Reise Unbekanntes Schaffhausen

Aus Weinbruderschaft

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Inhaltsverzeichnis

Rückblick auf die Reise UNBEKANNTES SCHAFFHAUSEN

Stubenmeister Willi Spürgin begrüsste die Mitglieder der Weinbruderschaft St. Martin zu Zofingen, welche sich trotz schlechter Wetterprognose für die Entdeckungsreise ins Schaffhausische entschliessen konnten.


Farbige Tupfer in der Landschaft - an einem verregneten Mai-Samstag - unter den bunten Regenschirmen lauter vergnügte Gesichter. Petrus hat's in der Vergangenheit meist sehr gut gemeint mit den reiselustigen Weinfreunden, deshalb bestand durchaus noch Hoffnung auf Sonnenschein ... Im Car ging's über die nassen Strassen, vorbei an mit Nebelschwaden verhangenen Hügeln. Beim kurzen Kaffeehalt stiegen zwei weitereTeilnehmer zu und weiter ging's nach Koblenz. Am Zoll stauten sich die Autos und die Zeit rieselte dahin, gleichsam dem Regen. Mit Geduld und kalten Fingern erwartete uns in Trasadingen Marcelle Bader, ihres Zeichens Präsidentin der ANAV-Sektion Schaffhausen. Sympathisch und aufgestellt führte sie die "ausländischen" Gäste durch "ihren" Weinbaukanton Schaffhausen, welcher mit 482 ha Rebland einen ahnsehnlichen Beitrag zur Ostschweizer-Weinerzeugung liefert.


Fünf Weinbau-Regionen werden unterschieden

Die Rebgärten liegen weitgehend im Regenschatten des Schwarzwaldes und die Bodenbeschaffenheiten reichen von leichter Molasse, lehmigem Sand, kalkreichen, flach- bis tiefgründigen Böden bis hin zur Nagelfluh. Dass auf solch differenziertem Untergrund die angebauten Haupt-Rebsorten Blauburgunder und RieslingxSylvaner sehr verschiedene Charaktere zeigen, dürfte fast auf der Hand liegen.


Wären da nicht auch die Handschriften der verschiedenen Fachleute auszumachen

Junge mutige Winzersleute bauen nebst dem traditionellen Blauburgunder, der ungefähr zwei Drittel des Schaffhauser Rebbaus ausmacht, und dem RieslingxSylvaner auch noch Spezialitäten an, wie Weiss- und Grauburgunder, Räuschling, Gewürztraminer und Regent. Die Spielarten reichen vom RxS ohne biologischen Säureabbau über Oeil de Perdrix, Schiller, Blauburgunder Spätlese oder Ausbau in der Barrique. Bei Familie Hans Schlatter im malerischen Hallau konnte eine überzeugende und reichhaltige Palette von durchwegs wunderschönen Kredenzen bewundert werden. Hier begeisterte vorallem ein RxS ohne biologischen Säureabbau mit intensiven, würzigen Noten, sehr guter Struktur und rassiger Eleganz. Ein RxS wie er wohl noch selten verkostet werden konnte und durchaus wegweisenden Charakter für die Schweizer Weisswein-Kelterung haben könnte. Hervorragende Weine aus einem beeindruckenden Betrieb. Die sympathische Gastfreundschaft und die natürliche Herzlichkeit liessen gar die Regentropfen vergessen.

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In einem stilvollen Ambiente auf Gasthaus und Weingut Bad Osterfingen

verwöhnten die Gastwirte Ariane und Michael Meyer die Nasen und Gaumen und männiglich kam ins Schwärmen. Sorgfältig zum Essen abgestimmte Weine, liessen alle Vorurteile über den "Ostschweizer Landwein" schlichtweg vergessen. Vom ansprechenden leichtfüssigen Weissen über die purpur funkelnden gehaltvollen und samtenen Roten wurden die hauseigenen Weine vorgestellt. Fröhlich plaudernd und andächtig geniessend verlebten die Weinfreunde ein paar unwiederbringliche Stunden. Unsere Reiseleiterin hat uns wahrlich ein Stück "Himmel" der Ostschweiz gezeigt, obwohl immer noch dichte Regenwolken über der Landschaft schwebten.


In Stein am Rhein

beeindruckten die wunderschönen Fassaden des Städtchens weit mehr als die übrigen Erlebnisse! In einem renommierten, von aussen sehr schönen Restaurant, erlebten wir weit weniger Erfreuliches. Die uns präsentierten Weine und die Ausführungen des Referenten bei der Degustation in seinem historischen Lokal waren nicht gerade sehr erbaulich! Einige "Belehrungen" waren sachlich unkorrekt und die Weine vermochten die meisten Degustationsteilnehmer nicht ganz zu überzeugen. Dazu kam ein gestresster Wirt und die relativ grosse Erwartungshaltung der Weinfreunde nach den bereits erlebten Höhepunkten. Etwas enttäuscht schlenderte die Gruppe durch die Gassen und der hochangeschwollene Rhein schwemmte rasant die eventuell aufgekommenen unguten Gefühle weg. Noch immer fielen zahlreiche Regentropfen auf die farbigen Schirme.



Zurück im Car huschten Rinnsale über die Scheiben und die Bilder von Stein am Rhein wurden langsam verwischt. Wohlige Wärme kehrte zurück und mit ihr auch die hervorragenden Eindrücke aus dem Schaffhausischen. Marcelle Bader und die Reiseleitung haben uns echte Trouvaillen gezeigt und ihnen gebührt ein grosses Dankeschön! Reich an sehr positiven Eindrücken und Erlebnissen ging's den heimatlichen Gefilden zu - die Unterschiede von Schiller, Rosé und Oeil de Perdrix wurden durch den anwesenden Weinfachmann wieder richtig gestellt und alle aufkommenden Zweifel über Wein und Weinbereitung ausgeräumt.

Petrus liess noch immer regnen - was war eigentlich los? Wo blieb der Schönwetterbonus? Rundum zufriedene Zofinger Weinfreunde stiegen aus dem Bus, spannten einmal mehr die bunten Regenschirme auf, verabschiedeten sich und verschwanden in alle Himmelsrichtungen ...

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