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Begegnung mit Weinen aus Portugal – Weinbruderschaft

Begegnung mit Weinen aus Portugal

Aus Weinbruderschaft

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Hugh Johnson schreibt in seinem Weinatlas über Portugal u.a. folgendes: "Der portugiesische Wein würde für moderne Business Manager eine faszinierende Fallstudie abgeben. Die lange Isolierung Portugals von modischen Trends und Patentrezepten bewahrte das reiche Erbe an einheimischen Rebsorten und sorgt nun für wahre Besonderheit in einem Europa, das von einer Hand voll internationaler Trauben so sehr überschwemmt ist"; Und weiter an anderer Stelle: "...Die Geschmacksrichtungen kommen inzwischen Ausländern besser entgegen, weil Portugal jetzt sanftere, vollere Weine produziert, auch wenn Säure und Tannin anders als bei den Weinen Spaniens noch immer deutlich hervortreten. Portugal hat seine Individualität bewahrt, ist aber endlich in die grosse weite Welt des Weines hinausgetreten".

Der Referent des Abends, Dr. Werner Koblet, ist ein hervorragender Kenner der Weinanbaugebiete an der Westküste der Iberischen Halbinsel. Auf vielen Reisen durch Portugal hat er nebst dem Wein selbst, auch die ganze Weinszene vertieft kennen gelernt. Sicher werden wir von ihm seine eigene Einschätzung über die Verhältnisse um den portugiesischen Wein erfahren, und dann selbst feststellen können, in wie weit seine Erfahrungen mit den Worten von Hugh Johnson übereinstimmen.

Lassen auch Sie sich von der ausserordentlichen Qualität dieser Veranstaltung ansprechen, kommen Sie an unsere Degustation und überzeugen Sie sich selbst.




Inhaltsverzeichnis

Rückblick

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Dr. Werner Koblet, ehemaliger Chef der Sektion Weinbau an der Eidg. Forschungsanstalt für Obst- und Gartenbau in Wädenswil, ist unter anderem auch ein begnadeter Erzähler. Auf vielen Reisen hat er nebst dem Wein, auch Land und Leute vertieft kennengelernt. Seit einiger Zeit studiert er Portugiesisch, damit er sich noch besser mit den Rebbauern und Weinproduzenten unterhalten und ihnen die vielen Geheimnisse rund um die portugiesischen Weingepflogenheiten entlocken kann. Das Sprechen derselben Sprache bildet mit den doch eher zurückhaltenden Einheimischen, wie übrigens in jedem Land, auch eine neue und freundschaftliche Basis. Zusammen mit seiner charmanten Gattin hat er einige Trouvaillen in Portugal ausgesucht und im "Reisegepäck" ins Wiggertal gebracht.


Geschichte spielte Hauptrolle

Einerseits war Portugal lange Jahre neben England und Spanien eine der bedeutendsten Seefahrer-Nationen, die sich in der Kolonialisierungszeit auch erbitterte Kämpfe boten. England war über Jahrhunderte im Clinch mit Frankreich und Spanien. Dadurch avancierte Portugal zum wichtigsten Weinlieferanten des Vereinigten Königreichs. Wein ist eine subtile und verderbliche Ware und die langen Transporte über den Seeweg bekamen ihm nicht besonders. Die Portugiesen wussten sich zu helfen und durch Zugabe von gebrannten Wassern (Brandy) wurde die Gärung ihrer Weine gestoppt und mit annähernd 20 Volumen-Prozent sehr haltbar gemacht. Der Transport stellte keine Probleme mehr dar. Den natürlich süssen Touch bekamen die Portweine durch den verbliebenen Restzucker. So einfach entstand Portwein und die Engländer sind seit Jahrhunderten Fans davon und trinken ihn genüsslich zum Apéro wie auch zum Dessert. Portwein ist in Mode gekommen. Andererseits gingen durch die Jahrzehnte lange Diktatur und dank der "Abschottung" Portugals von den übrigen Ländern, viele Modeströmungen an diesem Land vorbei. Es wurden keine Kontakte mit den Weinbau-Gebieten der übrigen Welt gepflegt. Somit gibt es heute noch sehr viele alte und sehr seltene Sorten. Heute sind die von Chardonnay und Syrah/Shiraz übersättigten Gebiete die besten "Kunden" Portugals für andere "neue", sprich nicht verbrauchte Rebsorten.


