Reise an den Genfersee

Aus Weinbruderschaft

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Inhaltsverzeichnis

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Liebe Weinfreundinnen Liebe Weinfreunde

Perlan oder Perlen? Suchen Sie mit und entdecken Sie im äussersten Zipfel der Westschweiz Trouvaillen, die ihresgleichen suchen. Perlan in Ehren, doch gibt es noch ganz andere Weine. Die Genfer Rebbauern, und insbesondere eine Handvoll Spitzen-Oenologen, haben in den letzten Jahren sehr intensiv und innovativ gearbeitet. Die Resultate möchten wir gemeinsam erleben und nicht nur aus den Zeitungen und Weinfachschriften erfahren. Kommen Sie mit in die Genfer Campagne, es wird sich lohnen! Genf oder Genève? Wohl die internationalste Schweizer Stadt. Eine Stadt mit dem Charme der Romandie, wunderschön am Genfersee gelegen, pulsierend, lebendig, attraktiv und rassig. Venez en ville! C'est merveilleux! Hätten Sie nicht auch Lust, ein einmaliges Sommer-Weekend im Genevois zu verbringen?

Unser Programm sieht wie folgt aus:

Campagne

Wir besuchen an den beiden Tagen drei ganz aussergewöhnliche Weingüter. Das (virtuelle) Anklopfen an ihren Kellertüren hat sich bereits gelohnt - wir werden herzlich gern erwartet. Spannendes werden wir über die Genfer Weine und die verschiedensten Spezialitäten erfahren. Dabei werden wir malerische Dörfer und sanfte Reblandschaften mit "aufgestellten" Leuten treffen.

Ville

Genf ist immer interessant. Wir wohnen in einem sehr renommierten Hotel in der Stadt Genf. Zentral gelegen, sind wir ein paar hundert Meter vom See enfernt. Dass an diesem Wochenende gar das "Fête de Genève" stattfindet, ist eine echte Attraktion. Mit einem grossen Feuerwerk wird der Sommerabend gefeiert. Wir feiern mit, wenn Sie wollen. Sie bestimmen selber, wie Sie den Abend gestalten möchten.

Wir bieten Ihnen zwei Varianten zur Auswahl:




Rückblick

Genf und seine echten Perlen

Die Zofinger Weinbruderschaft St. Martin entdeckt den Kanton Genf Drei Weinbaubetriebe verändern das Image in den Köpfen der Deutschschweizer. Eine Begegnung mit dem Weinbaukanton und der internationalen Stadt Genf. Alle kennen Genf - natürlich! - In diesem Falle bitte ich Sie, ja nicht mehr weiter zu lesen, denn Sie kennen Genf und seine Perlen bereits. Gratulation!


Wieso lesen Sie jetzt doch weiter? - Leicht vermessen wage ich nämlich zu behaupten, dass erstens: die meisten Genf eben doch nicht so gut kennen wie sie glauben. Eine kühne Behauptung! Und zweitens: dass Genf, eine Hochburg des europäischen Weinbaus ist! Eine noch kühnere Behauptung!

Tatsache ist, dass Genf mit seinen über 1'500 Hektar Rebland der drittgrösste Weinbau-Kanton der Schweiz und Satigny gar die grösste Rebbaugemeinde der Schweiz ist. Umsomehr verwundert es, dass der Genfer Weinbau sich bescheiden im Hintergrund hält und dadurch in der Welt relativ unbekannt ist. Nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, gilt es ein idyllisches Weinland zu entdecken, mit seinen sanften Hügeln und schmucken Dörfern, die einem Bilderbuch entnommen sein könnten. Wahrlich es lohnt sich, dieses zu bereisen.


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Rund fünfzig Mitglieder der Weinbruderschaft St. Martin zu Zofingen beschlossen mit uns auf die Reise an den Genfersee, auf Perl(a)en-Suche, zu kommen. Perlen wurden gefunden, doch Perlan? Ein sehr engagierter Winzer in der Region "Entre-Arve-et-Lac" gab zu verstehen, dass sie die Chasselas-Weine nicht mit "Perlan" bezeichnet haben möchten. "Chasselas genügt!" Übrigens wurde dieser Rebbauer in einem hart umworbenen Vergleich der 2000er-Weine mit dem ersten Preis für seinen Chasselas ausgezeichnet. Super! Hier bereits die ersten Perlen! Und - Sie? Sie mögen immer noch weiter lesen? Der Weinbaukanton Genf Er gliedert sich in drei Weinbau-Gebiete: Mandement (60%), Entre-Rhône-et-Arve (20%) und Entre-Arve-et-Lac (20%). Zwar sind die Rebsorten Chasselas, Pinot Noir und Gamay noch immer die dominanten Hauptsorten, doch gibt es eine ganze Reihe sehr schöner Spezialitäten. Chardonnay ist die zweitwichtigste Weissweinsorte und Aligoté, eine typische Rebe aus dem Burgund, gar die heimliche Königin. Pinot blanc, Pinot gris, RxS, Gewürztraminer, Grüner Sylvaner, Landot, Muskateller, Sauvignon blanc, Sémillon, Viognier, Cabernet Sauvignon, Cabernet franc, Merlot sowie Gamaret und Garanoir werden heute angebaut. Diese wachsen auf ganz verschiedenen Bodenbeschaffenheiten wie Moränen, Molasse, Jurakalk, Lehm oder Kies. Nirgendwo in der Schweiz ist der Anteil von Spezialitäten so hoch wie in Genf! Perlen!


