Das Wallis bei uns zu Gast

Aus Weinbruderschaft

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Das Wallis zu Gast, wie die wenigsten es kennen. Erste Degustation im Jubiläumsjahr der Weinbruderschaft St. Martin zu Zofingen.

Eine nicht alltägliche Begegnung mit dem Wallis und seinen Weinen steht allen Interessierten bevor.

Die erste Degustation im Jubiläumsjahr zeigt jedoch nicht "nur" Fendant und Dôle, was bestimmt auch interessant wäre. Chasselas, Pinot Noir und Gamay sind den meisten geläufig. Dass im Wallis jedoch noch über vierzig weitere Rebsorten angebaut werden, ist doch etwas weniger bekannt. Hier kann sich für viele eine neue Optik für die Walliser Weine eröffnen. Heute sind zahlreiche Rebbauern bemüht, alte und fast vergessene Rebsorten zu pflegen und nach modernen Gesichtspunkten zu vinifizieren. Dabei wird auch der traditionelle Rebbau nicht vergessen. Scheint doch interessant!

Fernand Schalbetter aus Sion, seines Zeichens Direktor der OPAV, wird den Besuchern fünfzehn Weine aus fünfzehn Rebsorten von fünfzehn verschiedenen Produzenten präsentieren. Aus organisatorischen Gründen ist eine Anmeldung unbedingt erforderlich. Sollten mehr Anmeldungen eingehen, als Sitzplätze vorhanden sind, entscheidet die Reihenfolge des Eingangs. Ein bescheidener Eintrittspreis, resp. Unkostenbeitrag (siehe Inserat) für diese aussergewöhnliche Weindegustation, bei welcher auch ein Imbiss (Walliserteller) offeriert wird, kann beim Säckelmeister an der Abendkasse (ab 19.30 Uhr) beglichen werden. Weitere Auskünfte oder Anmeldungen beim Stubenmeister Willi Spürgin, Telefon 062 / 797.43.36 oder per e-Mail Anmeldeschluss ist der 20. Januar 1999.




Inhaltsverzeichnis

Rückblick

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Erste Degustation im Jubiläumsjahr der Weinbruderschaft St. Martin zu Zofingen

Die erste Degustation im Jubiläumsjahr war wie vor 40 Jahren dem Thema "Wallis" gewidmet.

Das Vermächtnis der Römer

Es gibt keinen Hinweis darauf, dass die Rebe im Wallis angebaut wurde, bevor Julius Cäsar im 1. Jahrhundert v.Chr. die Gallier besiegte. Man hatte allenfalls eine wilde Rebe, die Vitis sylvestris entdeckt, deren Frucht den anderen Beeren dieser Gegend ähnlich war. Die Römer brachten nicht nur Krieg, mit ihnen kamen Öl, Wein, Tongefässe, Metalle und Gewürze in die Gegend. Sie führten eine neue Sprache, eine neue Zivilisation und eine neue Kultur ein. Die ersten Reben wurden an den Ufern der Rhone angebaut.

Rebberge mit einer Vielfalt an Rebsorten

Das Wallis ist heute der bedeutendste Schweizer Weinbaukanton. Gemessen an anderen Weinbaugegenden, wie etwa dem Bordelais mit seinen 100'000 Hektaren, nehmen sich die 5300 Hektaren Rebfläche vergleichsweise sehr bescheiden aus. Die Zerstückelung der Rebfläche ist gross. 22'700 Besitzer teilen sich rund 120'000 Rebparzellen. Diese Zahl könnte täuschen, wenn man nicht wüsste, dass nur 250 Domänen über mehr als zwei Hektaren verfügen. Dies zeigt die starke Verbundenheit der Walliser Familien mit ihren Reben, die oft seit Jahrhunderten von Generation zu Generation weitergegeben wurden.

