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Champagner Erlebnis – Weinbruderschaft

Champagner Erlebnis

Aus Weinbruderschaft

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Es muss ja nicht immer Champagner von Dom Perignon, Veuve Clicquot oder Bollinger sein!

Weltweit werden ca. 1'500 Mio Flaschen Schaumwein hergestellt. Davon sind ca. 330 Mio. Flaschen Champagner aus der Champagne. Der Name Champagner ist gesetzlich geschützt und darf nur in der Champagne verwendet werden. In Frankreich wird auch der fein schäumende Crémant produziert. Aus Italien mit ca. 300 Mio. Flaschen kennen wir den Spumante von Asti und den Prosecco.

Schaumweine aus Spanien, vor allem aus Katalonien, werden Cavas genannt. Aus Deutschland kennen wir den Sekt und den Perlwein. Im englischen Sprachraum werden Schaumweine als Sparkling Wines angeboten. In Ungarn heisst er Pezsgö, in Südafrika Vonelwyn …….

Schaumweine haben eines gemeinsam: sie enthalten natürliche Kohlensäure. Der Zuckergehalt liegt zwischen 3 - 80 g/l, je nach Art des Schaumweines (Brut, Demi sec etc.). Schaumwein braucht aber auch eine feine Säure. Harmonisch wirkt er, sobald ein ausgewogenes Säure- und Zucker-Verhältnis (Dosage) im Spiel ist.

Wer kennt die Champagnerpreise nicht. Teilweise werden Marktpreise bezahlt, die schlichtweg, wie bei anderen Genussmitteln, überhöht sind. Aber der Handel floriert. Weinfreunde suchen Alternativen, welche ihnen Freude und Genuss bereiten, so auch Priska und Xaver Widmer. Auf einigen Reisen in die Champagne wurden sie fündig und nun stellen sie uns diese Champagner vor.

Was isst den der Weinkenner zum Champagner? Auf diese Frage werden wir mögliche Antworten erhalten.

Winston Churchill schreibt zum Beispiel über den Champagner folgendes "Geschmackvolle Menschen sind sich darüber einig, die Champagner sind ein tägliches Vergnügen für alle, die zu leben wissen!"

Da Sie als Weinfreund zu leben wissen, lassen Sie sich doch verführen mit etwas Neuem im neuen Jahr mit einem Glas Champagner und etwas Feinem zum Knappern. Wir freuen uns mit Ihnen auf dieses Erlebnis.



Inhaltsverzeichnis

Degustations-Rückblick

Mit knallenden Korken eröffnete der neu amtierende Stubenmeister Alex Haller seine Amtszeit, das junge Vereinsjahr 2010 und begrüsste die Weinfreunde und Gäste der Weinbruderschaft zum prickelnden Champagner Erlebnis, die Magisterarbeit von Priska und Xaver Widmer. Die beiden hatten sich nach der schriftlichen Prüfung für eine Degustation mit dem nicht alltäglichen Thema Champagner entschieden: "Champagner und Essen, das wäre das Höchste!" Anfänglich gehegte Bedenken der Referenten, dass mangels Interesse am "speziellen Wein" lediglich eine kleine Gruppe von Weinfreunden sich angesprochen fühlen könnte, wurden durch den eindrücklichen Besucherandrang radikal ausgeräumt. Auch Kellermeister Ruedi Schnelli hatte seinen "ersten Auftritt" in seinem neuen Amt.

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Der "spezielle Wein"

Champagner ist wirklich ein ganz spezieller Wein und schon Voltaire bemerkte: "Die schäumende Natur dieses französischen Weines offenbart das wahre Genie des französischen Volkes." Angeblich sollen fast zwei Drittel des Champagners in Frankreich selber genossen werden, der übrige Drittel der Produktion wird in die EU, USA, Japan, Russland und natürlich auch in die Schweiz exportiert. Champagner kann bei jeder Gelegenheit genossen werden und macht sich zum "festlichsten aller Getränke", zum Favoriten bei grossen Empfängen wie auch beim Tête-à-Tête. Seinen Glanz und Auftritt macht er aber auch als Apéro mit feinen Häppchen, zur Vorspeise mit diversen Köstlichkeiten aus Fisch und Fleisch, zum Hauptgang mit warmen Gerichten sowie zum Dessert mit Früchten, Mousses oder Glacé-Spezialitäten.