Einst ...

Viele Jahre wurden rund vier Fünftel der Genfer Weinproduktion genossenschaftlich betrieben. Die Weinbauern (meist Bauern mit etwas Reben) lieferten ihre Trauben ab und die Genossenschaft verkaufte den Rebensaft. Die Abnehmer waren zahlreich, der Mechanisierungsstand im Rebberg hoch, bis sich grosse Ernten einstellten. Vergeblich hatten 1982 umsichtige Weinbauern gewarnt die Erträge zu reduzieren, sie stiessen auf taube Ohren. Das Resultat: die Überproduktion nahm Ausmasse an, die noch nie dagewesen waren. Erinnert sei an die mit Wein gefüllten Schwimmbassins, ein Bild welches für den Ruf und das Image des Westschweizer Weinbaus nicht gerade förderlich war. Die Folgen für die Vin Union und deren Politik waren verheerend. Der Schuldenberg wuchs und die Liquidation wurde eingeleitet. Ein Desaster für die Weinbauern, welche in dieser Vin Union vereint waren. Doch wie sagt das alte Sprichwort: "Es ist kein Unglück so gross, birgt es auch noch Glück im Schoss!"


...und jetzt

Junge, innovative und gut ausgebildete Winzer plädierten für Qualität statt Quantität! Sie riskierten und gewannen. Der genossenschaftliche Weinbau wich mehr und mehr der "Producteur-Encaveur"-Gilde. Der Genfer Weinbau ist im Umbruch. Eine Tendenz, die noch anhält. Kämpferische Vorreiter und mutige Jungunternehmer beweisen heute, dass die Genfer Weine von höchster Qualität sind.


Mandement: Ex-Anwalt wird renommierter Weinbauer!

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Monsieur Liechti, Kellermeister


Jean-Daniel Schlaepfer und Gérard Pillon, seit 1979 die Besitzer des Domaine des Balisiers in Peney haben heute mit 25 ha den grössten Bio-Weinbaubetrieb der Schweiz und pflegen zwölf Rebsorten, davon fünf hauptgewichtig. Die beiden haben in den letzten Jahren immer wieder Massstäbe gesetzt. Auch sie setzen auf Qualität! Sie machen vieles anders! Insbesondere die Reberziehung, die mit der Lyra-Anbaumethode (nach Alain Carbonneau) gepflegt wird. Mit einem Gerichtsurteil gelang es dem Ex-Anwalt und Quereinsteiger Jean-Daniel Schlaepfer die Cabernet-Sauvignon im Genfer Weinbau anzusiedeln. Schon 1993 holten sie sich mit ihrem "Comte de Peney" aus 300 Cabernet Sauvignon aus aller Welt den hervorragenden 3. Rang (vor sehr renommierten Gewächsen aus Frankreich und Italien!!). Das deutsche Weinmagazin "Alles über Wein" bezeichnet 2001 gar den Genfer Betrieb als eines der "besten Weingüter der Welt". Seit 1993 betreiben sie zusätzlich das Domaine de Lauzières, in der Provence und die "Revue des vins de France" feiert ihre Weine als Entdeckung des Jahres. Chapeau!


Entre-Rhône-et-Arve: Traditionelle innovative Familienbetriebe

Die traditionellen Producteur-Encaveurs, welche nie in einer Genossenschaft waren, erkannten schon seit Jahren, dass das Potenzial in den Spezialitäten lag. Das Rebgut Domaine Les Curiades der Familie Dupraz in Lully besteht in vierter Generation und betreibt seit 1909 Weinbau (12 ha). Es ist das klassische Beispiel erfolgreicher Traditionalisten. Jules Dupraz setzte auf Spezialitäten und hegte mit Hingabe seine Rebstöcke, speziell jene der Sorte "Rheinriesling". In Tat und Wahrheit aber pflegte er einen Aligoté! Der Irrtum stellte sich erst beim Generationenwechsel heraus, machte jedoch das Weingut noch berühmter. Spezialitäten wie Chardonnay, Sauvignon blanc, Cabernet franc, Merlot und Gamaret werden ebenso gehätschelt wie Chasselas, Gamay und Pinot Noir. Mit Chardonnay holte sich Louis Dupraz an der EXPO 1964 schon Goldmedaillen, heute sind Pierre, Jacques und Christophe Dupraz sehr erfolgreiche Winzer. Sie haben an der ersten Wein-Olympiade (weltweite Konkurrenz mit 724 Weinen) unter den 15 Schweizer Kandidaten mit ihrem Sauvignon blanc Domaine des Curiades 1999 eine Bronzemedaille geholt. Félicitation! Weitere Perlen!

