Portrait

Aus Weinbruderschaft

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Inhaltsverzeichnis

Vereinsgründung

Am 17. April 1959 gründeten ein paar Freunde des edlen Tropfens in Zofingen die "Weinbruderschaft St. Martin zu Zofingen". Die Gründungsmitglieder hatten sich zum Ziel gesetzt, die Kultur und das Wissen um den Wein auch in einem grössen Umfang öffentlich mit guten Freunden zu pflegen. Es waren dies namentlich:

Sie alle hatten sich zum Ziel gesetzt, die Kultur und das Wissen um den Wein auch in einem grössen Umfang öffentlich zu pflegen. Ueber die Beweggründe, Ziele und Inhalte gibt das Interview mit William Gernet, Gründungsmitglied und Ehrenstubenmeister, anlässlich des 40-Jahr-Jubiläums näheren Aufschluss.

Zur Bekräftigung der Freundschaft zum Wein und zu Ehren des selbstgewählten Schutzpatrons St. Martin erfolgte dann 1963 die Einführung des Weinordens. Verschiedene kunstvolle handschriftliche Chronik-Bände zeigen auf, was in den Jahren der Vereinstätigkeit so alles Faktum war. Dazu war eigens ein Chronist als Mitglied im Stubenrat. Seit 1999 hat sich die "neue Zeit" mittels Homepage unserer Aktivitäten angenommen.


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Die flachrunde, mit dem Zofinger Stadtwappen bemalte Ratskanne aus Zinn ist zum Emblem der Weinfreunde St. Martin Zofingen geworden. Seit einigen Jahren besitzen die Weinfreunde eine Replika in 2/3 der Originalgrösse, welche bei den Degustationen als dekoratives Zubehör auf dem Tisch des Referenten steht sowie auch unser Logo ziert. Peter Breitenstein (s.Z. Säckelmeister) hatte sich nach etlichen, jahrelangen Diskussionen im Stubenrat für die Kanne eingesetzt und verdient gemacht. Es gelang ihm mit Einverständnis des Stadtrates eine echte Zofinger Ratskanne auszuleihen und bei einem bekannten Zinngiesser nachbilden lassen. Das Wappen wurde von seiner Frau nach dem Vorbild des Original aufgemalt. Somit sind die Weinfreunde heute im physischen Besitz einer echten Weinfreundschafts-Zofingerkanne!

Was bedeutet Weinbruderschaft

Die historische Bedeutung von Bruderschaften und Zünften findet sich im ausgehenden Mittelalter in den aufstrebenden Städten Mitteleuropas. Es waren Berufsverbände der Handwerker und Kaufleute. Auch die Weinberufe vereinigten ihre Interessen in Zünften und Bruderschaften. Die einzige noch existierende Weinbruderschaft mit echtem historischen Hintergrund ist die "Noble Confrérie des Vignerons" in Vevey. Alle andern verschwanden im ausgehenden 18. Jahrhundert. Die heute bekannten Gilden und Weinbruderschaften sind meist Neugründungen, welche in Anlehnung an die historischen Begebenheiten der Interessenvertretung des Kulturgutes Wein dienen und ohne kommerziellen Charakter sind. Bei den Weinbruderschaften und Zünften in Zofingen, Luzern, Aarau, Solothurn usw. handelt es sich um Vereinigungen von Weinfreunden.

Bis ins Jahr 2013 wurde der bisherige Vereinsname Weinbruderschaft St. Martin zu Zofingen beibehalten. In der heutigen Zeit sind so veraltete Namensgebungen eher ungewohnt und wirken daher eher streng und abschreckend. Daher entschlossen sich der Stubenrat und die Mitglieder dem Verein einen neuzeitlicheren Namen zu geben der treffender nicht sein könnte. Am Hauptbott 2013 wurde der neue Vereinsname Weinfreunde St. Martin Zofingen mit grossem Mehr angenommen.

