf über 20.000 ha angewachsen.

Die Degustation ist sehr professionel aufgebaut. Wir vergleichen jeweils 2 Weine der gleichen Qualitätsstufe, Kelterungsmethode oder Rebsorten miteinander. Im Anschluss wird uns eine köstliche Paella serviert. Es bietet sich eine willkommene Gelegenheit die vorher degustierten Weine nochmals zusammen mit dem Essen zu geniessen. Der Anlass ist offenbar sehr gelungen und die Weinfreude haben es heute Abend überhaupt nicht eilig und verweilen noch gemütlich bei Gesprächen und dem genüsslichen Rebensaft aus dem Duero Tal.

Degustierte Weine

Rosado (Rosé) aus Tempranillo

Arzuaga Rosae 2018, Bodegas Arzuaga Navarro (Bio) Gelesen von Hand nach biodynamischem Kalender, seigné gekeltert nicht gepresst, sehr blasses Rosé. Erdbeeren und Zitrone verleihen ihm viel Frische, ein nobler Sommer-Apérowein.

El Picaro del Aguila Clarete 2013, Dominio del Aguila Als Rotwein gekeltert, ziegelfarbiges Rosé. Der Maische wurden ganze Weissweintrauben beigegeben. Vergoren in Zement, ausgebaut in altem Holz. Der Wein verlangt nach einer kräftigen Begleitung wie geräuchertem Fisch oder Käse.

Tempranillo Cosecha (Massenproduktion/Handwerk)

Torre Pingon Roble 2017, Bodegas Caramimbre mit 10% Cabernet Sauvignon, sehr gefällig mit süsslichen Taninen, Cassis dominiert, ausgebaut in amerikanischer Eiche, 1 Mio Flaschen pro Jahr.

Vina Magna 2017, Dominio Basconcillos Reiner Tempranillo, gewachsen auf einem Hochplateau in 870m Höhe, Kirsche dominiert, ausgebaut in Franz. Eiche, 150'000 Flaschen pro Jahr

Tempranillo (Vergleich Südufer / Nordufer)

Resalte Vendimia Seleccionada 2016, Bodegas Resalte de Penafiel Das Südufer ist kalkhaltig, die Weine werden würziger, sehr ausgeprägte Würze

Nexus N 2016, Nexus Bodegas Das Nordufer ist lehmig, die Weine werden fleischiger, animalischen Note mit süssen Tanninen.

Crianza (Vergleich International/Klassisch)

Cardela 2014, Bodegas Bohorquez Nahe am Fluss angebaut, weich, wenig Säure und Tanine, frisch, internationaler Stil

Fuentespina Seleccion 2015, Avelino Vegas Tolle Tanine, Letzter Spitzenjahrgang, klassischer Stil

Reserva (Vergleich Einzellage/Verschiedene Lagen)

Solideo Reserva 2014, Bodegas Dehesa de los Canonigos aus einer Lage, 24 Monate im Holz ausgebaur

Valduero Reserva 2011, Bodegas Valduero aus mehreren Lagen, 30 Monat im Holz ausgebaut

Tempranillo Gran Reserva (Vergleich Holz-/Zementausbau)

Metarromera Gran Reserva 2011, Bodega Matarromera Tripple Oak, in Holz gekeltert, 2 mal Holzausbau, rustikal, holzbetonte Noten

Torralvo Gran Reserva 2011, Bodegas Vizcarra im Zement gekeltert und ausgebaut, pure Fruchtaromen

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