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Burgunder-Degustation – Weinbruderschaft

Burgunder-Degustation

Aus Weinbruderschaft

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Weine aus dem Burgund - eine Degustation mit Thomas Donatsch

Lange ist es her, dass wir in der Weinbruderschaft eine Burgunder Degustation durchführten. In den 80- und 90-iger Jahren wurden Burgunder Weine ca. alle 4 Jahre verkostet. Die Weinbruderschaft setzte danach andere Prioritäten für interessante Degustationen fest. Nach über siebzehn Jahren ist es an der Zeit, eine Burgunder Degustation anzubieten. Bewusst haben wir auf die Grand Cru Lagen verzichtet und konzentrierten uns auf Regionale sowie 1er Cru Weine. Gleichzeitig wollen wir aber nicht nur Burgunder Weine verkosten. Denn wir wollen versuchen die Frage zu klären: „Sind Burgunder Weine wirklich so einmalig oder gibt es Alternativen?!“ Wir bieten Ihnen eine einmalige Gelegenheit, den direkten Vergleich zu Weinen aus der Bündner Herrschaft. Haben wir Ihr Weininteresse geweckt? Als Degustationsleiter konnten wir, den uns bestens bekannten Burgunder Weinkenner Thomas Donatsch aus Malans gewinnen. Bei verschiedenen Besuchen der Weinbruderschaft im Weinkeller von Thomas Donatsch, durften wir seine Liebe zu den Burgunderweinen kennen lernen. Er war einer der ersten in der Schweiz welcher Blauburgunder oder Pinot noir Trauben wie im Burgund im Barrique ausbaute. Wir würden uns freuen, wenn Sie unserer Einladung Folge leisten und recht zahlreich an dieser attraktiven Degustation teilnehmen würden.



IN EIGENER SACHE

Das persönliche Wort des Stubenmeisters Alex Haller:

Liebe Weinfreundinnen und Weinfreunde, Die Piemont Degustation im März 2011 war ein voller Erfolg. Ein piemontesischer Strauss an Weinen, zusammengestellt von Thomas Glanzmann aus Reiden, fand regen Zuspruch bei einer hitverdächtigen Teilnehmerzahl von Weinfreunden.

An der Regionalausscheidung für den „Coupe ANAV“ konnten wir im Chi-Rho Zofingen acht Teams begrüssen. Erfreulich auch, zwei Teams aus der Weinbruderschaft St. Martin zu Zofingen. Nach den kniffligen theoretischen Fragen lagen unsere Leute gut im Rennen. Gespannt warteten wir auf die Resultate der Blind-Degustation. Die ersten drei Ränge der Regionalausscheidung teilten sich die Teams Schaffhausen 1 und 2 sowie das Team Lenzburg-Seetal. Unsere beiden Teams hatten gut „theoretisiert und geschnüffelt“, doch wie beim olympischen Gedanken: „Mitmachen kommt vor dem Rang“. Herzliche Gratulation an unsere beiden sportlichen Teams!

Am Sonntag 22. Mai 2011 wird in Solothurn der ANAV-Kongress durchgeführt, mit der Preisverleihung des Coupe ANAV 2011. Alle Weinfreunde, auch Sie, können sich anmelden für das Galadiner am Samstag 21. Mai im Hotel Krone und/oder für das Mittagessen im Restaurant Aaregarten am Sonntag 22. Mai 2011. Anmeldedetails siehe im letzten Ami du Vin, Anmeldeschluss ist der 1. Mai 2011. Willkommen in Solothurn!

Nach längerer Absenz von Burgunderweinen haben wir für Sie wieder einmal eine Degustation vorbereitet. Wir laden Sie herzlich ein zu einem Querschnitt von Burgunder Weinen auf den Dienstag 17. Mai 2011. Mit lieben Grüssen Für den Stubenrat Alex Haller, Stubenmeister



Inhaltsverzeichnis

Rückblick

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Thomas Donatsch, seines Zeichens Winzer, Wirt des Restaurants/Winzerstube „zum Ochsen“ in Malans und Spezialist für Burgunderweine, vorzustellen erübrigt sich, denn er ist schlicht einer der besten Burgundkenner im Schweizerland! Berät er doch selbst im Burgund bestens ausgewiesene Rebbauern mit seinen profunden Kenntnissen, denn er kennt das Burgund seit 40 Jahren sehr profund.

