Reise ins Frankenland

Aus Weinbruderschaft

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Inhaltsverzeichnis

vom 1. - 4. Juni 2000

An der Degustation Frankenweine vom 6. April 2000 hatten Sie Gelegenheit, die Weine aus dem Frankenland kennen zu lernen, zu versuchen und zu beurteilen.

Ziel dieser Veranstaltung war, Ihr Interesse für solche Weine zu wecken, und Sie für die anstehende Reise nach Franken, ins Land der Bocksbeutel-Weine gluschtig zu machen.

Neben dem vielseitigen Angebot an Weinen und einer bodenständigen Küche gibt es in Franken noch viel mehr zu entdecken: Da wäre zunächst das vom Main mit seinen unzähligen Schleifen auf eindrückliche Art geprägte Landschaftsbild.

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Dann ist eine Reise in diese sehenswerte Landschaft immer auch eine Begegnung mit der Geschichte. Malerische Städte, wahre Kleinode mit imposanten Profan- und Sakralbauten in üppigem Barock, lassen auch den Kunstfreund auf seine Rechnung kommen. Zeugen grosser Meister der Architektur, Malerei und Bildhauerei lassen das Herz jedes Kunstbeflissenen höher schlagen. Kultur pur zwischen Barock und Madonnen. Bestes Beispiel dafür bietet die Bischofsstadt Würzburg, Herz und Metropole Main- und Weinfrankens. Die Festung Marienberg, zu ihren Füssen die "Alte Mainbrücke" mit ihren Brücken-Heiligen, der romanische St. Kilians-Dom, das "Haus zum Falken", vor allem aber die von Balthasar Neumann erbaute fürstbischöfliche Residenz, mit dem von Tiepolo geschaffenen grössten Deckenfresko der Welt, der Hofkirche, dem Hofgarten und nicht zuletzt dem unter der Residenz liegen-den "Staatlichen Hofkeller" gehören zu den Sehenswürdigkeiten, welche man sich nicht entgehen lassen sollte.


Reiseprogramm

Donnerstag, 1. Juni 2000 (Auffahrt)

Besammlung auf dem nördlichen Parkplatz der Firma Müller Martini an der Unteren Brühlstrasse in Zofingen. 06.00 h Abfahrt. Fahrt auf der Autobahn über Schaffhausen, Heilbronn nach Randersacker. Kaffeehalt an der Autobahnraststätte Neckarburg. Ca. 12.00 h Ankunft in Randersacker. Zimmerbezug in drei verschiedenen Hotels. Mittagessen in den Hotels. Anschliessend Fahrt nach Würzburg. Geführte Besichtigung der Residenz und des Staatlichen Hofkellers. Nach der Rückfahrt Nachtessen in den jeweiligen Hotels.

Freitag, 2. Juni 2000

08.30 h Abfahrt auf der Autobahn nach Bürgstadt. Dort werden wir im Weingut Rudolf Fürst zur Degustation erwartet. Von dort fahren wir nach Klingenberg zum Brunch im Hotel-Restaurant Fränkischer Hof. Anschliessend Weinprobe im Weingut der Stadt Klingenberg. Rückfahrt nach Würzburg. Nachtessen im Bürgerzimmer des Bürgerspitals zum Heiligen Geist. Danach begleiten wir den Nachtwächter auf seinem Rundgang. Ca. 23.00 h Rückfahrt ins Hotel.

Samstag, 3. Juni 2000

08.30 h Fahrt via Kitzingen nach Iphofen. Weinprobe im Weingut Hans Wirsching. Mittagessen auf der Hallburg. Weiterfahrt nach Volkach, unterwegs Besichtigung der Wallfahrtskirche "Maria im Weingarten" mit der berühmten Madonna im Rosenkranz von Tilman Riemenschneider. Degustation im Weingut Max Müller in Volkach. Nachtessen auf Schloss Steinburg. Rückkehr in Randersacker spätestens 23.30 h.