Wieso "St. Martin"

Bei der Wahl des Schutzpatrons wurde einerseits Maurizius, Patron der Ackerleuten von Zofingen oder auch der weitherum beliebte Weinpatron St. Urban genannt. St. Martin wurde jedoch von den Gründern zum Schutzpatron erkoren, weil er sehr grosse Verdienste und eine edle Gesinnung hatte. Er teilte mit seinen Leuten nicht nur Speis und Trank, sondern auch seinen Mantel. Sein Namenstag, der 11. November bildete seit jeher den Abschluss des landwirtschaftlichen Jahreszykluses. Korn und Frucht waren in der Scheune, das Vieh im Stall, die Zinsen bezahlt, die Dienstboten und Knechte gedingt und endlich wurde der Traubenmost zum jungen Wein. Der Gründe viel, um an diesem Tag auch ein wenig zu feiern. Der Jahresabschluss des Vereinsjahres und damit der wichtigste Anlass der Weinfreunde St. Martin, das Martini-Bott, wurde auf dieses Datum festgelegt und mit der Gans im anschliessenden Festmahl abgerundet. Um der Mildtätigkeit des Schutzpatrons gerecht zu werden, überreichen die Weinfreunde jedes Jahr auf diesen Tag einem Alterspflegeheim die Martinispende, welche aus einem Fuder bestehend aus 64 Zofinger Mass zu 1.5 Litern oder im Gesamten aus 96 Litern Wein besteht. Diese Martinispende wird auch seitens der Empfänger sehr geschätzt!

Ziel und Zweck der Weinfreunde St. Martin Zofingen

Ist Freude, Verständnis und vertiefte Kenntnisse über den Wein zu vermitteln. Um dies zu erreichen, werden Degustationen und Weinreisen durchgeführt. Das Wissen und die Kultur um den Wein wird durch die Mitglieder untereinander geteilt, was einer freundschaftlichen Verbundenheit förderlich ist. Äussere Form und Struktur des Vereins Die Weinfreunde St. Martin Zofingen ist in die schweizerische Dachorganisation ANAV (Association Nationale des Amis du Vin) eingegliedert und feiert dieses Jahr ihr vierzigjähriges Bestehen. Sie setzt sich aus dem Konvent (Gründungsmitglieder und Ältestenrat), dem Stubenrat (Vorstand), den Magister Vini (Gesellen mit Magister-Ausweis), den Gesellen (Gesellschafter mit Gesellenprüfung) sowie den Gesellschaftern zusammen. Seit jeher können Frauen wie Männer gleichberechtigt am Vereinsleben aktiv teilnehmen.


Vereinsorgane


Der Hauptbott

Der Hauptbott oder Martini-Bott findet jeweils am 11. November statt. Der 11. November ist auch bei den Weinfreunden St. Martin Zofingen "Zinstag". Am 11. November (Martinstag) wurde jeweils die Ernte und die Zinsen abgeliefert. Da St. Martin unser Schutzpatron ist, wollen wir es ihm gleichtun, wir teilen zwar nicht unseren Mantel, entrichten jedoch die Martinispende an die Betagten, und liefern "unsere Jahreszinsen" an der Generalversammlung an die Mitglieder ab. Das Vereinsjahr wird erneuert.

Am Hauptbott 2012 wurde entschieden dass, falls der 11. November nicht auf einen Sonntag fällt, der Hauptbott auf den darauffolgenden Sonntag verlegt wird.

Der Stubenrat

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(von links nach rechts) Orlando Ineichen (Säckelmeister), Alex Haller (Stubenmeister), Edi Meyer (Kannenmeister), Ruedi Schnelli (Kellermeister), Urania Balatoni (Statthalter), Romy Holenstein (Tafelmeister) und Willi Spürgin (Obmann Prüfungsrat).