Der Stubenmeister Alex Haller freut sich, dass es sich seit 1994 um die erste Vergleichsdegustation von Burgunderweinen bei der Weinbruderschaft St. Martin handelt, obwohl in früheren Jahren im Schnitt alle vier Jahre die Beachtung diesen Weinen galt. Wieso sind inzwischen 17 Jahre ins Land gezogen, ohne dass den Burgundern eine grössere Aufmerksamkeit geschenkt wurde? War es die Mode, war es der Preis? Zugegebenermassen, der Preis einer guten Kredenz ist inzwischen für viele in „fast astronomische Sphären“ entrückt und schlicht praktisch unerschwinglich geworden. Inzwischen haben sich nebst den Franzosen auch Italiener, Spanier, Schweizer, Oesterreicher und viele andere Weinproduzenten und Weinregionen immens verbessert und die heutige Qualität kann sich absolut mit den berühmten Weinen messen und vergleichen lassen, insbesondere auch was das Preis-/Leistungsverhältnis betrifft. Nach Erfahrung des Thomas Donatsch sind Burgunderweinliebhaber meist älteren Jahrgangs oder aber gelten Neuentdeckungen der jüngeren Weingeniesser.

Burgund – interessanteste Weinbauregion der Welt!

Burgunderweine geniessen eine ganz besondere Aufmerksamkeit, soll das Burgund doch die interessanteste Weinbauregion der Welt sein. Weshalb? Seit der Antike wird hier Weinbau betrieben. Insbesondere seit dem 12. Jahrhundert trugen Mönche der reichen Klöster Saint-Béninge, Cluny und Cîteaux sehr viel zum Ruhm des Burgunderweines bei. Sie rodeten geschenkte Ländereien und bepflanzten diese mit Rebstöcken. Der Ruf ihrer Weine wurde durch die Herzöge des Burgunds und die Könige in Versailles weit verbreitet. Seit der Französischen Revolution und später im 19. Jahrhundert hat sich viel verändert. Die Rebparzellen wurden den Klöstern enteignet und durch die Familienbesitze im Laufe der Jahre immens zerstückelt, doch die Weine dann, weil sehr bekömmlich und sehr berühmt, in alle Herrenländer exportiert.

Rebsorten

Ein weiteres Phänomen ist, dass für die Herkunftsbezeichnung (Appellation d’Origine Contrôlée) hier schlicht nur wenige Rebsorten erlaubt sind: seit 1880 Chardonnay für die Weissen und seit 200 Jahren Pinot Noir bilden die Hauptrebsorten, daneben sind bei den Rotweinen Gamay, bei den Weissen Aligoté und Pinot Blanc anzutreffen. Die gesamte Anbaufläche der Weine mit Herkunftsbezeichnung (AOC) der Côte d’Or und Côte de Nuits sind katasteramtlich definiert und an der Zahl 113. Diese Weine sind Terroirweine, d.h. die klimatischen Bedingungen, die Böden und das Mikroklima geben die unterschiedlichsten Weine, jeder hat seinen eigenen Charakter, jeder Winzer seine „bedingte“ Freiheit, denn die AOC- Rebparzellen werden amtlich sehr streng kontrolliert (Trauben, Pflege, Ertrag, Kellertechnik usw.).

Barriques für Weiss- und Rotweine

Die Burgunder-Pièces oder Barriques, wie die Eichenholzfässer genannt werden, sind eines der Hauptwerkzeuge der Winzer. Die Chardonnay-Trauben werden pro Rebparzelle separat abgepresst und vollziehen in den Barriques ihren Werdegang. Die Gärung des Traubenmostes geht mit wenig Hefe ganz langsam vor und sobald der Wein einen Zwischenhalt auslöst, wird die Hefe aufgerührt um den Fortgang zu reaktivieren. Ungefähr nach 9-12 Monaten ist dann aus dem Traubenmost Wein geworden. Hat dieser aufgehört zu „arbeiten“ wird er sofort gefiltert und auf die Flaschen gezogen. Ein interessantes Phänomen ist, dass die Tannine aus dem Barrique nur vom „fertigen“, nicht mehr arbeitenden Wein aufgenommen werden. Holztonlastige weisse AOC-Burgunder gibt es demnach keine, sofern diese korrekt ausgebaut wurden. Rotweine werden ebenfalls pro Rebparzelle in Barriques ausgebaut, zu einem Drittel in neuen, zu einem Drittel in einjährigen und zu einem Drittel in zweijährigen Barriques. Hochstehende Güter sondieren teilweise die sich nicht optimal entwickelnden Rotweine aus (bis zu 30% der Ernte) und deklassieren diese Lagenweine in die nächsttiefere Klasse. Die restlichen sich gut entwickelnden Weine werden anschliessend fassweise assembliert. Seine Weine korrekt einzuschätzen hängt einzig vom einzelnen Weinbauern ab. Guter Ratschlag des Referenten: Burgunder Rotweine sollen ruhig in der Flasche während einiger Jahre im Keller „vergessen“ werden. Ein Grossteil der edlen Tropfen ist erst nach 12-25 Jahren auf dem Höhepunkt! Sie vorher zu trinken ist fast ein Sakrileg! Durch den Ausbau in Barriques wird der Wein bis zu fünf Mal länger haltbar, als würde er im grossen Holzfass ausgebaut. Der Ertrag der Burgunderweine macht im Schnitt 3,5 dl oder 500g pro m2 aus, bei den Grands Crus gar nur 2.8dl oder 2,5 dl/m2.

