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Reise in die Weinlandschaft Südtirols – Weinbruderschaft

Reise in die Weinlandschaft Südtirols

Aus Weinbruderschaft

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Inhaltsverzeichnis

vom 9. - 12. Mai 2002

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"Nun erblickte ich endlich, bei hohem Sonnenschein ...das Tal, worin Bozen liegt. Von steilen, bis auf eine ziemliche Höhe angebauten Bergen umgeben, ist es ... gegen Norden von den Tiroler Bergen gedeckt. Eine milde Luft füllte die Gegend.... Die Hügel am Fusse der Berge sind mit Wein bebaut. Über lange, niedrige Lauben sind die Stöcke gezogen, die blauen Trauben hängen gar zierlich von der Decke herunter und reifen an der Wärme des nahen Bodens.... Alles... hat hier schon mehr Kraft und Leben, die Sonne scheint heiss, und man glaubt wieder einmal an einen Gott." (Johann Wolfgang von Goethe in "Italienische Reise" - 11. September 1786)



Die blauen Trauben in den niedrigen Lauben (Pergeln) wie Goethe sie im September bewundern konnte, werden wir zwar nicht sehen, dafür werden wir aber eine einzigartige Landschaft in ihrer vollen Frühlingspracht bewundern können. Eine Landschaft attraktiver Gegensätze. Am Fusse der Dreitausender mit ihrem ewigen Eis blühen Magnolien, wachsen Olivenbäume und Palmen. Der "Paradiesgarten auf der Sonnenseite der Alpen", vom Alpenhauptkamm geschützt und vom milden Klima des Südens verwöhnt, liess gar manchen Besucher ins Schwärmen geraten. Unter den vielen Reisenden, die im Laufe der Geschichte auf ihrem Weg nach Italien im Südtirol halt machten, waren Kaiser und Könige, Philosophen und Künstler wie Dürer, Heine und eben Goethe. Besonders dürften es ihnen neben der Landschaft, Südtirols Weine angetan haben.

Und warum sollte dies bei den Zofinger Weinfreunden anders sein? Die Reben sind im Südtirol schon früh heimisch geworden. Traubenkernfunde und Bronzegefässe bezeugen, dass hier schon um 1000 v. Chr. Wein kultiviert wurde. Die römische Schriftsteller Tacitus und Vergil rühmten den "vinum Raeticum". Im Mittelalter gingen fleissige Mönche daran, die Weinkultur auszubauen und zu pflegen. Bis heute haben unzählige Generationen von Weinbauern diese Traditionen fortgeführt. Die natürlichen Gegebenheiten lassen die Reben im Südtirol ausgesprochen gut gedeihen. Die Böden sind oft lockerer Moränenschutt und vulkanischer Tuff, die Sonne scheint mindestens 2000 Stunden im Jahr, die Niederschläge sind gleichmässig verteilt, die Temperaturmittelwerte liegen bei 10 - 12 Grad Celsius. Die mehrschichtigen Lagen bringen eine grosse Vielfalt an Rebsorten hervor. Drei davon sind im Südtirol zu Hause: der Vernatsch, der Gewürztraminer und der Lagrein. In den Weinbaugebieten hat sich auch sonst stets eine blühende Kultur entwickelt: Burgen und Schlösser, mittelalterliche Städte, alte Marktflecken und stille Klöster sind beredte und stolze Zeugen ihrer Zeit. in dieser fugenlosen Harmonie von Natur und Kultur liegt der besondere Reiz Südtirols.





Reiseprogramm

Donnerstag, 9. Mai 2002 (Auffahrt)

Besammlung in Zofingen. Von hier führt uns der Reisecar via Zürichsee ins Bündnerland. Nach einem Kaffeehalt und dem obligaten Apéro unterwegs, erreichen wir über Flüela- und Ofenpass Müstair. Hier erwartet uns im Restaurant Chalavaina ein feines Mittagessen. Anschliessend werden wir die Kirche des karolingischen Kloster St. Johann besichtigen. Danach führt uns die Fahrt durch den Vintschgau vorbei an Meran und Bozen nach Kaltern an der Weinstrasse, wo wir im noblen ****Hotel Zimmer beziehen werden. Hier werden wir auch das Nachtessen einnehmen

Freitag, 10. Mai 2002

besuchen wir zuerst Bozen. Erster Halt ist das Benediktinerkloster Muri-Gries, wo uns Pater Beat zu einer Besichtigung und kleinen Weinprobe empfängt. Anschliessend ist freier Ausgang in Bozen mit seiner sehenswerten Altstadt, ihren Laubengängen, dem Obstmarkt den eleganten Läden und heimeligen Weinstuben. Die Verpflegung über Mittag erfolgt auf eigene Faust und Kosten. Einen Besuch im Archäologiemuseum bei der als "Ötzi" bekannten ca. 5300 Jahre alten Gletschermumie sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Um 14 Uhr führt uns der Car auf der Weinstrasse südlich nach Margreid ins Weingut Ansitz Löwengang von Alois Lageder, zu einem Kellerrundgang und Degustation. Nach der Rückreise ins Hotel haben wir genügend Zeit, um uns auf einen der Höhepunkte der Reise einzustimmen, den Besuch der Landeskellerei Laimburg, wo wir im beeindruckenden Felsenkeller zu einer echten südtiroler Marende und Weinverkostung erwartet werden.

