5.Anlass für Gesellen und Magister

Aus Weinbruderschaft

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Wo der Konventswein gekeltert wird

Erstmals erwähnt wurde der Name «Löuzschen» im grossen Einsiedler Urbar von 1331. Belegt ist der Weinbau seit 1430. 1562 kaufte Abt Joachim Eichhorn das erste Grundstück des heutigen Leutschenguts. Da die Lage äusserst günstig war, bemühte sich das Kloster zusätzliches Land zu erwerben und mit Reben zu bestocken. Heute besitzt das Kloster 8 Hektaren in der Leutschen und 1 Hektar auf der Insel Ufenau. Der selbstgekelterte Wein diente vorwiegend dem eigenen Bedarf im Kloster als Mess- und Konventswein. Der heute genutzte Weinkeller wurde im Jahre 1704 beim Neubau der Klosteranlage errichtet. Er ist mit modernsten Tanks und Einrichtungen ausgestattet, was die Kelterung von Spitzenweinen ermöglicht.

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Wir freuen uns auf eine interessante Besichtigung mit Betriebsleiter Dominic Mathies, Oenologe FH. Nach seiner Ausbildung in Wädenswil arbeitete er in Ligerz und als Betriebsleiter im Weingut Bisang, Dagmersellen. Seit September 2011 ist er verantwortlicher Betriebsleiter für Rebbau, Kelterung und Weinverkauf im Kloster Einsiedeln.

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Weinbau in der Geschichte

Nach dem Mittagessen besuchen wir das Weinbaumuseum am Zürichsee auf der Halbinsel Au bei Wädenswil. Das 1978 in einer alten Scheune eröffnete Museum bietet eine Zeitreise durch die Oenologie von den Anfängen bis zur Gegenwart. Empfangen und geführt werden wir von Werner Koblet. Als Dr. Ing. Agronom ETH leitete er bis zu seiner Pensionierung die Abteilung Weinbau an der Eidgenössischen Forschungsanstalt in Wädenswil (heute Agroscope ACW) und war als Privatdozent an der ETH für Weinbau zuständig. Er gehört zu den Betreuern des Weinbaumuseums und erfreut die Besucher mit humorvollen Erläuterungen rund um Rebe und Wein. Selbstverständlich können wir auch einige Weine geniessen, die Werner Koblet kommentieren wird.

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Einladung des Stubenrats und Konvents an alle Gesellen und Magister Vini

zum Besuch von Klosterkellerei Einsiedeln und Weinbaumuseum in Au am Samstag, 6. Juni 2015

Kosten Fr. 130.- pro Person für Carfahrt, Degustationen, Museumseintritt, Führungen und Mittagessen

Getränke zum Essen sind nicht inbegriffen.

Betrag wird am Anlass in bar eingezogen.

Anmeldungen bis spätestens Freitag, 29. Mai 2015 per E-Mail an: ahaller@swissonline.ch

Wir freuen uns auf viele Teilnehmer.


Rückblick

Eine Flasche Konventswein aus Einsiedeln, die ein Mitglied des Konvents der Weinfreunde St. Martin zu Zofingen geschenkt erhielt, gab den Impuls eine Reise für Magister und Gesellen in die Klosterkellerei Einsiedeln und ins Weinbaumuseum am Zürichsee zu organisieren.---geschrieben von Reinhard Bachmann


Auf der Carfahrt von Zofingen nach Einsiedeln erfuhren Magister und Gesellen Geschichtliches über das Kloster Einsiedeln und seine Reben. Erstmals erwähnt wurde der Name «Löuzschen» im grossen Urbar von 1331. Belegt ist der Weinbau seit 1430. 1562 kaufte Abt Joachim Eichhorn das erste Grundstück des heutigen Leutschenguts. Da die Lage günstig war, bemühte sich das Kloster zusätzliches Land zu erwerben und mit Reben zu bestocken. Heute besitzt das Kloster acht Hektaren in der Leutschen und eine Hektar auf der Insel Ufenau. Während in den ersten Jahrhunderten ausschliesslich Weisswein für den klösterlichen Bedarf angebaut wurde, der eher auf der sauren Seite war, stellte Jakob Sennhauser, der von 1749 bis 1779 Kellerbruder war, auf Rotwein um. In der Klosterchronik ist zu lesen: «Die Umstellung auf den roten Wein ist dem Konvent gewiss gut bekommen. Denn dieser scheint weniger sauer zu sein als der übliche Zürichsee-Wein, der bei manchen Brüdern Magenkolik verursachte.» Später stellte ein Arzt allerdings fest, dass die Koliken nicht vom Wein herrührten, sondern vom bleihaltigen Zinngeschirr, aus dem die Mönche assen und tranken. Die Umstellung auf Porzellangeschirr brachte Linderung und erhöhte das Durchschnittsalter der Mönche gar von 65 auf 70 Jahre.

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Rundgang durch die moderne Klosterkellerei

Dominic Mathies, Önologe FH, ist der erste weltliche Kellermeister des Klosters, das seine Weine nun auch ausserhalb des Klosters verkauft. Er ist seit 2011 verantwortlicher Betriebsleiter für Rebbau, Kelterung und Weinverkauf im Kloster. Der heute genutzte Weinkeller wurde im Jahre 1704 beim Neubau der Klosteranlage errichtet. Er ist mit modernsten Tanks, Maschinen und Einrichten aber auch mit Holzfässern und Barriques ausgestattet. Im blitzblanc sauberen Keller präsentierte und kommentierte Dominic Mathies einige Weine direkt ab Tank und aus der Flasche. Besondern beeindruckten der Leutschner Räuschling und der zum Abschluss kredenzte Konventswein.

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Attraktives Weinbaumuseum

Nach dem Mittagessen galt der nächste Besuch dem Weinbaumuseum am Zürichsee auf der Halbinsel Au bei Wädenswil. Das im Jahre 1978 in einer alten Scheune eröffnete Museum bietet eine Zeitreise durch die Önologie von den Anfängen bis zur Gegenwart. Empfangen und geführt wurden wir von Werner Koblet. Als Dr. Ing. Agronom ETH leitete er bis zu seiner Pensionierung die Abteilung Weinbau an der Eidgenössischen Forschungsanstalt in Wädenswil (heute Agroscope ACW) und war als Privatdozent an der ETH für Weinbau zuständig. Die Führung begann im historischen Rebberg, wo viele früher gebräuchliche Sorten nach alten Methoden im Stickelbau angebaut werden: Weisser und roter Elbling, Gwäss, Hitzkircher, schwarzer Erlenbacher, Briegler, Heunisch, Mörchel, total über 30 Sorten. Anschliessend erklärte Koblet im Musem die verschiedenen Museumsstücke und wie sie seinerzeit im Rebberg gebraucht wurden. Prunkstücke sind eine alte Kanone, die zur Verhinderung von Hagel eingesetzt wurde, und eine 250 Jahre alte, 13 Meter lange Baumpresse. Mit seinem profunden Fachwissen und unterhaltenden Anekdoten zur Geschichte des Weinbaus fesselte Werner Koblet die Zuhörer. Anschliessend kommentierte er vor dem Museum drei Weine und begeisterte erneut mit seinem aussergewöhnlichen Erzähltalent. Der grosse Applaus war mehr als verdient.

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