Degustation Portugal

Aus Weinbruderschaft

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Liebe Weinfreunde

Vor Weihnachten die Kältewelle und jetzt, der lang ersehnte Schnee. Ja, es ist Winter geworden. Doch bald wird auch wieder diese Jahreszeit zu Ende gehen und es tönt:

Jetzt stehen wir alle vor den neuen Kalendern

und freuen uns wieder aufs neue Jahr.

Wir wollen uns bessern, wollen viel verändern,

und sind doch froh, wenn's wieder wird, wie es war.

Wir machen Pläne von Neujahr bis Silvester,

darüber noch hinaus, das ist doch klar!

Doch Bequemlichkeit ist unseres Eifers Schwester,

so reicht es oft nur von Silvester bis Neujahr!

(Karl Werner Dickhöfer)

Wir wünschen ihnen im neuen Jahr alles Gute und beste Gesundheit. Die Hoffnung ist gross, dass sie alle gut im neuen Jahr gestartet sind und alle Termine im Jahresprogramm 2018 in ihrem Kalender eingetragen haben.

Portugal blickt auf eine alte Weinbaugeschichte zurück und ist vor allem für Portwein, Madeira und die Korkproduktion bekannt. Es ist aber auch das Land unzähliger autochthoner Rebsorten. Zudem ist das Douro-Gebiet eines der ersten herkunftskontrollierten Gebiete überhaupt. Heute stellt der Weinanbau für Portugal einen wichtigen Wirtschaftszweig dar, der rund 15 Prozent der Bevölkerung Beschäftigung bietet. Portugiesische Weine gewinnen zunehmend an Bedeutung und finden weltweite Anhänger. Vielleicht auch bei den Zofinger Weinfreunden?

Wir konnten mit Susanne Plüss von Gomes Weine aus Basel eine schweizweit bekannte Portugal-Kennerin für unsere Degustation gewinnen. Sie wird uns eine kleine aber qualitativ hochstehende Auswahl an portugiesischen Weinen vorstellen.


Einladung zur Degustation Portugal am Donnerstag, 1. März 2018 um 19.30 Uhr im Hotel Zofingen, Zofingen.

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Die Weine werden präsentiert und kommentiert von Susanne Plüss, Gomes Weine, Basel

Der Unkostenbeitrag beträgt CHF 75.— pro Person, für Mitglieder CHF 65.— pro Person

Im Preis eingeschlossen sind die Weine, das Mineralwasser und der Imbiss am Schluss des Anlasses.

Auch Bekannte und Freunde sind herzlich willkommen.

Ihre Anmeldung erwarten wir bis Donnerstag, 22. Februar per E-Mail an ahaller@swissonline.ch.

Bitte bringen Sie Ihre Degustationsgläser mit! Für Gäste stehen Gläser zur Verfügung.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und wünschen Ihnen einen interessanten und vor allem genussreichen Abend.