Sonntag, 4. Juni 2000

08.30 h Abfahrt. Besuch der Festung Marienberg ob Würzburg. Weiterfahrt auf der "Romantischen Strasse". Besichtigung der Greglinger Herrgottskirche mit Riemenschneiders Marienaltar. Nächster Halt im mittelalterlichen Rothenburg ob der Tauber. Besichtigung und Mittagessen auf eigene Faust. Weiterfahrt auf der Autobahn, mit Kaffeehalt in St. Margarethen. Um ca. 22.00 h werden wir wieder in Zofingen eintreffen.




Rückblick

Wer Wein säuft sündigt ...

Deutsche Weine haben für viele einen cliché-haften, fahlen Beigeschmack. In den Köpfen tauchen Assoziationen wie "klebrig-süss" oder gar "sauer" auf. Den meisten Befragten war das Frankenland unbekannt, die Region kaum ein Begriff. Was lag also näher, als dieses Weinbaugebiet einmal genauer unter die kritische Reiselupe zu nehmen.Tafelmeister und Magister René Wälchli und seine Gattin Anni Wälchli hatten im letzten Winter mit Freude und Begeisterung die Organisation der Reise in Angriff genommen. Vielversprechend führte René anfangs April durch die Vorbereitungsdegustation - und wer mit auf die Reise kam, wurde nicht nur sehr angenehm überrascht, sondern war und ist begeistert. Für die Daheimgebliebenen und Interessierten, möchten die nachfolgenden Zeilen etwas vom Feu-Sacré und den einmaligen Erlebnissen hinüberbringen.


Malerische Mainlandschaften, gastliche Dörfer und wunderschöne Städte

Neben dem reichhaltigen Angebot an verschiedensten Weinen aus 18 Rebsorten und einer bodenständigen Küche gab es in Franken noch viel mehr zu entdecken: Da war zunächst das vom Main mit seinen unzähligen Schleifen auf eindrückliche Art geprägte Landschaftsbild. Weiter die sehenswerte Landschaft und die Begegnung mit der Geschichte. Malerische Städte, wahre Kleinode mit imposanten Profan- und Sakralbauten in üppigem Barock. Zeugen grosser Meister der Architektur, Malerei und Bildhauerei liessen das Herz jedes Kunstbeflissenen höher schlagen. Kultur pur zwischen Barock und Madonnen. Bestes Beispiel dafür bot die Bischofsstadt Würzburg, Herz und Metropole Main- und Weinfrankens. Die Festung Marienberg, zu ihren Füssen die "Alte Mainbrücke" mit ihren Brücken-Heiligen, der romanische St. Kilians-Dom, das "Haus zum Falken", vor allem aber die von Balthasar Neumann erbaute fürstbischöfliche Residenz, mit dem von Tiepolo geschaffenen grössten Deckenfresko der Welt, der Hofkirche, dem Hofgarten und nicht zuletzt dem unter der Residenz liegenden "Staatlichen Hofkeller" gehörten zu den Sehenswürdigkeiten, welche man so schnell nicht vergisst.

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"Wer Wein säuft sündigt - wer Wein trinkt arbeitet - wer Wein geniesst betet"

Tief im Inneren der Würzburger Residenz erstrecken sich die weitläufigen, labyrinthisch verschlungenen Kellergänge und Gewölbe der ehemaligen fürstbischöflichen Hofkellerei (4557 m2 Fläche, 891 m Ganglänge, 7000 hl Holzfasslagerraum). Stimmungsvoll mit Kerzen beleuchtet erschliesst sich dem Besucher nicht nur eine der architektoisch schönsten Weinkelleranlagen; er erhält auch einen authentischen Eindruck von der Hofhaltung eines geistlichen Fürstentumes im Barock, in dem der Weinbau eine mehr als tausendjährige Tradition hatte. Der Kellermeister des Staatlichen Hofkellers Würzburg erschloss uns sein Reich und präsentierte persönlich seine Weine. Einen ganz besonderen Höhepunkt bildete dabei der Spitzenwein "1998 Würzburger Stein Riesling Eiswein" - wahrlich hier konnte die Bedeutung des obigen Zitats leicht begriffen werden. Übrigens ist die Bocksbeutelflasche das Markenzeichen für Qualitätsweine aus Franken.