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Jacques & Christophe Dupraz, Domaines Les Curiades' Lully/Bernex


Die Stadt Genf und Les Fêtes de Genève

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Sanft an den Gestaden des Léman gelegen, im Vordergrund das Wahrzeichen, der Jet d'eau, im Hintergrund majestätisch die schneeweissen Gipfel des Mont Blanc im goldenen Abendlicht, empfängt uns die Stadt. Im turbulenten Strassenbild lassen sich Leute aus allen Herren Ländern ausmachen. Wohl die internationalste Stadt der Schweiz mutet teilweise gar nicht typisch schweizerisch an. Geprägt durch die vielen internationalen Institutionen und Aktivitäten, hat Genf sich über Jahrhunderte zu einer sehr interessanten Stadt entwickelt. Alljährlich steigt hier das grosse Fest, und Genf feiert was das Zeug hält. Zehn Tage lang mit Jubel, Trubel und Heiterkeit, Musik und Umzügen.

Der absolute Höhepunkt der "Fêtes de Genève" jedoch bildet ein Feuerwerk mit Musik untermalt, das seinesgleichen suchen muss. Samstag Abend: ganz nach der Wahl der Teilnehmer mit Nachtessen und Gestaltung nach eigenem Gusto oder auf der Hotelterrasse über dem Quai de Montblanc mit direkter sicht auf die Feu d'Artifice. Phantastische Klänge, Formenspiele, Sterne, Girlanden, Vesuve und farbenprächtige Feuerwerksbouquets in Gold, Silber, Blau, Rot, Rosa, Grün und Violett! Alles sehr harmonisch, reich und überwältigend arrangiert - 55 Minuten Glanz und Glorie. Einmalig schön und beeindruckend! Perlen soweit das Auge reicht.


Entre Arve-et-Lac: Domaine du Château Crest

In der südlichsten Region, dort wo einst heftige Kämpfe zwischen Savoyarden und den Genfern tobten, trohnt majestätisch inmitten der Rebgärten von Jussy das Château du Crest. Die noch immer stolze Festung mit Türmen, Graben, Zugbrücke und Schiessscharten ist Zeuge bewegter Vergangenheit und strahlt heute Eleganz und Behäbigkeit aus. Seit dem 17. Jahrhundert lebt hier die Familie Micheli du Crest. Nebst einem modernen und sehr umfangreichen Landwirtschaftsbetrieb wird auch hier schon seit Jahrhunderten die Rebe gepflegt. Seit 1994 wurde die uralte Tradition der schlosseigenen Traubenverarbeitung wieder aufgenommen. Der junge Winzer Gabriel Bené leitet im Domaine du Crest den Rebbau und die Weinbereitung, als Unterabteilung des gesamten Landwirtschaftsbetriebes Fondation Micheli du Crest, welcher unter der rührigen Gesamtleitung von Joseph Meyer steht, der dabei kräftig von seiner Frau unterstützt wird. Bei einem Betriebsrundgang wird das Ausmass und die absolut notwendige, intensive Mechanisierung der Genfer Landwirtschaft erklärt. Erstaunlich ist, dass die Rebgärten davon ausgenommen sind. Durchschnittlich 700 Arbeitsstunden pro Hektare und Jahr wird hier in den Reben gearbeitet und das von Hand. Im phantastischen Bilderbuchkeller werden Weine erzogen, die sich ganz stolz sehen lassen dürfen. Um das hohe Niveau des Château du Crest zu halten, werden zwei "Linien" gepflegt: die "Domaine du Crest AOC" und die "Château du Crest 1er Cru". Der Qualität der Weine entsprechend wird im antiken Saal des "Pressoir" köstlich getafelt und die vorzüglichen Weine verkostet... und kein teilnehmender Zofinger Weinfreund bedauert, dass der Fahrplan zur Heimreise plötzlich etwas aus den Fugen gerät! Schliesslich fand er Perlen!


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Abstecher und vorläufiger Schlusspunkt am Léman

Nach dem wir der Stadt Genf den Rücken gekehrt haben, führt uns Paul Rey durch die sattgrünen Rebgärten der Waadtländer La Côte nach Rolle, wo uns Colette im schmucken Haus zum Abschiedstrunk einlädt. In ihrer Sommerresidenz wird uns ein echter "Les Trinquettes", appéllation non controlée kredenzt. Wir werden mit selbstgebackenem Speckbrot und vielen weiteren Köstlichkeiten verwöhnt - und vor allem kann der Blick nochmals über den Genfersee schweifen.

Den Reiseteilnehmern und dem umsichtigen Chauffeur Hardy Lerch sowie ganz speziell auch Petrus gilt unser Dank. Der, weiss nicht vielleicht doch auch mit einem Schluck des hervorragenden Genfer Weins bezirzt wurde? Er liess jedenfalls das ganze Wochenende die Sonne über dem Genfersee spazieren. Und männiglich konnte virtuell Perle an Perle reihen! Echte Perlen notabene!

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