Rebsorten

In seiner sehr sympathischen Art erklärte der Referent anhand einer Landkarte die verschiedenen Gebiete, deren klimatischen Besonderheiten, die Bodenbeschaffenheiten, die Rebsorten und dann natürlich auch die Weinbereitung. Die Trauben im Gebiet des Douro werden auch heute noch für die Weinbereitung gestampft. Die portugiesischen Weine sind echte Trouvaillen für "Weinromantiker", Weine, die oft unbekannt, völlig neue Welten erschliessen und im Gaumen sehr bekömmlich sind. Hugh Johnson bemerkt: "Die Geschmacksrichtungen kommen inzwischen Ausländern besser entgegen, weil Portugal jetzt sanftere, vollere Weine produziert, auch wenn Säure und Tannin, anders als bei den Weinen Spaniens, noch immer deutlich hervortreten. Portugal hat seine Individualität bewahrt, ist aber endlich in die grosse weite Welt des Weines hinausgetreten". Die besten und teuersten Weine sind immer noch die Portweine. Da werden qualitativ grosse Unterschiede ausgemacht. Normalerweise werden die Fässer von Jahr zu Jahr mit demselben Portwein zugefüllt. Nach einzelnen Jahrgängen getrennt entstehen die so genannten Vintage Port Wines, welche auch im Preis wesentlich höher sind als herkömmliche. Der Preis eines guten Vintage kann gut und gerne einige 100 Euros hoch sein. Die Weine Portugals bestehen aus ungefähr 30% Weissweinen und 70% Rotweinen. Die allermeisten Weine bestehen nicht sortenrein, sondern sind eine Assemblage von 5-6 Sorten bei den weissen und 2-15 Sorten bei den roten. Die Weine finden ihren Absatz in England und Deutschland. Auch Portugal kennt die Weinklassifizierung. Die höchste Stufe ist DOC, gefolgt von IPR (Indicaçao de Proveniencia Regulamentada), VR (Vinho Regional) und Vinho de Mesa (Tischwein).


Das Bouquet von Weinproben

Mit einem 10-jährigen Vintage Red Port Dalva aus dem Gebiet des Douro wurde der Degustationsstrauss glanzvoll eröffnet. Ganz im Norden, an der Grenze zu Gallizien wuchsen die Reben des Vinho Verde DOC 2003 Vila Verde, der übrigens Rebstöcke bis zu 15 m Höhe produziert und echt mit den Leitern die Trauben gelesen werden sowie Dignitas, vinho branco 2003 aus dem Alentejo, beides Weissweine. Die Roten (vinho tinto) der ersten Serie waren Quinta da Lagoalva Reserva 2001 aus dem Ribatejo, ein Castas de Santar Reserva DOC 2000 aus dem Gebiet Dão sowie ein Dignitas escolha 2002 aus dem Alentejo. Die zweite Vergleichsserie bestand aus Bairreda Reserva DOC 2002, Quinta do Baixo (sortenrein), einem Farizoa Tinto Reserva DOC 2001 aus dem Alentejo und ein Vinha Pan 2001, Vinho Regional Beiras aus Bairrada.


Lang anhaltender Applaus war die Quittung für den wunderschönen Abend. Eigentlich hätte man ruhig noch viel länger die lebendig vorgetragenen Ausführungen auf sich einwirken lassen können und den spannenden Geschichten des Referenten zugehört. Viel zu rasch verging die Zeit! Doch die Teilnehmer konnten ein grosses Bouquet mit neuen Eindrücken über Portugal, seine Landschaften und seine Weine mit nach Hause nehmen. Ein grosser Dank gilt Herrn Dr. Koblet, dem sympathischen "Ambassador Portugals".


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