Samstag, 11. Mai 2002

Nach dem Frühstück bringt uns der Car nach Kurtatsch, wo wir in der Schlosskellerei Turmhof Tiefenbrunner in Enticlar zu einer Degustation erwartet werden. Zum Mittag gibt es eine rustikale Bretteljause zur Stärkung. Danach fahren wir auf der Weinstrasse wieder gen Norden nach Girlan, zum Besuch der Kellerei Girlan. Hier steht eine Kellereibesichtigung mit anschliessender Degustation auf dem Programm. Nach der Rückkehr ins Hotel haben wir genügend Zeit, ehe wir uns zum Schlussabend in ein nahe gelegene Restaurant begeben. Hier, direkt am Kalterersee wird uns ein exquisites 4-Gang Menu mit dazu ausgesuchten passenden Weinen serviert.

Sonntag, 12. Mai 2002

08.30 h Abfahrt Richtung Schweiz. Kurz vor der Grenze besuchen wir Glurns, die kleinste Stadt Südtirols. Ein mittelalterliches Kleinod mit vollständig erhaltener Stadtmauer. Nach dem Mittagessen im Münstertal geht es endgültig heimwärts. Über Ofenpass, Füela und das Bündner Unterland führt uns die Fahrt Richtung Zofingen, wo wir ca 19.30 h eintreffen werden. Hinweis: Sollte zum Zeitpunkt der Reise der Flüela noch gesperrt sein, ist für die Hin- und Rückreise eine Ersatzroute via Bregenz, Landeck und Reschenpass vorgesehen.



Rückblick

Kulturreise ins Südtirol - Geschichte, Klöster und Weinstrasse

Die Stubenräte Willi Spürgin und Hansruedi Moor organisierten mit ihren Gattinnen Gisela und Vreni für die Weinbruderschaft St. Martin zu Zofingen eine unvergessliche Reise in das Südtirol. Dass Wein auch zur Kultur gehört, kam je südlicher desto deutlicher zum Ausdruck. In Müstair, im altehrwürdigen Chasa Chalavaina wurde zum rustikalen, sehr gepflegten Mittagsmahl geladen, bevor das zum Weltkulturgut gehörende karolingische Kloster St. Johann mit den besterhaltenen Fresken aus dem 8. und 12. Jahrhundert unter kundiger Führung von Frau Hartmann-Fasser besucht wurde.


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Durchs Vinschgau Richtung Meran, den weiten Obstgärten entlang, über Bozen führte der Weg nach Kaltern. Der Kalterersee glitzerte verträumt in der sanften Hügellandschaft und ausladende Pergelreihen prägten das Bild. Hier dominiert eindeutig die Rebe.


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Im Benediktinerkloster Muri-Gries, seit 1845 dank Kaiser Ferdinand II. neue Heimstatt der ehemaligen Mönche aus dem aargauischen Freiamt, wird nebst Kunst und Kunstschätzen auch ganz hervorragender Wein gepflegt. Ora et labora! Pater Beat führte umsichtig, und auch ein bisschen stolz auf das Erreichte, durch die heiligen Hallen. Im altehrwürdigen weiss getünchten Kreuzgang funkelten duftende Rosen aus dem Garten und delikate Weine aus den Gläsern.


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In Bozen konnte im Archäologiemuseum dem berühmten "Özi" ein Besuch abgestattet werden. Hunderte standen Schlange und staunten über diese Weltsensation. Das malerischen Bozen lud aber auch mit wunderschönen Laubengängen und einem farbenprächtigen Gemüse-Markt auf. Kleine Einkäufe wurden getätigt und bevor es auf der Weinstrasse weiter südwärts nach Margreid ging.


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Gastgeber Luis von Dellemann

Im ultramodernen und sehr stilvollen Weingut "Ansitz Löwengang" von Alois Lageder erwartete uns Luis von Dellemann, Mitglied der Familie und der Oenologe, der seit Jahrzehnten mit erfahrener Hand die Weine pflegt und vor allem eine Maxime hat: die im Weinberg gewachsene Qualität der Trauben bis ins Glas zu erhalten. Charmant präsentierte er den ökologischen und ökonomischen Vorzeigebetrieb mit seinen Kunstschätzen. 1996 wurde dieser Niedrig-Energiebau weitgehend mit baubiologischen Materialien errichtet. Sonnenenergie deckt bereits jetzt einen grossen Teil des Energiebedarfs. Die Anlagen sind so geplant, dass der Kelterungsprozess mit Nutzung der Schwerkraft erfolgt. Im untersten Geschoss des 18 Meter hohen runden Wein-Turmes sorgt ein natürlich belassener Fels für den Temperaturausgleich. Die präsentierten und verkosteten Weine waren sehr eindrücklich und von bester Qualität. Dass Lageder schon vor Jahren den Massstab für den Weinbau im Südtirol neu gesetzt haben soll, wie dies aus diversen Pressemitteilungen hervorging, glaubte auf Anhieb jeder Anwesende. Interessant war auch der Vergleich mit dem Besuch einiger Reiseteilnehmer vor zwanzig Jahren. Damals waren die Weine schon herausragend.