Landschaft und Zufall

Die Region Champagne ist eine liebliche Landschaft mit sanften Hügeln im nordöstlichen Frankreich gelegen und die Weinbauregionen gliedern sich auf 33'500 ha Fläche in die vier wichtigsten wie Montagne de Reims, Vallée de la Marne, Côte des Blancs und Côte des Bar. Landwirtschaft ist prägend und seit dem 4. Jahrhundert wird vorwiegend Rebbau und Zuckerrübenanbau betrieben. Lediglich 3% der gesamten Rebfläche Frankreichs liegen in diesem Gebiet, das klimatisch nicht besonders verwöhnt ist. Der anfänglich gepflegte Wein war ein einfacher Weisswein, der nach der Gärung im Fass auf die Flaschen gezogen und im Keller gelagert wurde. Erstaunt stellte man im darauffolgenden Sommer fest, dass der Wein perlte! Die Bedeutung dieser damals gemachten Entdeckung war kaum zu ermessen… Durch den "Fehler", den Wein zu früh in die Flaschen zu füllen, entstand durch Zufall eine neue Spezialität. Denn durch die kühlen Wetterbedingungen während der Gärung im Herbst stoppte diese und im Frühjahr erfolgte ungewollt eine Nachgärung in der Flasche. Der Wein perlte! Dom Pérignon soll die durch diesen Zufall entdeckte Méthode Champenoise verbessert und zum weiteren Erfolg gebracht haben. Die Kunst dieser Entdeckung wurde über Jahrhunderte veredelt und trägt zum heutigen Renommé des Champagners bei.

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Champagner

Der Name Champagner ist streng geschützt und unterliegt strikten Richtlinien. Ein abgegrenztes Anbaugebiet, Anbauvorschriften der Pflanzdichte, die Beschränkung der Rebsorten auf Pinot Noir, Pinot Meunier und Chardonnay, die Beschränkung der Ertragsmenge auf 15'500 kg Trauben pro Hektare (davon dürfen maximal 12'400 kg/ha für AOC gebraucht werden. 160 kg Trauben ergeben maximal 102 Liter Most, davon sind nur 82 Liter Most mit der besten Qualität für die Cuvées zugelassen, der Rest ist "Tailles" und wird als Vin de réserve separiert) und der Lesezeitpunkt des Traubengutes wird behördlich festgelegt. Obligatorische Handlese, schonende Pressung, Flaschengärung und Mindestlagerzeit auf der Hefe sind vorgegeben, wie auch die Chaptalisation auf 1%, die Dosages streng geregelt und der Alkoholgehalt auf 9 bis maximal 13 Volumenprozent festgelegt. Nach der Traubenlese Ende September, wird nach dem Abpressen der Most sofort von der Maische getrennt, um den roten Farbstoff der Schalen(beim Grundwein Pinot Noir und Pinot Meunier) nicht zu übertragen. Die erste Gärung erfolgt temperaturkontrolliert in Holzfässern oder Stahltanks und wird nach ungefähr drei Wochen als stiller Wein von der Hefe gezogen. Der Grundwein ist bereit und nun erfolgt die Assemblage, ein wichtiger Teil der Champagner-Herstellung, die hohe Kunst der Produzenten. Für die zweite Gärung wird nach der Assemblage dem Wein erneut Hefe und Zucker beigemengt. Der Wein wird in Flaschen abgefüllt und mit Kronkorken verschlossen. Nach weiteren 3 Wochen entsteht durch diese zweite Gärung in der Flasche reichlich CO2 und der Druck steigt auf 5-6 bar. Die Flaschen lagern alsdann mindestens 15 Monate, Spitzenprodukte einige Jahre im Keller bevor sie zum Rütteln gebracht werden. Die Gärungsrückstände der zweiten Gärung, Maske genannt, muss nun entfernt werden. Traditionell werden die Flaschen in Holzgestellen jeden Tag etwas schräger und täglich um 1/8-Drehung von Hand langsam auf den Flaschenhals gestellt. Gute Rüttler schaffen pro Tag 40'000 Flaschen! Heute wird das Rütteln durch Maschinen wesentlich vereinfacht, doch braucht es weitere 3 Wochen, um die Flaschen zum Degorgieren bereit zu stellen. Die Maske im Flaschenhals wird durch das Oeffnen des Kronkorkes mittels gekonnter Handfertigkeit oder etwas leichter im Eisbad (-24 C) entfernt, mit der Versanddosage, dem strengst gehüteten Geheimnis der Champagnerhersteller, wird ein Liqueur d'expédition (mit Zuckerzusatz) ,nachgefüllt und nun definitiv mit dem berühmten Korkzapfen mit Drahtgitter verschlossen, um dann nach weiteren 3-4 Monaten im Keller zur Auslieferung zu gelangen. Ist dieser Vorgang abgeschlossen, ist der Champagner trinkreif und sollte innert 2-4 Jahren getrunken werden.

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Etiketten geben wichtige Informationen

Normalerweise werden rund 80% der Champagner aus diversen Jahrgangsweinen der erlaubten Rebsorten verschnitten, meist werden 70% der Grundweine des Vorjahres zusammen mit den Vins de Réserve, die manchmal über Jahre separat in Fässern lagerten, assembliert. Dies erlaubt eine gute und konstante Qualität herzustellen. Einzig Millésimes sind reine Jahrgangs-Champagner. Auf der Etikette jeder Flasche finden wir die Bezeichnung Champagne (ist AOC), Name, Markenname und Adresse des Herstellers, Flascheninhalt und Alkoholgehalt.

