Käse und Wein 1999

Aus Weinbruderschaft

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Die zweite Degustation der Weinfreunde St. Martin zu Zofingen wird dem Thema Käse und Wein gewidmet sein

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Käse und Wein, wie schnell geht uns das über die Lippen. Doch oft harmonieren sie weit weniger gut, als uns lieb wäre. Zwar haben sie bei näherer Betrachtung viele Gemeinsamkeiten wie eine jahrtausendalte Entwicklungsgeschichte und Tradition, ähnliche Herstellungsverfahren, gemeinsame Konsumanlässe und eine positive Wirkung auf die Gesundheit des Menschen.

Entwicklungsgeschichte In der mesopotamischen Hauptstadt Ur haben die Sumerer bereits vor 5000 Jahren Käse erzeugt. nach altägyptischen Tempelbildern und assyrischen Dokumenten war die Weinbereitung schon um 3500 vor Christus bekannt. Wein- und Käseherstellung sind also ungefähr zur gleichen Zeit entstanden, aus der Notwendigkeit heraus, wichtige leicht verderbliche Produkte wie Milch und Traubensaft zu konservieren. Und dazu bedarf es einer weiteren Gemeinsamkeit. Beide Produkte, Käse und Wein, entstehen durch Gärung.

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Harmonie? Käse und Wein - beides sind Naturprodukte, welche sich durch Herkunft, Herstellung und Lagerung mitunter zu recht eigensinnigen "Persönlichkeiten" entwickeln können. Die ideale Geschmacksharmonie ist demzufolge nicht unbedingt gegeben. Es gilt diese zu suchen und auch zu finden. Am nächsten Anlass der Weinfreunde Zofingen wird eine ganz besondere Gelegenheit geboten.

Köstliche Kombinationen - echte Partnerschaft Aus Milch entsteht eine faszinierende Vielfalt an Käse und um diese vorzustellen, konnte der bekannte Maître Fromager Rolf Beeler aus Nesselnbach gewonnen werden. Aus Trauben entsteht ebenfalls eine reiche Vielfalt an Weinen und um diese vorzustellen, konnte das Stubenratsmitglied Magister Christof Kilchmann gewonnen werden. Rolf Beeler wird uns seinen Käse in der ganzen Breite zeigen und mit Christof Kilchmann die Mariage des Weines mit dem Käse zu vollziehen versuchen.

Ein vielversprechendes, anspruchvolles und äusserst interessantes Degustationsthema erwartet alle Interessierten




Inhaltsverzeichnis

Rückblick

Käse und Wein – eine ideale Kombination?

Käse und Wein zusammen genossen, sind uns allen eigentlich bestens bekannt. Doch sind sie das wirklich?


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Maître Fromager Rolf Beeler hat zusammen mit Magister Vini Christof Kilchmann den Teilnehmern dieses Anlasses die Gelegenheit geboten, die Harmonie der gleichen/ungleichen "Persönlichkeiten" selber zu überprüfen und zu beurteilen.

An die hundert erwartungsvolle Augenpaare richteten sich auf die hübsch angerichteten Teller mit Frischkäse: Stracchino Valsassina (aus Kuhmilch), St. Maure (Ziegenkäse) und Robiola di Roccaverano (Geiss-/Schafkäse). In den Gläsern funkelte der rassige Bougy Père Louis 97 (Chasselas), der nach Limonen duftende Blanc Côte de Tongue Domaine Croix Belle 97 (Sauvignon/Chardonnay/Grenache) und der elegante Blanc Bordeaux Château Thieuley 1997 (Sauvignon/Sémillon).

Nun erfolgte die "Mariage

Die Degustationsleiter boten mit ihren informativen Anleitungen über Werdegang und Herkunft jedes einzelnen "Partners" die Möglichkeit, dass die Degustationsteilnehmer die "Mariage" vollziehen und sich ihr eigenes Bild über Harmonie und Zusammenspiel der verschiedensten Käse mit den verschiedensten Weinen machen konnten.

Auf dem zweiten Teller wurden Weissschimmel Weichkäse serviert. Ein Gyrebader Camembert aus dem Zürcher Oberland, ein Brillat Savarin Bourgogne und ein Brie de Meaux fermier aus der Ile de France. Folgende Weine wurden dazu gereicht: ein filigraner Pernand-Vergelesses 1995 (Chardonnay), ein Chardonnay de Sierre 1997 und ein nach Blüten duftender Côte de Brouilly 1997 (Gamay).

Der dritte Teller beinhaltete Rotschmierweichkäse wie Taleggio Valsassina, Stanser Chuefladä, Stanser Schafkäse und Epoisse au Marc. In den Gläsern leuchtete ein gehaltvoller Shiraz du Valais 1995 und ein vornehmer Vosne Romanée 1995.

Die Teller mit Halbhart- und Hartkäse enthielten Alpkäse aus dem Centovalli und dem Hochybrig, 16 Monate alten Emmentaler, einen Zamorano Schafskäse aus Spanien und einen 5-jährigen Sbrinz. In den Gläsern warteten rote Spitzenweine wie Pessac-Léognan 1990 Château Fieuzal, Toscana IGT 1995 Tassinaia und Barolo 1990 Brunate. Den fünften Teller zierten die zwei Blauschimmelkäse Roquefort Papillon noir und Blue Stilton. Aus den Gläsern duftete ein Sauternes 1995 Château Suduiraut und ein Muscat de Lunel 1997 Clos Bellevue.


Anforderungen und Erlebnis waren hoch

Die Anforderungen an die Degustationsleiter und die Degustatoren waren sehr hoch. Die Ausführungen von Rolf Beeler zu den verschiedenen Käsesorten und die Erläuterungen von Christof Kilchmann zu den kredenzten Weinen waren lebhaft und äusserst interessant. Alle siebzehn Käse zeugten von überdurchschnittlicher Qualität und waren von idealer Reife. Die dreizehn Weine präsentierten sich ebenso "heiratsfähig", waren jung, rassig, duftig aber auch elegant, ausgewogen und edel. Doch wer passte nun am besten zu wem? Diese Frage konnte sich jeder Teilnehmer selber beantworten, denn schliesslich vermählte er ja die "ausgewählten Partner".

Begeisterte Stimmen bezeichneten den Abend als aussergewöhnliches Erlebnis. Die Favoritenpaare wurden eifrig notiert und künftig wird sich wohl jeder seine eigene köstliche Kombination von Käse und Wein auftischen (lassen). Viel Spass!

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