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Gastgeber Klaus Platter

Im sehr gepflegten Ambiente des ausladenden und mit Kunst geschmückten Gartens des Landwirtschaftlichen Versuchszentrums und der Landeskellerei Laimburg wartete Klaus Platter, Direktor und Önologe.

Zuerst führte er kurz in die "Geheimnisse des Apfels" ein. Eine schier unbekannte Welt, ein bisschen "New Brave World" anmutend und höchst interessant. Doch wollte letztendlich niemand dem Apfel den Vorzug geben. Alle entschlossen sich für die Traube und den Kellerbesuch. Der Rundgang durch die Schulungsräume, den wunderschönen Keller und durch die mit bronzenen Musen geschmückten Gänge, eröffneten den Eintritt in einen phantastischen roten Felsenkeller. Andächtig folgten die Sinne den blumigen Metaphern, welche gleich zusammen mit den Weinen im einmaligen Porphyrkeller kredenzt wurden.


Wenn Klaus Platter mit gestikulierenden Ausführungen die Weine beschreibt, die "sanft über die Papillen schleifen und mit dem Hut in der Hand durch die Kehle gleiten " oder "das hauchdünne Glas ist nur dazu da, den Wein sanft zu umhüllen".... Augen und Leuchter glänzten um die Wette. Die Marende, wie das vorzügliche Dinner bescheiden genannt wurde, zusammen mit den herrlichen Weinen in diesem wunderschönen Keller genossen ...ein weiterer Höhepunkt. </font>


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Gastgeber Herbert Tiefenbrunner

Und der nächste folgte gleich. Der Besuch bei Herbert Tiefenbrunner in der Schlosskellerei Turmhof in Enticlar bei Kurtatsch. Das Anwesen gleicht einem verträumten Schloss. Koboldartige Figuren zieren Gebäude und Teiche, grosse alte Bäume umgeben schützend das Gebäude und die Reben selber sitzen im Amphitheater. Im tiefen Keller lagern wohlbehütet vorzügliche Tropfen. Seit mehr als 150 Jahren wird auf diesem Anwesen Weinbau betrieben. Die Familie Tiefenbrunner liebt ihr Handwerk sehr und eine beachtliche Anzahl internationaler Auszeichnungen spricht für sich. Die feinen Weine, die herzliche Gastfreundschaft und die rustikale Bretteljause bekamen jedermann bestens.


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Gastgeber Hartmuth Spitaler

Auf der Weinstrasse führte der Weg nun nordwärts nach Girlan, wo Hartmuth Spitaler, Obmann der Genossenschaft der Kellerei Girlan, in seine Geheimnisse und seine grosse Weinpalette einführte. Die Lektion war sehr lehrreich und äusserst humorvoll gestaltet. Sein Credo lautete: Die Weine der Kellerei Girlan beleben die Sinne, jeder für sich ist einzigartig, unverwechselbar und doch getragen von einer Gemeinsamkeit, dem Anspruch etwas Besonderes zu sein! Ein weiterer Höhepunkt in dieser Reise.

An den einladenden Gestaden des Kalterersees wurde ein Geburtstagskind beim spendierten Apéro herzlich beglückwünscht. Den Abend rundete ein wunderbares Nachtessen mit vielen Delikatessen ab. Die Gastlichkeit und die Freundschaft innerhalb der Weinbruderschaft St. Martin wurde einmal mehr gepflegt! Es war ein herrlicher Tag im Südtirol!


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Am nächsten Morgen schon galt es die Heimreise anzutreten. In Glurns, der kleinsten, mauerumwehrten Stadt des Südtirols, lud eine sympathische Dame zu einer interessanten und lebhaften Stadtführung ein. Der Spaziergang durch die Gässchen, die von Sonnenschein und Blasmusikklängen erhellt waren, genossen alle sehr.


Dass schon wieder ein Geburtstagskind zu feiern war, wurde beim Apéro mit einem Cüpli testiert und auch hier die besten Glückwünsche deponiert. Nach dem gemütlichen Südtiroler Mittagsmahl ging es über den Reschenpass ins Vorarlbergische. Wohlbehalten führte uns der umsichtige und sehr sympathische Hardy nach Zofingen, wo ein wolkenbruchartiger Regen die Heimkehrenden begrüsste. Den Organisatoren sei nochmals der herzlichste Dank für die hervorragend organisierte Reise und das reichhaltige abwechslungsreiche Programm ausgesprochen. Auch hier waren Meister ihres Handwerks am Tun. Höhepunkt reihte sich an Höhepunkt. Bestimmt werden die Teilnehmenden noch lange in bester Erinnerung schwelgen - und dem gewieften Leser sei's ins Ohr geflüstert: "Geheimtip Südtirol! Das Südtirol ist eine Reise wert"

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