Pinot Noir – ein Phänomen unter den Rebsorten

Pinot Noir oder Blauburgunder ist die einzige Rebsorte mit welcher vom teuersten Champagner über die bekömmlichsten und teuersten Rotweine auch Port-Wein erzeugt werden kann. Mit einer einzigen Rebsorte - man stelle sich das vor - wird eine Palette von Spezialitäten erzielt, die einzigartig, ja schier unglaublich reich und vielfältig ist. Dass die Pinot Noir Traube heute vielfach geklont wird, ist weder wünschenswert noch von Vorteil. Einzelne Klone würden gar die Reichhaltigkeit der ursprünglichen Rebsorte Pinot Noir verfälschen. Hier kann „zuviel“ auch negativ bedeuten, da neue Züchtungen oft Überzüchtungen bedeuten und oft nichtssagende Weine hervorbringen. Ein guter Pinot Noir ist vom Terroir abhängig und seine Qualität erfolgt echt daraus. Im Burgund der AOC dürfen keine Neuzüchtungen verwendet werden. Für die Winzer bedeutet AOC auch oftmals die „Hölle“, da über jeden Quadratmeter genauestens Buch geführt werden muss und dies vom Arbeitsaufwand des Weinbauern gut und gerne einen Drittel seiner Arbeitszeit füllt.

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Meursault – Volnay – Vosne Romanée – Chevrey-Chambertin und Malans?

Die Vergleichsprobe zusammenzustellen war nicht ganz einfach, da dem Stubenrat ein finanzielles Budget vorgegeben war. Grand Crus mussten mal des Preises wegen ausser Acht gelassen werden. So kamen dennoch einige 1er Crus und gar ein Champion du Monde zum Ausschank. Beim „Mondial du Pinot Noir“ wurden 2010 von einer internationalen Jury aus über 1100 Weinen aus 21 Ländern Pinot Noir verkostet und über 3 Jahrgänge bewertet. Das Ziel des Preises ist grosse Terroirs, aber auch Können und Kontinuität eines Winzers zu bewerten. Dass Martin Donatsch diesen Weltmeistertitel mit dem Pinot Noir „Passion“ erreichte ist schlichtweg sensationell! Die verkosteten Weine führten uns Meursault Les Clous, Chassagne-Montrachet, Chardonnay Passion Malans bei den Weissen und Pinot Noir Passion (Champion du Monde), Volnay 1er cru Clos Chênes, Pommard 1er Cru Argillières, Pernand-Vergelesses, Vosne-Romanée 1er Cru Les Suchots, Chambolle-Mussigny, Pinot Noir Unique Malans, Morey-St-Denis und Chevrey-Chambertin vor Augen, Nase und in den Gaumen. Ein herrlicher und zugleich einmaliger Vergleich!

Schweizer Weinbau im Vergleich

Heute, so führt Thomas Donatsch aus, darf sich der Schweizer Weinbau im internationalen Vergleich rühmen, dass er technisch und qualitativ vielen Ländern weit voraus ist. Auch in der Schweiz wird Rebbau seit über 1000 Jahren betrieben. Dank der Anbindung an die Forschungsanstalten des Obstbaus, wird ein hoher Standard erreicht. Und dass sogar ein Pinot Noir aus den Bündner Herrschaften Weltmeister der Pinot Noirs wurde, dürfte wohl für manchen unglaublich klingen – das Herrlichste jedoch ist jedem Weinliebhaber selbst überlassen – nämlich sein ureigenstes Befinden über seinen Lieblingswein selbst herauszufinden. Der langanhaltende Applaus der Teilnehmende war Zeichen genug wie hoch die Leistung des Referenten und der kredenzten Weine bewertet wurde. Herzlichen Dank nochmals an Thomas Donatsch!

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