Die Rebberge liegen hauptsächlich nördlich des Rhone-Ufers und mehrheitlich im Unterwallis. Je nach Bodenbeschaffenheit, Höhenlage und Lage der Rebberge kommt der Abstimmung zwischen Boden und Rebsorten eine wichtige Bedeutung zu. Wenn auch weit über vierzig verschiedene Rebsorten gedeihen, muss relativiert werden, dass drei Sorten 85 Prozent der Walliser Weinbaufläche einnehmen, nämlich Pinot Noir, Chasselas und Gamay. Der Johannisberg (Sylvaner oder Gros Rhin) nimmt Platz vier unter den fünfzehn Hauptsorten ein. Allerdings besteht die Tendenz, dass immer mehr Weinbauern alteingessene oder fast vergessene Rebsorten pflegen. Der Anteil an autochthonen Rebsorten, wie Humagne Rouge, Petite Arvine, Amigne sowie an erfolgreich im Wallis eingeführten Sorten wie Marsanne Blanche oder Syrah, steigt. Zudem finden sich auch Chardonnay, Malvoisie (Pinot Gris), Muscat, Cornalin, RieslingxSylvaner sowie Pinot Blanc unter den bekanntesten angebauten Rebsorten. Die Palette ist bunt und reich an Vielfalt.

Degustationsleiter Fernand Schalbetter aus Sion stellte den Besuchern fünfzehn Weine aus fünfzehn Rebsorten von fünfzehn verschiedenen Produzenten vor. Wahrlich eine aussergewöhnliche Möglichkeit, die Walliser Weine ins Lampenlicht zu rücken und uns Deutschschweizern näher zu bringen. Gekonnt und mit echtem Humor gewürzt, leitete er durch die önologische Landschaft seines Kantons, verglich schmunzelnd Weine mit politischen Persönlichkeiten und bemerkte, dass "ein eschter Waaliser Fransösisch schprischt"...

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Die Degustation begann mit den Weissweinen, welche knapp die Hälfte der Walliser Weinproduktion ausmachen. Fendant, sei immer der richtige Wein und gehöre, wie das tägliche Brot zum Walliser Alltag. Ueber 1000 verschiedene Fedants werden aus der Chasselas-Traube gekeltert. Fruchtig, elegant und rassig zeigte er sich im Glas. Humagne blanc oder blanche wird nur gerade auf 8 Hektaren angebaut und gilt mehr als Rarität denn als Spezialität. Seinen Ruf als "Wöchnerinnenwein" hat er dem hohen Eisengehalt zu verdanken und der Tatsache, dass die Hebammen scheinbar immer eine Flasche im Köfferchen mittragen sollen...


Johannisberg wird heute nur noch in Spitzenlagen angebaut. Dieser zeigte ein mittleres Grüngelb und ein Bukett von Ananas und Quitten und gilt auch heute noch als "Sonntagswein". Dôle blanche ist ein Süssdruck aus Pinot Noir- und Gamay-Trauben. Der Muscat ist eher ein Einzelgänger, weil er als hochinteressante, gastronomisch vielseitig einzusetzende Spezialität bekannt ist. Petite Arvine präsentierte ein komplexes Bukett, salzige Noten im Gaumen, eine markante Struktur mit etwas Zitrusfrüchten im Abgang.


Die Rotweine waren mit einem tiefroten, sortentypischen Gamay, einem gefälligen Dôle de Sierre und einem Pinot Noir, welcher Aromen von Beeren und schwarzen Kirschen zeigte, bestens vertreten. Ergänzt wurden sie durch einen vollmundigen, rassigen und eleganten Cornalin, einen Humagne Rouge, welcher mit seinem kernigen Tanin ein grosses Alterungspotential verspricht, sowie einen fast schwarzroten Syrah, welcher mit einem reichen, üppigen Bouquet überraschte. Als Spezialitäten kredenzte Herr Schalbetter den Ermitage (Marsanne Blanche) mit feinen Pfirsicharomen, den Amigne mit einer charaktervollen harmonischen Eleganz und den Malvoisie, welcher ein reiches Bouquet von Früchten gepaart mit Lebhaftigkeit, Harmonie und Vollmundigkeit präsentierte.

Das Weinland Wallis

als Land der Kontraste und der extremen Verschiedenartigkeit bietet der Rebe eine Vielfalt an Terroirs, die aussergewöhnliche und grossartige Weine hervorbringen. Fünfzehn Rebsorten konnte Herr Schalbetter uns näher bringen. Dies ist ein sehr guter Anfang. Nun gilt es auch noch die anderen 32 Rebsorten und ihre Weine im Wallis zu entdecken.

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