Besuch Kueferei Kenel

Aus Weinbruderschaft

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__NOTOC__ Anlass für Magister und Gesellen

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Seit 1854 beliefert die Küferei Kennel die grössten Weinhäuser oder Schlösser in der Schweiz. Auch in Frankreich und im Piemont findet man treue, zufriedene „Kennel-Kunden“. „Küferei Kennel“ heisst Eichenfässer, in denen guter Wein zu Spitzenwein wird. Ein Gemeinschaftswerk also, von Weinbauer und Küfer.





Rückblick

Besuch der Küferei Kennel in Küssnacht vom 22.08.2003


Eine ansehnlich Zahl Magister und Gesellen, sowie diesmal ausnahmsweise auch die Prüfungskandidaten, liessen sich für den Besuch in der Küferei Kennel begeistern. Magister René Wälchli hat einmal mehr sein Organisationstalent unter Beweis gestellt.

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Wer fehlt noch?


In der Schweiz gibt es heute nur noch drei Küfereien. Die Eichenfässer mit Appellation controlée aus Küssnacht sind sehr gefragt und werden immer gefragter. Wieso? Das Holzfass und der Ausbau von vielen Weinen speziell im Eichenholzfass ist in den letzten Jahren sehr in Mode gekommen. Kaum eine Kellerei, in der sich neben den wunderschön hochglänzenden Chromnickelstahl-Tanks nicht auch Barriques stapeln. Aber woher stammen diese eigentlich?


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In Küssnacht, bei der 1854 gegründeten Küferei Kennel, empfing uns Roland Suppiger, Geschäftsführer und Küfermeister, ein währschafter Luzerner, der sich seit Jahren auf grosse Holzfässer spezialisiert hat und nun auch mit der Welle der Barriquomania mehr und mehr auf die Herstellung von Piècen und Barriques eingeht. Sein handwerkliches Können, sein fundiertes Wissen um das geeignete Holz und die korrekte Vorbereitung beim Einkauf, das fachgerechte Zersägen im Spiegelschnitt, die geschichtete und langjährige Lagerung zum Trocknen und natürlich die aufwändige Verarbeitung der Grundmaterialien versetzten die Anwesenden in grosses Erstaunen. Zwar kennt jedermann das Fass, doch das ganz Wissen um die Herstellung - das ist wirklich eine Wissenschaft. Mit leuchtenden Augen und echtem Engagement erklärte R. Suppiger die einzelnen Arbeitsgänge der Verarbeitung der Hölzer. Dass dabei nur sehr wenige Arbeitsgänge mit Hilfe von Maschinen bewerkstelligt werden können, liegt in der Natur der Bauweise. Handarbeit und hartes Zupacken sind gefragt. Sorgsam ausgewähltes, feinporiges Holz aus verschiedenen Provenienzen, doch vorzugsweise aus Schweizer Wäldern. Mit Säge, Zirkel, Bleistift, Stechbeutel, Hobel, Hammer, Reifen und immer wieder mit dem Nachmessen der speziell gefertigten Lehren, wobei das exakte Arbeiten beim Fügen als oberstes Gebot, entsteht nach über 20 Arbeitsstunden ein ovales oder rundes Fass.


Ein kleines unscheinbares Wunderwerk - entstanden aus einem Sammelsurium von Fachwissen!

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Fast täglich wird wohldosiert auch mit Feuer und Wasser gespielt... Wie vor Jahrhunderten lodert während Stunden im Innern des Fasses ein sorgfältig dosiertes Feuer, welches dem Fass auch den «Toast» gibt. Kontinuierlich werden die erhitzen Dauben von aussen mit kaltem Wasser bespritzt. Dank dem entstehenden Temperaturunterschied lassen sie sich biegen und mit dem Fasszug in die gewünschte Form bringen. Mit gleichmässigen Hammerschlägen werden die Reifen getrieben. So erhält das Fass die endgültige Form. Nach dem Enden, Abköpfen und Ausgerben erfolgt das Gargeln (erstellen der Nut für die Böden). Die Böden werden eingesetzt und mit naturbelassenen Dichtungsmaterialien abgedichtet.


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... und hier nun ist das Werk vollendet. Es kann nun seine Aufgabe im Keller des Winzers oder Kellermeisters in Angriff nehmen, um seine Wirkung voll zur Entfaltung zu bringen!


Ein höchst interessanter und sehr lehrreicher Besuch bei Küfermeister R. Suppiger. Schade, dass sich keine jungen Leute für diesen einmaligen und handwerklich sehr anspruchsvollen Beruf entscheiden. Herr Suppiger sucht seit Jahren geeignete Nachwuchsleute auszubilden, die sich auch in der Zukunft eine grosse Chance ausrechnen können. Sind doch ganz besonders hier auch Exaktheit und liebe zum Detail gefragt!

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