Ein kleines Land zeigt Grösse

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Es kann nicht anders sein, die Römer brachten die Reben und den Weinbau nach Portugal. Im 12. Jahrhundert gründete der Zisterzienser-Orden 18 Klöster und beeinflusste den Weinbau nachhaltig. Der portugiesische König Dom Dinis „Bauernkönig“, förderte die Landwirtschaft und den Weinbau so entscheidend, dass mit den Erträgen eine Handelsflotte aufgebaut werden konnte. Daraus wuchs ein florierender Weinhandel mit Großbritannien. Nach der Erhebung von hohen Zöllen auf französische Weine, entdeckten die englischen Weinhändler den portugiesischen Rotwein als Alternative. Der Portwein und der Madeira wurden dabei die Exportschlager. Mit über 50 % ist Portugal der weltweit grösste Produzent von Korken. Eine weitere Besonderheit sind die unzähligen einheimischen Reben. Im „Land der 500 autochthonen Rebsorten“ wurden diese grossteils als Gemischter Satz angebaut. Die häufig gleichen Namen oder Synonyme sorgten regelmässig für Verwirrung. Durch DNA-Analysen konnten jedoch einige Abstammungen geklärt werden. Portugal besitzt beste klimatische Voraussetzungen. Weine aus dem Landesinneren fallen durch das heisse Klima schwerer aus und ergeben tanninreiche aromatische Tropfen. Im nördlichen Teil Portugals sorgt der Atlantik für Kühle und viel Regen. Die Sommer sind lang, sodass insbesondere weisse Beeren bestens ausreifen und ideales Traubengut für frische und leichte Weissweine liefern. Auf 240‘000 Hektar Rebfläche werden ca. 30% Weissweine und 70% Rosé- und Rotweine erzeugt. Vinho Verde - diese Bezeichnung steht wie keine zweite für Portugals Weisswein. Leicht, blumig und mit frischen Noten sorgt der Vinho Verde weltweit für gute Stimmung. Portugal bietet jedoch noch einiges mehr an Weissweinen, mit vielen belebenden Fruchtaromen, gehaltvollem und würzigem Abgang. Tanninreich und kräftig sind dann die Rotweine Portugals. Mit einer präsenten Säure und mittelschwerem Körper machen die portugiesischen Rotweine ausgesprochen lagerfähig. Die besten Rotwein-Trauben Portugals werden in Eichenholz ausgebaut und verleihen diesen Weinen den typischen portugiesischen Charakter.


Rückblick

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Susanne Plüss von Gomes Weine Basel führt uns heute durch die Wein Welt des portugiesischen Festlands. Porto und Madeira lassen wir heute links liegen und beschäftigen uns mit den über 500 autochthone Rebsorten die das Land zu bieten hat. Bei dieser Vielfallt wundert es nicht, wenn einige von uns früher oder später an die Grenzen ihres Weinlateins stossen. Alvarinho, Touriga Nacional, Touriga Franca, Tinta Roriz, Aragones, Trincadeira, Alicante Bouschet, Baga und viele weitere Sorten finden heute Abend den Weg in unsere Gläser.


Land der Gegensätze

Portugal pflegt eine über tausendjährige Weintradition. Überall wird Wein angebaut, auch wenn regional die unterschiedlichsten geologischen, klimatischen und topologischen Bedingungen herrschen. Genau dies macht die verschiedenen Terroirs aus und hat zu der einzigartigen einheimischen Sortenvielfalt geführt. In Portugal trifft man quasi auf einen Mikrokosmos der Wein Welt, der von Gegensätzen geprägt ist und fast alles vereint was man sich vorstellen kann. Während im Landesinneren noch schwere, tanninreiche Rotweine sowie Port- und Madeirawein vorherrschen, kommen aus dem kühlen atlantischen Klima des Nordens leichte Weissweine wie der Vinho Verde. Trotz modernen Kelterungsmethoden, wird der Wein mancherorts noch sehr traditionell produziert in dem er etwa zum Pressen mit den Füssen getreten wird. In der Degustation können wir uns selbst davon überzeugen, dass sich ein so produzierter Wein durchaus geniessen lässt.

Degustatio durch die Weinbauregionen

Die Degustation führt uns durch einzelne Weinbauregionen mit ihren Eigenheiten und Rebsorten.

Im feuchtwarmen Minho werden die Rebstöcke an Drähten 2 Meter über den Boden gezogen. So reift die Traube in luftiger Höhe und die Pflanze ist geschützt vor Bodenfrost. Alvarinho heisst eine bekannte Vertreterin dieser Region. Dank ihrer fruchtigen Säure wird sie für den «Vinho Verde» verwendet.

Im Douro mit den steilen Schieferhängen, muss sich die Wurzel durch Schieferplatten in die Tiefe kämpfen um auf Nahrung zu stossen. Maschinelle Bearbeitung ist in diesen eng terrassierten Rebbergen vielerorts nicht möglich. Die Tinta Roriz, die in Spanien als Tempranillo bekannt ist wird hier angebaut. Das Tal zählt zu den UNESCO Weltkulturerben.