Weitere wichtige Informationen, um für sich persönlich den bevorzugten Champagner zu finden, sind die Angaben des Restzuckergehaltes wie doux (Dosage mit mehr als 50g Restzucker; selten bei Champagner!), demi-sec (35-50 g), sec (17-35g), extra-sec (12-20g), brut (bis 12g), extra brut (bis 6g), brut nature(0g) und dadurch definieren sich die Geschmacksnuancen zwischen lieblich und trocken. Also aufgepasst mit wortwörtlichen Übersetzungen: demi-sec oder sec bedeutet nicht halbtrocken oder trocken, wie landläufig oft gemeint wird. Die Bezeichnungen zu kennen, bewahrt vor unliebsamen Überraschungen! Die Bezeichnung tradition bedeutet Standardqualität, cuvée darf sich nur Champagner nennen, der aus Weinen der ersten Pressung gemacht wurde, réserve wird mit älteren Jahrgängen aus denselben Lagen assembliert, cuvée prestige sind Spitzenerzeugnisse, blancs de blancs ausschliesslich aus Chardonnay, blancs de noirs ausschliesslich aus Pinot Noir und Pinot Meunier hergestellt, rosé wird ebenfalls den letzteren hergestellt. Weiter ist auch ein 2-Buchstaben-Code mit der Produzentennummer zu finden. Diese Kürzel sind sehr aufschlussreich: NM (négociant manipulant) bedeutet Handelshaus, das den Champagner ausbaut und selbst vermarktet; RM (récoltant manipulant) ist ein Winzerbetrieb der selber den Champagner herstellt und vertreibt; CM (coopérative de manipulation) bedeutet genossenschaftlicher Ausbau und Vertrieb; RC (récoltant coopérateur) Winzer, der genossenschaftlich ausbauen lässt, aber selber vermarktet; ND (négociant distributeur) Handelshaus, das fertige Champagner kauft und unter eigener Marke vertreibt und MA (marque d'acheteur) Grossabnehmer, der ein Handelshaus bittet, den Champagner mit der Etikette seiner Marke zu versehen und den Vertrieb anschliessend selber macht.

Datei:Vorspeise.jpg Hauptgang.jpg Dessert.jpg AlexGuenthard.jpg


Degustation mit Essen

Die Jahresproduktion von Champagner liegt bei ca. 330 Mio. Flaschen, was einem Umsatz von ca. 4 Mia. EURO entspricht. Mit einigen wenigen Flaschen davon ermöglichten Priska und Xaver Widmer zusammen mit der Crew des Hotels Zofingen und des Stubenrates ein einmaliges Champagner Erlebnis! Kaum jemandem war es zuvor vergönnt in 3 Flûtes nebeneinander zwei Carte-d'Or, 1er Crus (brut und extra brut) mit dem Millésime 2004 des Doyard-Mahé, aus Vertus miteinander zu verkosten. Alle drei Champagner sind blancs de blancs und präsentierten sich goldfarben, feinperlend, rassig, mit lebendigem Bouquet. Die dazu servierten Vorspeise-Häppli rundeten den Genuss vollends ab. Die zweite 3er-Serie kam aus Mareuil-sur-Aÿ. Alles Cuvées mit Pinot Noir: Fleur Mareuil, 1er Cru und Brut Vigneron, 1er Cru aus dem Hause R. Pouillon & fils, beide in goldgelber Robe, feine Nase mit Noten von Orangenduft, Quitten, Honig und Feigen, sowie ein Royale Réserve, Brut, aus dem Hause Philipponnat, der lichtes Grüngelb mit Veilchen-, Honig- und Marzipanduft zeigte. Diese wunderschönen Gewächse wurden zum exquisiten Hauptgang serviert. Zum Dessert-Teller wurden zwei Rosé Champagner kredenzt, den Rosé brut von Doyard-Mahé und den Rosé brut, 1er Cru von R. Pouillon. Der erste wurde aus 88% Chardonnay und 12 % Pinot Noir gekeltert, der zweite aus 100% Pinot Noir Trauben. Beides ganz herrliche Rosé-Champagner, die verführerisch mit dem fruchtigen Dessert im Gaumen spielten.

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Welch ein Erlebnis!

Der langanhaltende Applaus galt den beiden Referenten Priska und Xaver Widmer, die nicht nur ein grosses Wissen um die Region Champagne und die Champagnerweine haben, welche sie grösstenteils selber vor Ort besorgten und wo sie mit den Produzenten und ihren Familien auf Du-und-Du sind - es gelang ihnen auch die Champagner mit viel technischen Hintergrund-Informationen gekonnt zu präsentieren und allen Teilnehmern einen äusserst köstlichen und vergnüglichen Abend zu bescheren. Der Stubenmeister und ehemalige Obmann Prüfungsrat Alex Haller gratulierte zur "mit Bravour bestandenen Magisterarbeit" und überreichte das wohlverdiente Zinntellerli als Auszeichnung!

Der Stubenmeister überreichte auch Herrn Günthardt, Direktor des Hotel Zofingen, als Dank für die stets grosse Gastfreundschaft symbolisch eine Flasche Champagner!

Die Teilnehmenden werden noch lange von den hervorragenden Champagnern, den vielen Informationen zu diesem "speziellen Wein", aber auch von den vielen Köstlichkeiten träumen…Es war SUPER, ganz herzlichen Dank!

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