Fahrt nach Bürgstadt und Klingenberg

Dem Laufe des Mains folgend, führte der Weg an den roten Felswänden des Spessarts vorbei an die Rebhänge von Bürgstadt. Wir besuchten das Weingut Rudolf Fürst, wo nebst Silvaner und Riesling auch Rieslaner, Spätburgunder und Frühburgunder gedeiht. In Klingenberg genossen wir ein reichhaltiges Mittagessen. Was als "Brunch" im Programm stand, erwies sich als reichhaltiges Buffet mit allen Leckereien des Frankenlandes. Danach spazierten wir in die Stadtkellerei Klingenberg, wo uns der Bürgermeister und der Kellermeister gemeinsam herzlich willkommen hiessen. Klingenberg ist berühmt für seine Rotweine, welche rund drei Viertel ihres Weinbaus ausmachen und an Steillagen mit über 25 % Hangneigung gedeihen. Es werden rund 2000 Arbeitsstunden pro Hektare benötigt, um die Reben zu bestellen. Schon früh wurden die Roten per Schiff nach Mainz und Frankfurt verfrachtet, was den Klingenbergern ein Auskommen sicherte. Nach einem hervorragenden Grauburgunder verkosteten wir einen Rotling, einen Portugieser, einen Schwarzriesling (=Spielart Burgunder), einen Regent sowie Spätburgunder Spätlesen.


Würzburg - Altstadtbummel mit dem Nachtwächter

Im Bürgerzimmer des Bürgerspitals erwartete uns ein gemütliches Nachtessen. Anschliessend bummelten wir mit dem Nachtwächter durch die sommerliche Nacht. Er erzählte uns viel Interessantes über "seine" Stadt und ihre Bewohner. Am Dom gab es Ausführungen zur Unbefleckten Empfängnis, beim Riemenschneiderhaus zu dessen Lebensgeschichte und als Abschluss sang er uns gar das unvergessliche "Glockenspiel der Stadt". Amüsiert und begeistert von den vielen Eindrücken legten wir uns zur Ruhe.

Von Iphofen nach Hallburg zur Weinkönigin bis zum Schloss Steinburg

In Iphofen erwartete uns im Weingut Hans Wirsching der Kellermeister zur Verkostung hevorragender Kresenzen. Ganze 15 Rebsorten sind in seinem Sortiment und die Degustation war ein Erlebnis besonderer Güte. Im lauschigen Park auf der Hallburg begrüsste uns anschliessend die Weinkönigin und bat uns an der gedeckten Tafel platz zu nehmen. Natürlich war es dem Charme unseres Reiseleiters zu verdanken, dass sie sich persönlich um uns Gäste kümmerte. Männiglich war sehr angetan vom sympathischen Mittagessen.

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Dass unsere nächste Beschäftigung die Besichtigung der Wallfahrtskirche "Maria im Weingarten" war, soll dann rein zufällig gewesen sein, weil diese berühmte Kirche am Weg lag. Einem Besuch im Weingut Max Müller in Volkach, folgte der Spaziergang durch die Reben der Vogelsburg. Den Abend liessen wir stilvoll im Schloss Steinburg ausklingen. Festung Marienberg - Romantische Strasse und Rothenburg o.d. Tauber

Imposant trohnt die Festung Marienberg über der Stadt Würzburg und prägt sehr stark das Landschaftsbild. Marienberg war vor der Erstellung der Residenz, Sitz der Fürstbischöfe von Würzburg und beeindruckt durch Grösse und Aufmachung.

Weiter reisten wir auf der Romantischen Strasse nach Creglingen, wo wir in der Hergottskirche den Riemenschneider Marienaltar bewundern konnten und nach dem berühmten Rothenburg ob der Tauber, einem sehr ansprechenden Kleinod. Vom grossen Touristenstrom mal abgesehen, ein "Muss" wenn man schon mal in der Gegend ist.


René und Anni Wälchli ist es hervorragend gelungen, fünfzig Mitreisenden eine wenig oder gar unbekannte Landschaft, ihre Bewohner, Dörfer, Städte, Sehenswürdigkeiten sowie eine sehr gute Auswahl bester Weine näher zu bringen. Für die grosse Arbeit und die super Organisation sei ihnen auch an dieser Stelle im Namen aller Beteiligten herzlich gedankt. Text eingeben.

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