In Setubal auf fruchtbarer, sandiger Ebene wachsen hauptsächlich einheimische Sorten für trockene Rot- und Weissweine. Periquita, die bekannteste rote Rebe der Region, auch Castelão Francês genannt, ergibt Weine, die gut altern und ein charakteristisches Aroma entwickeln.

In der Region Lisboa (früher Estremadura genannt) nördlich von Lissabon besteht die Landschaft aus lieblichen Hügeln, sie ist fruchtbar und dicht besiedelt. Es ist die Region mit der höchsten Weinproduktion im Lande. Lange wurde hier auf Massenproduktion gesetzt. Mit der Umstellung auf Qualitätsweine konnte dieses Image in den letzten Jahren vielerorts korrigiert werden. In Bairrada trifft man auf über 100-jährige Rebstöcke. Hier wird Baga, die meistverbreitete rote Sorte Portugals angebaut. Aus ihr ergeben sich kräftige, komplexe, langhaltbare Tropfen. Die Region ist aber auch bekannt für Schaumweine.

Die Böden im Alentejo sind nur mittel oder wenig fruchtbar. Sie bestehen hauptsächlich aus Granit, stellenweise mit Schiefer und Quarz versetzt, und in einzelnen Region dominiert der Kalk. Hier werden neben verschiedensten einheimischen Sorten auch internationale kultiviert, wie Cabernet Sauvignon und Sirah.

Hochachtung vor dem «Vinho Regional»

Lange wurden kaum sortenreine Weine hergestellt, sondern hauptsächlich Blends. Erst mit dem Eintritt in die EU hat man begonnen vermehrt auf Qualitätsbezeichnungen zu setzen und auch sortenreine einheimische Weine zu produzieren. Aber viele Produzenten verzichten auf die Gütesiegel und vermarkten ihren Wein als «Vinho Regional». Dies verleiht ihnen mehr Freiheit bei der Sortenwahl für die Assamblage und führt, wie sich uns gezeigt hat, zu ausgezeichneten Resultaten. So wundert es nicht, dass in Portugal Gütesiegel oft eine untergeordnete Rolle spielen, viel wichtiger ist der Produzent!

Degustierte Weine

Espumante Vadio Bruto Branco, Bairrada, Vilarinho do Bairro

Quinta de Alderiz Alvarinho, 2016 DOC Vinho Verde, Minho, Pias

Terras do Anjo Branco, 2014 Lisboa, Merceana

Olho do Mocho Reserva Branco, 2014, Alentejo, Cuba (mit Füssen gepresst)

Dom Rafael 2013, DOC Alentejo, Casa Branca

Periquita Reserva, 2015, V.R. de Setubal, Azeitão

Quinta dos Murças Minas, 2015 DOC Douro, Covelinhas

Quinta do Pinto Touriga Nacional, 2015, V.R. Lisboa, Merceana

Herdade do Rocim Alicante Bouschet, 2015, Alentejo, Cuba

Cartuxa Tinto, 2014, DOC Alentejo, Évora

Risu do Isaac, 2014, DOC Douro, Covas do Douro

Quinta do Javali Reserva, 2013, DOC Douro, S. João da Pesqueira

Malhadinha Vinho Tinto, 2014, Alentejo, Albernoa


Zum Abschluss, passend zu den letzten 3 Weinen serviert uns die Küchencrew vom Hotel Zofingen einen “Gebratenen Fisch auf Gemüsereis”. Speise und Weine harmonieren sehr und machen Lust auf mehr!

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Karin Schenk hat für alle Teilnehmer eine "Süsse Überraschung" dabei. Ihre Grand Crue Schokolade aus Eigenproduktion "Chocovin". Alex Haller bedankt sich im Namen aller bei Karin und übergibt ihr ein Geschenk in flüssiger Form.


Degustierte Weine.jpg Fisch mit Gemüsereis.jpg Degustation Portugal.jpg

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