Der Vereinsvorstand heisst Stubenrat und besteht aus sieben Mitgliedern. Der Stubenmeister bekleidet das Amt des Präsidenten, leitet den Vorsitz und vertritt den Verein nach aussen und führt die Mitgliederkontrolle. Der Statthalter ist der Schreiberling und bekleidet das Amt des Vizepräsidenten und Chronisten. Der Kellermeister betreut den Gesellschafts-Weinkeller und sorgt in enger Zusammenarbeit mit dem Kannenmeister für das Bereitstellen der Weine für die Degustationen. Der Kannenmeister ist der Fachspezialist schlechthin und verantwortlich für die korrekte Reihenfolge, die optimale Temperatur sowie den Ausschank der Weine an den Degustationen. Der Tafelmeister ist für die Reservation der Lokale das Bestellung der Essen sowie die technischen Einrichtungen besorgt. Der Säckelmeister leitet die finanziellen Geschicke des Vereins und führt die Buchhaltung sowie das Inkasso der Jahresbeiträge. Der Obmann Prüfungsrat ist für die stete weinkundliche Weiterbildung der Mitglieder besorgt und leitet die Prüfungen. Die sieben Stubenräte sind gemeinsam verantwortlich für das Funktionieren des Vereinslebens, das Programm und die Aktivitäten. Die Vereinsaktivitäten werden in einer Chronik festgehalten. Wir hatten in der Vergangenheit das Glück, drei besonders begabte Künstler für die Gestaltung der Vereinschronik zu gewinnen. Den ersten Band gestaltete Chronist Ernest Lille mit wunderschönen Zeichnungen und Schriften. Der zweite Band wurde von seinem Nachfolger, Fritz Kaufmann, gestaltet. Wie gedruckt in wunderschönen kalligraphischen Seiten, aufgelockert mit Fotos und Bildern spiegelt es das Vereinsleben. Der dritte Band wurde vom Chronisten und Altstubenmeister Erwin Hofer gefertigt. Alle Aktivitäten (Jahresprogramm, Degustationen und Reisen) sind seit 1999 elektronisch unter dieser Homepage aufgeführt und einzusehen.

Die Rechnungsrevisoren

Das Hauptbott wählt zur Prüfung der Vereinsrechnung zwei Revisoren und einen Ersatzrevisor. Die Revisoren dürfen dem Stubenrat nicht angehören. Sie erstatten dem Hauptbott schriftlich Bericht und Antrag.


Der Prüfungsrat

Der Prüfungsrat ist verantwortlich für die Aus- und Weiterbildung der Vereinmitglieder zu Gesellen oder Magister Vini. Er organisiert die dafür erforderlichen Kurse "Wy-Wärchstatt I" (für angehende Gesellen) und "Wy-Wärchstatt II" (für Magister Vini) sowie die entsprechenden Prüfungen. Der Prüfungsrat besteht aus 3 Mitgliedern und ist dem Stubenrat verantwortlich. Der Stubenrat wählt den Obmann des Prüfungsrates, die beiden weiteren Mitglieder werden in Rücksprache mit dem Stubenrat vom Obmann bestimmt.


Der Konvent

Der Konvent besteht aus den Gründungsmitgliedern, weiteren um das Wohl der Weinfreunde verdienten Magistern und Gesellen, die jeweils am 17. April (Konventstag) gewählt werden, sowie den Delegierten des Stubenrates. Gemäss Konventsregeln konstituiert er sich selbst. Er besteht aus maximal 12 Mitgliedern. Am Konventstag wird ein Konventsherr (Obmann) auf 2 Jahre gewählt und übernimmt die ordentliche Führung des Konvents und ist für dessen Tätigkeit verantwortlich. Der Konvent hat beratende Funktion und kann auf Verlangen des Stubenrates bei Problemen Schlichtungsfunktionen übernehmen.


