Primitivo

Aus Weinbruderschaft

Wechseln zu: Navigation, Suche

Primitivoa.jpg

Liebe Weinfreunde

Moderne Weine müssen für die Konsumenten bekömmlich sein, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aufweisen und von guter Qualität sein. Daher sind Primitivo & Zinfandel bei den Weinliebhabern sehr beliebt. Die Weinproduzenten sehen diese Tendenz sehr gerne. Können doch nebst der Qualität auch die Quantität, also der Umsatz mit diesem Wein gefördert werden. Mit der ertragreichen Rebsorte Primitivo & Zinfandel sind alle Eigenschaften, sowohl für den Konsument, wie auch für den Produzent, passend. Primitivo & Zinfandel Co. ist weltweit vertreten unter ca. 30 Synonymen wie Cjutiitza, Crljenak crni, Crljenak Kastelanski, Crnii Krstacha, Gioia del Colle, Kastelanac, Plavac veliki, Primativo, Primitivo di Gioia, Zin Familierement, Zinfandel etc. Vor allem in den Rebbau Gebieten von Chile, Rumänien, Frankreich, Brasilien, Tunesien, Italien, USA, Argentinien, Südafrika, Australien, Kanada, Kroatien, Neuseeland sind diese Rebsorten anzutreffen. Der Primitivo wird vorwiegend in Italien - Apulien – auf der grössten Rebfläche Italiens, angebaut. In Puglia (italienisch für Apulien, Hauptstadt Bari) wird der meiste Wein Italiens produziert! Der Zinfandel ist eine der wichtigsten roten Rebsorten in Kalifornien USA. Der Name Primitivo weist auf – frühe Reife – hin und nicht etwa auf –primitive Art. Vor Jahrzehnten wurde der Primitivo in Apulien als alkoholstarken Verschnitt-Wein eingesetzt. In neuerer Zeit allerdings wird der opulente Primitivo zu einem sanften und eigenständigen Wein gekeltert. Die Kalifornier allerdings verleiten dem Zinfandel eine gewisse Geschmeidigkeit und Komplexität. Nebst diesen Weineigenschaften spielt das unterschiedliche Terroir in den Weinanbaugebieten eine weitere wichtige Rolle. Zudem wurde die Keltertechnik verfeinert und neuere Verfahren entwickelt, was zu sehr interessanten und konsumentenfreundlichen Weinen führt.

Thomas Kretz Primitivo-Zinfandel.jpg

Für diese Degustation konnten wir den Önologen Thomas Kretz, Einkäufer bei den Weinkellereien Aarau, einen ausgewiesenen Kenner dieser Rebsorte, gewinnen.


Einladung zur Degustation Primitivo & Zinfandel am Freitag, 1. Mai 2015 um 19.30 Uhr im Hotel Zofingen, Zofingen

Der Unkostenbeitrag beträgt für Mitglieder CHF 70.— und für Gäste CHF 80.— pro Person.

Die Weine, das Mineralwasser und der Imbiss am Schluss der Degustation ist im Preis eingeschlossen.

Anmeldung schriftlich bis spätestens Freitag, 24. April 2015 per E-Mail an: ahaller@swissonline.ch

Bitte bringen Sie Ihre Degustationsgläser mit! Für Gäste stehen Gläser zur Verfügung.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und wünschen Ihnen einen spannenden und unterhaltsamen Abend.


Rückblick

Degustation Primitivo & Zinfandel

mit Önologe Thomas Kretz, Einkäufer Weinkellerei Aarau, Unterentfelden

Freitag, 1. Mai 2015, 19.30h Hotel Zofingen, Zofingen

Bericht geschrieben von Theres Zimmermann

A.HallerPri.Zinf..jpg Prim.Zinf.8.jpg

Unser Stubenmeiser Alex Haller begrüsst den Referenten Thomas Kretz und die zahlreichen anwesenden zum internationalen Wettkampf Apulien / Kalifornien. Nach dem Dauerregen von heute werden wir in den kommenden Stunden die wohlverdiente Sonne im Glas geniessen können. Aber vorher führt uns Thomas Kretz in einer ca. halbstündigen Präsentation in das Thema ein.