Tätigkeitsprogramm

Das Programm ist darauf ausgerichtet Verständnis und Wissen um den Wein zu vertiefen. Jährlich werden fünf bis sechs Weindegustationen zu einem bestimmten Thema durchgeführt, zum Beispiel einem Weinbaugebiet, einer Rebsorte, einem Jahrgang, der Vinifikation, der Tafelkultur, der Harmonie von Wein und Speise oder der Schulung der Sinne. Ein Referent oder eine Referentin führt durch die Degustation von acht bis zwölf Weinen, welche kommentiert, verkostet, verglichen und besprochen werden. Da es sich um eine echte Auseinandersetzung mit dem Wein handelt, wird während dieser Zeit weder geplaudert noch geraucht, hingegen werden verschiedene Meinungen und Ansichten gerne und lebhaft diskutiert. Weinreisen im In- und Ausland vertiefen die in Degustationen erworbenen Kenntnisse. Zudem werden auch spezielle Weinseminare für Neu-Einsteiger angeboten, welche auf Wunsch mit einer Prüfung abgeschlossen werden können.

Vorbereitungen und Prüfungen

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An der Prüfung für das Erlangen des Weinordens muss die Kandidatin/der Kandidat seit mindestens zwei Jahren Mitglied (Gesellschafter) sein und wenigstens sechs Degustationen beigewohnt haben. Unter kundiger Leitung des Prüfungsrates, wird den interessierten Gesellschaftern eine speziell konzipierte und fundierte Schulung in Sachen Rebbau, Rebsorten, Weinbereitung und Weindegustation gegeben. Eine gründliche Vorbereitung auf die Prüfung wird jedoch von jedem Interessenten persönlich gefordert, um diese mit Erfolg bestehen zu können. Nach bestandener Prüfung wird das Vereinsmitglied GESELLE ZU ST. MARTIN. Nach einem weiteren Jahr kann der Geselle die Prüfung für den MAGISTER VINI machen. Nach bestandener Prüfung wird vom Magister Vini eine Arbeit erwartet, die den Verein weiterbringt. Er oder sie kann z.B. eine Degustation oder eine Reise leiten, kann eine Schrift verfassen oder die Homepage betreiben. Es sind alle Möglichkeiten offen, die dem Verein und seinen Mitgliedern Nutzen bringen.

Weinorden St. Martin

Mit Beschluss des Martini-Botts 1963, wurde dem Konvent und dem Stubenrat auf den fünften Jahrestag der Auftrag erteilt, einen Stiftungsbrief abzufassen, welcher die Regeln für das Erlangen der Schnur mit Orden festhält. Dieser Stiftungsbrief enthält neben dem verbindlichen Ehrenkodex auch die Anforderungen für die Vergabe des Weinordens St. Martin und wird alljährlich an Martini durch den Statthalter vorgelesen.


Ehrenkodex

In der Stubenordnung wird festgehalten: "Des Anstandes und seiner Würde bewusst, wird ein wahrer Weinfreund nie über das ihm verträgliche Mass trinken." Wein geniessen ist nichts mehr als elementare Höflichkeit gegenüber diesem Kulturgut, denn der Wein ist würdig, dass man ihm in die Augen schaut und Zwiesprache hält. Man giesst ihn nicht wie Wasser hinter die Binde, man begegnet ihm mit Achtung.


Wer kann Gesellschafter werden

Interessentinnen und Interessenten über 25 Jahren, welche das Kulturgut schätzen und mehr über den Wein erfahren möchten, sind jederzeit zu den Degustationen herzlich willkommen. Gerne ist der Stubenmeister oder eines der übrigen Stubenratsmitglieder zu weiteren Auskünften bereit.

Als Mitglied kann aufgenommen werden, wer sich für das Ziel der Weinfreunde interessiert und bereits vorher an Degustationen als Gast teilgenommen hat. Der bescheidene Jahresbeitrag beträgt zur Zeit CHF 80.- für Einzelmitglieder, CHF 130.- für Paarmitglieder.

Wann dürfen wir Sie begrüssen

Der Stubenrat heisst Sie ganz herzlich an einer der nächsten Degustationen oder Seminare willkommen! Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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