Geschichte

Der gemeinsame Ursprung des Primitivo auf lateinisch Primativus (frühreif) und des Zinfandels lässt sich genetisch auf die in Kroatien gefundene Tribidraga (frühreif) Rebe zurückführen. Der Rebstock wurde im 17. Jahrhundert durch die Benediktiner in Süditalien kultiviert. Die Rebe war damals auch unter der Bezeichnung Zagarese, hergeleitet von Zagreb, bekannt. Heute wird sie hauptsächlich in Apulien angebaut. Nach Amerika schaffte es die Rebsorte 1820 über einen Rebschulbetreiber aus Wien. In Amerika wurde sie unter dem Namen Zinfandel, teilweise auch Zinfardel kultiviert. Lodi in Kalifornien ist heute die amerikanische Zinfandel-Hochburg. Die beiden Reben entwickelten sich ihrem Terroire entsprechend unterschiedlich weiter. Ihren ursprünglichen Charakter haben sie aber bewahrt. Lange war es der Weinwelt gar nicht bewusst, dass sie es beim Zinfandel und dem Primitivo mit der gleichen Rebsorte zu tun hatten. Erst in den 1960-ern stellte der amerikanische Pflanzenpathologe Augustin Goheen auf einer Italienreise die grosse Ähnlichkeit der beiden Gewächse fest. Der genetische Beweis, dass es sich um ein und dieselbe Pflanze handelte, konnte aber erst 2001 erbracht werden.


Eigenschaften

Der Primitivo und der Zinfandel lieben viel Sonne und reifen sehr früh. Die Erträge sind reichlich. Die Pflanze ist aber anfällig auf Graufäule und verträgt Trockenheit schlecht. Ebenso ist beiden eigen, dass die einzelnen Beeren ungleichmässig reifen. Die Traube ergibt ausdrucksstarke, farbintensive Weine mit Frucht- und würzigen Beerennoten, mit Aromen von Nelke, Zimt und schwarzem Pfeffer und Restzucker. In Amerika ist nebst dem klassisch ausgebauten Rotwein auch der White Zinfandel verbreitet. Dabei handelt es sich um einen Rosé, in Amerika auch bekannt unter der Bezeichnung „Blush“, was so viel wie erröteter Weisswein bedeutet.


Massenproduktion oder Handwerk

Bei der anschliessenden Degustation gab es einige Fragen an den Referenten und auch angeregte Diskussionen an den Tischen zum Thema „handwerkliche oder industrielle Produktionsmethode“. Konnte man nach den ersten 2 Weinen der industriellen, marketingorientierten Massenproduktion, die in Amerika stark verbreitet ist nicht viel abgewinnen, musste man im Laufe der Degustation doch anerkennen, dass in dieses Umfeld auch sehr gute Weine entstehen können. Dank der Verfügbarkeit von riesigen Mengen an Traubengut kann nämlich beste Qualität vom Mittelmass getrennt und unterschiedlich vinifiziert werden. Diese Möglichkeit fehlt vielen kleineren Weingütern.


Prim.Zinf.3.jpg Prim.Zinf.4.jpg Prim.Zinf.9.jpg Prim.Zinf.11.jpg


Degustierte Weine

DegustationsweinePrim.Zinf..jpg


Dank an den Referenten

ReferentenDankPrim.Zinf..jpg

Stubenmeister Alex Haller dankt dem Referenten Thomas Kretz für den interessanten Abend und überreicht ihm einen Hölzler von René Wälchli aus Rothrist. Mit einem grossen Applaus wird sein überzeugender Einsatz verdankt.

Persönliche Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Werkzeuge